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30. März 2017

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Umfrage zeigt: Nach der KV-Lehre geht’s unmittelbar zur Weiterbildung

Die grosse Mehrheit aller 14 000 KV-Abgänger hat vier Monate nach Abschluss der Lehre eine Anschlusslösung gefunden. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Ausgelernten, die gleich nach der Abschlussprüfung eine andere Herausforderung annehmen. Hoch im Kurs sind Sprachaufenthalte und Weiterbildungen: 90% aller Abgänger planen eine Weiterbildung. Schweizweit hat sich die Arbeitslosenquote der KV-Absolvierenden über die letzten fünf Jahre auf tiefem Niveau stabil gehalten.

70% der Absolventinnen und Absolventen der „klassischen“, dualen KV-Lehre gehen vier Monate nach Abschluss einer regulären Beschäftigung nach. 4% absolvieren ein Praktikum und 21% machen etwas anderes; d.h. sie starten eine Weiterbildung, absolvieren einen Sprachaufenthalt, gehen reisen oder leisten Militärdienst. Im November 2016 sind 5.3% auf Stellensuche, wobei 3.7% beim RAV gemeldet sind (Grafik 1).

Die KV-Lehre: Ein solides Fundament, ohne Weiterbildung wird es in Zukunft kaum mehr gehen.

9 von 10 Befragten planen, sich nach der Lehre weiterzubilden. Ein Viertel der KV-Absolvierenden hat im November nach dem Lehrabschluss bereits mit einer Weiterbildung begonnen, ein weiteres Viertel startet bis Ende 2017 (Grafik 2). Die hohe Weiterbildungsrate ist nicht neu, allerdings absolviert nun eine Mehrheit der Personen ihre Weiterbildung in Vollzeit und fokussiert sich damit vollständig auf diese. Die KV-Absolvierenden begründen ihre Weiterbildungspläne unter anderem damit, dass Bildung heutzutage besonders wichtig sei, aus Eigeninteresse oder zur Kompetenzerweiterung für die Wunschstelle. Ausserdem sind über 90% der Befragten der Meinung, dass die KV-Lehre wichtige Grundlagen vermittelt und als stabiler Grundbaustein für das spätere Arbeitsleben dient. Allerdings müsse man Weiterbildungen absolvieren, um auch in Zukunft Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Damit haben die jungen Berufsleute, die Debatte um die Digitalisierung verinnerlicht und wissen, worauf es für sie in der künftigen Arbeitswelt ankommt. Michael Kraft, Studienverantwortlicher beim Kaufmännischen Verband hält fest: „Ein Vorteil der KV-Lehre ist, dass man nach der Grundbildung verschiedene Möglichkeiten hat – das ist nicht nach jeder Lehre gleichermassen gegeben. Immer mehr KV-Absolvierende entscheiden sich nach der Lehre gegen einen direkten Einstieg in den Arbeitsmarkt. Sie beginnen beispielsweise mit einer Vollzeitweiterbildung oder absolvieren Sprachaufenthalte, um den Anforderungen des Arbeitsmarktes besser gerecht zu werden.“ (Grafik 3)

Für die jungen Berufsleute sind Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten wichtig.

Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten sind ein wichtiges Kriterium bei der Stellensuche. 28% der Befragten können sich nicht vorstellen, länger in ihrem aktuellen Betrieb zu bleiben. Knapp ein Drittel der Befragten glaubt nicht, dass sie dort Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten haben (Grafik 4). Befragte in einem Grossunternehmen sehen eher Karrierechancen und können sich folglich vorstellen, länger im Betrieb zu bleiben als Befragte, die in einem KMU arbeiten.

Anstellungsbedingungen, Praktikumsrate und die zunehmende Forderung nach leistungsstarken Jugendlichen sind zu beobachten.

4.4% aller Befragten absolvieren ein Praktikum. Das entspricht einer leichten Zunahme gegenüber dem Vorjahr. Ein Praktikum nach der Lehre ist nur in wenigen Fällen sinnvoll. Praktika im ehemaligen Lehrbetrieb oder in derselben Branche lehnt der Kaufmännische Verband ab, denn der Ausbildungscharakter geht verloren. Einer weiteren Aufklärungsarbeit bedarf es nach wie vor zu den gesetzlichen Mindestbestimmungen betreffend Lohn, Ferien und Überzeit. So wird beispielsweise der rechtliche Anspruch für unter 20-Jährige von mindestens fünf Wochen Ferien pro Jahr nach der Lehre bei 16% der Befragten unterlaufen. Die Arbeitgeber fragen zunehmend nach schulisch leistungsstarken Jugendlichen. Diese Entwicklung muss zwingend beobachtet werden, denn dies hat direkte Auswirkungen auf die Zukunftsperspektive von Jugendlichen mit schwächeren schulischen Leistungen und Absolvierenden des Eidgenössischen Berufsattests (EBA).


Lehrabgänger-Umfrage des Kaufmännischen Verbandes.

Der Kaufmännische Verband befragt seit zehn Jahren die KV-Lehrabgänger/innen. Der Übertritt von der Lehre ins Berufsleben stellt für Jugendliche eine Herausforderung dar. Ob es gelingt, eine befriedigende Anschlusslösung zu finden, kann entscheidenden Einfluss auf die spätere Berufslaufbahn haben. Der Kaufmännische Verband legt deshalb den Fokus auf diese Schnittstelle. Konkret untersucht die Studie die Arbeitsbedingungen während der Lehre, den Berufseinstieg und die Zukunftspläne der Absolvierenden. Hierfür werden die EBA- und EFZ-Absolventen der beruflich organisierten Grundbildung (BOG) und der schulisch organisierten Grundbildung (SOG) im Juli und November befragt. Bei der diesjährigen Umfrage nahmen im Juli 2016 rund 3700, in der Nachbefragung im November 2016 rund 1500 Personen teil.


Zum Bericht können Sie hier Infografiken downloaden.

Grafik 1. Stellensituation im Juli und im November 2016

Grafik 2. Weiterbildungspläne

Grafik 3. Andere Tätigkeiten seit 2012

Grafik 5: Stellensituation der KV-Absolvierenden über die letzten fünf Jahre

Grafik 4. Beurteilung der aktuellen Arbeitsstelle

Michael Kraft

Verantwortlicher Jugendpolitik
Mobile 076 428 25 11

Kathrin Gasser

Mediensprecherin
Mobile 079 209 44 88

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