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Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit

Die Lohngleichheit ist seit 1981 in der Verfassung verankert. Bis heute ist sie aber nicht umgesetzt. Der Kaufmännische Verband fördert und fordert Lohngleichheit.

Laut neusten Statistiken verdienen Frauen rund 15 Prozent weniger Lohn als Männer. 9 Prozent davon sind nicht erklärbar und somit diskriminierend. Aktuelle Erhebungen zeigen, dass die Diskrimination bereits beim Berufseinstieg beginnt und sich mit steigender Position erhöht.

Der Kaufmännische Verband engagiert sich als Vordenker politisch für die Lohngleichheit. Gleichzeitig setzt er sich in der Wirtschaft respektive in der Sozialpartnerschaft dafür ein. Um Massstäbe zu setzen, nahm er am Lohngleichheitsdialog teil.

Wir unterstützen den Bundesrat

Der Bundesrat wird Massnahmen auf Gesetzesstufe ergreifen, um die Lohngleichheit endlich zu realisieren. Wir unterstützen ihn. Wir befürworten, dass der Bundesrat dabei Mass halten und eine überbordende Bürokratie vermeiden will.

Aber wir schlagen einen anderen Weg vor:

  • Wir sind für qualitative Lohnsystemanalysen, Diese lassen einen aussagekräftigen Rückschluss über mögliche Lohndiskriminierungen zu und geben Hinweise darauf, wie sie effektiv zu beseitigen sind.
  • Auch Betriebe, die weniger als 50 Angestellte beschäftigen, sollen eine Lohnanalyse durchführen müssen. Nur so können möglichst viele Arbeitnehmende und insbesondere Frauen profitieren. Dies unter der Bedingung, dass die Kosten für KMU dabei so tief wie möglich gehalten werden, bspw. über ein System der Selbstdeklaration gekoppelt mit periodischen Stichprobenkontrollen.

Wir fordern Unternehmen zum Handeln auf

Decken Kontrollen unzulässige Lohnunterschiede auf, müssen die betroffenen Unternehmen etwas dagegen unternehmen. Prüfenswert finden wir die Einführung einer subsidiären Anzeigepflicht, falls die Firmen nicht reagieren.

Zudem braucht es einen Kulturwandel in den Firmen. Die Lohntransparenz muss gefördert werden. Auch Bonus- und Prämiensystem müssen einfach, gleichstellungsgerecht, nachvollziehbar und transparent sein.

Wir engagieren uns für optimale politische Rahmenbedingungen

„Gleichstellung kann aber nur erreicht werden, wenn auch die politischen Rahmenbedingungen entsprechend ausgestaltet werden“, ergänzt Manuel Keller, Leiter Beruf und Beratung beim Kaufmännischen Verband. Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Weiterbildung muss gefördert werden, damit das Potenzial gut ausgebildeter Frauen ausgeschöpft werden kann und deren Karrieremöglichkeiten verbessert werden können. Dadurch lassen sich auch die erklärbaren Lohnunterschiede verringern.

Wir sind Sozialpartner

Wir nahmen am Lohngleichheitsdialog teil und unterstützten diesen auch. Leider war der Dialog erfolglos. Das Ziel, 100 Unternehmen dafür zu gewinnen, wurde deutlich verfehlt. Nur 51 nahmen teil. Und darunter waren viele Verbände und öffentlich-rechtliche Unternehmen.

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© Ursina Thöni, Kaufmännischer Verband

Frauen müssen bis am 24. Februar 2016, damit sie für gleichwertige Arbeit gleich viel Lohn erhalten wie Männer bereits am 31. Dezember 2015 in der Tasche hatten! Vor diesem Hintergrund findet am 24. Februar der Equal Pay Day statt.


Frauen verdienen nach wie vor rund 20 Prozent weniger als Männer. Wir setzen uns für gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit und mehr Transparenz ein. Unternehmen sollen auf gesetzlicher Basis in die Pflicht genommen werden.