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07. Juli 2017

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Diskriminierungsfreie Lohnsysteme für mehr Lohngleichheit

Der Kaufmännische Verband befürwortet den Vorschlag des Bundesrats zur Erreichung der Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern. Mit Analysen der Lohnsysteme kann die Lohngleichheit gefördert werden.

Lohndiskriminierung ist in bestimmten Branchen und Bereichen Realität. Nachdem der Lohngleichheitsdialog nicht den erhofften Erfolg gebracht hat, erachtet der Kaufmännische Verband ein staatliches Handeln als sinnvoll. Er begrüsst die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen mit periodischen externen Überprüfungen, einer Informationspflicht gegenüber den Mitarbeitenden sowie einer Wahl zwischen verschiedenen Optionen zur Überprüfung der Lohngleichheit.

Der Kaufmännische Verband erachtet die vorgeschlagene Untergrenze von 50 Mitarbeitern für eine Überprüfungspflicht für Firmen als zu hoch. Dadurch erhält knapp die Hälfte aller Arbeitnehmenden keine Transparenz über die Lohngleichheit in ihren Betrieben. Das vom Bund zur Verfügung gestellte Analyseinstrument, welches nur für Betriebe ab einer bestimmten Grösse anwendbar ist, verstärkt diesen Bias.

Die Lohngleichheitsanalyse soll, im Falle dass ein Revisionsunternehmen die Überprüfung der Lohngleichheit im Betrieb durchführt, obligatorisch sein. Diese Analysen zeigen zwar Lohndiskriminierung auf, nicht aber deren Ursachen. Qualitative Lohnsystemanalysen hingegen lassen einen aussagekräftigen Rückschluss über mögliche Lohndiskriminierungen zu und geben Hinweise darauf, wie diese effektiv zu beseitigen sind. Der Bundesrat hat die Verwendung eines anderen Analyse-Instruments zwar offengelassen, das System jedoch zu Gunsten von Regressionsanalysen angelegt. Der Kaufmännische Verband bevorzugt ein Überprüfungssystem, welches Aussagen zu den Ursachen der Lohndiskriminierung erlaubt.

Nicht zuletzt müssen auch gesellschaftspolitische Ursachen der (Lohn-)Ungleichheit beseitigt werden. Um die Lohngleichheit und die Gleichstellung von Frau und Mann zu erreichen, sind die politischen Rahmenbedingungen entsprechend auszugestalten. Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Weiterbildung muss gefördert werden. Eine Elternzeit und die Einführung steuerlicher Anreize für berufstätige Frauen sind Bereiche, bei denen es anzusetzen gilt. Dadurch werden auch die erklärbaren Lohnunterschiede verringert.

Dorothea Tiefenauer

Leiterin Kommunikation
Telefon +41 79 642 11 41