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28. März 2018

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KV-Lehre: Die ideale Grundausbildung für die digitale Arbeitswelt

Die vom Kaufmännischen Verband durchgeführte Befragung der Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger 2017 zeigt, dass sich die jungen KV-Berufsleute den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung bewusst sind: Sie rechnen sich gute Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt aus. Knapp die Hälfte der Absolventinnen sieht sich in fünf Jahren sogar in einer höheren Position. Mit einer Kombination aus breiter Grundausbildung in der Lehre und Spezialisierung durch Weiterbildungen haben die jungen Berufsleute gute Erfolgsaussichten in der digitalen Arbeitswelt.

Die KV-Lehre im digitalen Zeitalter

In der diesjährigen Befragung von über 3000 Absolventinnen und Absolventen der KV-Lehre wurden erstmals Veränderungswünsche betreffend Lerninhalten und -methoden in der Ausbildung abgefragt.
Die stärkere Ausrichtung der Lehre auf neue Kompetenzen, welche unter anderem im Zuge der Digitalisierung an Wichtigkeit zunehmen, wird von den Befragten begrüsst. Breite Zustimmung erhielten insbesondere die stärkere Verankerung von Informatik in der Ausbildung sowie die intensivere Förderung von unternehmerischem Denken und Handeln sowie ein grösserer Fokus auf Soft Skills wie Sozialkompetenz, Kommunikation oder Team- und Projektarbeit. Die nächste Reform der KV-Lehre wird sich genau diesen Themen annehmen und die Frage beantworten, was die digitale Arbeitswelt, der flexiblere Arbeitsmarkt und der Trend zur Dienstleistungsgesellschaft für die meistgewählte berufliche Grundbildung der Schweiz bedeutet. Die Schweizerische Konferenz der Kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen geht dem im Projekt «Kaufleute 2022» nach. Der Kaufmännische Verband beteiligt sich aktiv an diesem Prozess und wird dabei auch die Sicht der Lernenden einbringen.

KV-Lehre als solide Grundbildung, Weiterbildung für die Spezialisierung

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der diesjährigen Befragung betrifft die Beschäftigung der KV-Absolventinnen und Absolventen direkt nach der Lehre. Die Befragungen der Jahre 2014-2017 zeigen einen Trend: Ein wachsender Teil der Absolventinnen und Absolventen entscheidet sich gegen eine Festanstellung direkt im Anschluss an die Lehre (2014: 15.8%; 2017: 20.5%). Sie absolvieren stattdessen Weiterbildungen und Sprachaufenthalte oder begeben sich auf Reisen. Im längerfristigen Vergleich zeigt sich insbesondere, dass Weiterbildungen einen immer höheren Stellenwert einnehmen: Ein Viertel der Abgängerinnen und Abgänger beginnt direkt nach Abschluss mit der Weiterbildung und ein Drittel unter ihnen planen eine Weiterbildung für die Zukunft. Michael Kraft, Studienverantwortlicher beim Kaufmännischen Verband sieht auch diese Tendenz im Kontext des sich verändernden KV-Bildungswegs: „Die kaufmännische Lehre versteht sich in der heutigen Zeit als solide Grundbildung, welche ein breites Allgemeinwissen und kaufmännisches Handwerk vermittelt. Ausgebildet werden hier Generalistinnen und Generalisten, die sich in der digitalen Welt agil zurecht finden. Mit zusätzlich erworbenen Kompetenzen nach der Lehre profilieren sie sich schliesslich als Spezialistinnen und Spezialisten. Mit diesem Kompetenz-Mix haben sie beste Erfolgsaussichten in der digitalen Arbeitswelt.“

Digitalisierung: vom Risiko zur Zukunftschance

Der Blick in die Zukunft weckt, wie die Umfrage zeigt, bei den Lehrabgängerinnen und Lehrabgängern gemischte Gefühle: Zwar sind sie von der Digitalisierung der Arbeitswelt verunsichert, im Grossen und Ganzen rechnen sie sich aber gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus und Angst vor Arbeitslosigkeit ist nur wenig verbreitet. Knapp die Hälfte der Absolventinnen und Absolventen sieht sich in fünf Jahren sogar bereits in einer höheren Position im kaufmännischen Bereich. „Um weiterhin gute Berufsaussichten zu haben, wird Weiterbildungen eine zentrale Rolle zugeschrieben. Dies zeigt nicht zuletzt, dass die sich verändernde Arbeitswelt Verunsicherung und Hoffnung zugleich verbreitet: Die digitalisierte Berufswelt erfordert Spezialisierungen in Form von Weiterbildungen im Anschluss an die Lehre. Werden Weiterbildungen absolviert, so erwarten die jungen Kauffrauen und Kaufmänner aber auch entsprechend gute Berufsaussichten und raschen beruflichen Aufstieg“, meint Kraft.


Lehrabgänger-Umfrage des Kaufmännischen Verbandes.

Der Kaufmännische Verband befragt seit zehn Jahren die KV-Lehrabgänger/innen. Der Übertritt von der Lehre ins Berufsleben stellt für Jugendliche eine Herausforderung dar. Ob es gelingt, eine befriedigende Anschlusslösung zu finden, kann entscheidenden Einfluss auf die spätere Berufslaufbahn haben. Der Kaufmännische Verband legt deshalb den Fokus auf diese Schnittstelle. Konkret untersucht die Studie die Arbeitsbedingungen während der Lehre, den Berufseinstieg und die Zukunftspläne der Absolvierenden. Hierfür werden die EBA- und EFZ-Absolventen der beruflich organisierten Grundbildung (BOG) und der schulisch organisierten Grundbildung (SOG) im Juli und November befragt. Bei der diesjährigen Umfrage im Juli 2017 nahmen 3443, in der Nachbefragung im November 2017 rund 1500 Personen teil.


Zum Bericht können Sie hier Infografiken downloaden.

Lerninhalte: In der Ausbildung soll/sollen...

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Kontakt:

Kathrin Gasser

Mediensprecherin
Mobile 079 209 44 88

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