18. Oktober 2013

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Neuer GAV mit Swissport Zürich

Die Mitglieder des KV Schweiz und des VPOD Luftverkehr bei Swissport Zürich genehmigten den neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die Angestellten von
Swissport am Flughafen Zürich. Der neue Vertrag gilt ab Januar 2014 bis Ende 2015. Betroffen sind davon rund 2200 Angestellte.

Die Verhandlungen der Arbeitnehmerverbände VPOD Luftverkehr und KV Schweiz gestalteten sich schwierig und zogen sich über Monate hinweg. Swissport spürt den Kostendruck, den die Fluggesellschaften auf ihre Lieferanten abwälzen wollen. Folglich verlangte das Unternehmen verschiedene Zugeständnisse, zum Beispiel die Reduktion von Ferien- und garantierten Freitagen oder den Verzicht auf die Altersschritte bei den Löhnen.

VPOD Luftverkehr und KV Schweiz konnten diese Begehren in den hart geführten Verhandlungen abwenden. Als Resultat der Verhandlungen erfolgt nun in vier Punkten eine Änderung gegenüber des bis Ende 2013 gültigen GAV:

Reduktion der Beiträge bei der beruflichen Vorsorge für 25- bis 34-Jährige auf 7%


Alle übrigen Konditionen bei der Pensionskasse (tiefer Koordinationsabzug, höherer Arbeitgeberanteil bei den Beiträgen usw.) bleiben unverändert bestehen. Die Bedingungen der über 35-Jährigen erfahren keine Änderung.

Aufhebung der Regelung für die Erarbeitung eines Schichturlaubs oder einer vorzeitigen Pensionierung durch das Ansammeln von Nachtstunden für Angestellte ab Alter 48


Die bereits bestehenden Saldi können jedoch wie bisher in Freizeit umgewandelt werden. Zudem kommen bisher noch nicht bezugsberechtigte Mitarbeitende in den Genuss eines zusätzlichen Freizeitguthabens.

Neu: GAV für Mitarbeitende im Stundenlohn


Die Anstellungsbedingungen für Mitarbeitende im Stundenlohn werden neu erstmals in einem GAV geregelt. Auf Wunsch von Swissport wurde die Begrenzung des Beschäftigungsgrades von 50% aufgehoben. Im Gegenzug wurde die Zahl der maximal geleisteten Arbeitsstunden im Stundenlohn auf 30% festgesetzt. Damit wird die Zahl der Arbeitsverhältnisse im Stundenlohn eingeschränkt (bis heute bestand keine solche Restriktion). Zudem werden neu die Angestellten im Stundenlohn hinsichtlich Mutterschaftsurlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall den Angestellten im Monatslohn gleichgestellt. Ausserdem werden die Löhne für Angestellte im Stundenlohn neu für jede Funktion in diesem zusätzlichen GAV von den Vertragsparteien gemeinsam festgelegt. Insgesamt bedeutet dies eine Verbesserung der Arbeitskonditionen für die Angestellten im Stundenlohn. Die bisherigen Mitarbeitenden im Monatslohn sind von diesen Änderungen nicht betroffen.

Rahmenbedingungen bei sogenannten Splittouren

(Einsätze mit einer mehrstündigen Pause)


Diese Einsätze sind beim Personal unbeliebt und konnten seit dem 1. August 2013 wegen des Wegfalls der bisherigen Ausnahmebewilligung zum Arbeitsgesetz vom Arbeitgeber ohne Einschränkungen angesetzt werden. Neu werden diese Splittouren auf zwei pro Monat und drei Stunden pro Ereignis beschränkt und mit CHF 12.– ab einem Unterbruch von 61 Minuten und CHF 18.– ab 121 Minuten zusätzlich entschädigt.

Weitere Errungenschaften wie der Altersrücktritt mit 63, verschiedene ereignisbezogene Zulagen bei unregelmässigen Einsätzen sowie die 39-Stunden-Woche bleiben ebenfalls unangetastet. Die beiden Verbände sind überzeugt, dass die neuen GAV den rund 2200 betroffenen Arbeitnehmenden weiterhin vertretbare Anstellungsbedingungen ermöglichen.

Kontakt

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Benedikt Gschwind

Bereichsleiter GAV
Tel. 079 659 16 79