kfmv_Entry_Group_17_0249_RGB_300dpi

Der Lehrvertrag

Der Lehrvertrag bildet die notwendige Grundlage eines Lehrverhältnisses. Er muss in schriftlicher Form abgefasst und von der kantonalen Behörde genehmigt werden.

Im Lehrvertrag verpflichtet sich deine Lehrfirma, dich für einen bestimmten Beruf fachgemäss auszubilden (gemäss OR Art. 344-346a). Du verpflichtest dich, zu diesem Zweck Arbeit für deine Lehrfirma zu leisten. Nur ein schriftlicher Lehrvertrag ist gültig: Er muss von dir selbst, deinen Eltern und dem Lehrbetrieb unterschrieben und vom Amt für Berufsbildung genehmigt sein.

Inhalt deines Lehrvertrags

Viele Elemente deines Lehrvertrages sind aufgrund des öffentlichen und privaten Rechts bereits vorbestimmt und können nicht frei vereinbart werden. In vielen Betrieben gelten zudem betriebsinterne Reglemente (z.B. Personalreglement). Diese sind oft integrierter Bestandteil der Anstellungsverträge und auch für die Lernenden verbindlich – sofern sie nicht dem Lehrvertrag widersprechen.

Was gehört in deinen Lehrvertrag?

  • Art und Dauer der beruflichen Ausbildung
  • Lohn
  • Probezeit
  • Arbeitszeit
  • Ferien

Im Lehrvertrag sollte auch die Bezahlung der obligatorischen Lehrmittel geregelt sein. Der Kaufmännische Verband empfiehlt den Lehrbetrieben, diese zu übernehmen.

Auflösung des Lehrvertrags

Das Lehrverhältnis ist ein befristeter Vertrag und endet mit dem Endtermin, der in deinem Lehrvertrag festgehalten ist. Eine vorzeitige Auflösung des Lehrvertrags ist nur in folgenden Fällen möglich:

  • Beidseitig während der Probezeit, unter Einhaltung einer siebentägigen Frist
  • Beide Parteien können während der ganzen Lehrzeit den Vertrag jederzeit im gegenseitigen Einvernehmen auflösen
  • Sowohl Berufsbildner/innen als auch du als Lernende/r haben das Recht, den Lehrvertrag vorzeitig und einseitig aufzulösen, wenn wichtige Gründe vorliegen. Beispielsweise wenn der/die Berufsbildner/in fachlich oder persönlich zur Ausbildung unfähig ist, wenn du körperlich oder geistig überfordert, gesundheitlich oder sittlich gefährdet bist oder wenn die Ausbildung nicht oder nur unter wesentlich veränderten Bedingungen zu Ende geführt werden kann

Wer kündigt, muss die fristlose Vertragsauflösung schriftlich begründen, wenn die andere Partei dies verlangt. Die kantonale Behörde (in der Regel das Amt für Berufsbildung) kann dein Lehrverhältnis aufheben, wenn der Erfolg der Lehre in Frage gestellt ist oder die gesetzlichen Vorschriften nicht eingehalten werden. Wird das Lehverhältnis aufgelöst, muss dein Lehrbetrieb sofort die kantonale Behörde benachrichtigen. Diese wird versuchen, eine Einigung zwischen den Parteien oder zumindest die Weiterführung der Lehre in einem anderen Betrieb zu erreichen.

Der Kaufmännische Verband rät dir in jedem Fall, deinen Lehrvertrag erst aufzulösen, wenn du einen neuen unterschrieben hast. Eine neue Lehrstelle kannst du mittels BIZ, Lehrstellennachweis (LENA) oder via direkte Anfragen finden. Eventuell hilft auch das Amt für Berufsbildung.

Falls sich eine Zwischenphase ohne Lehrbetrieb ergibt, musst du dennoch weiterhin die Berufsfachschule besuchen – bis zu drei Monaten.

media_Kraft_michael_13

Wende dich an
Michael Kraft
Jugendberater

Telefon 044 283 45 72

Das musst du wissen

Alles zum Lehrvertrag in aller Kürze findest du auf unserem Merkblatt "Lehrvertrag". Als Mitglied kannst du es gratis herunterladen.

Zu den Merkblättern

Der national einheitliche Lehrvertrag gilt für:

  • alle drei- oder vierjährigen Grundbildungen mit eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ)

  • alle zweijährigen Grundbildungen mit eidg. Berufsattest (EBA)

Wir empfehlen dir die Website der Schweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz (SBBK). Sie stellt zahlreiche Informationen und Materialien rund um die Berufslehre zur Verfügung.