13. September 2012

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Weissgeldstrategie mit den Bankangestellten – und nicht gegen sie

Der KV Schweiz ist erfreut, dass sich das Parlament heute mit den Datenlieferungen der Banken an die USA beschäftigt. Die Folgen einer bisher ungenügenden Weissgeldstrategie dürfen weder vom Bund noch von den Banken auf die Bankmitarbeitenden abgewälzt werden. Der Bund muss den Schutz von Mitarbeiterdaten rasch verbessern. Alle Sozialpartner sind in diesen Prozess einzubeziehen.

Der Kaufmännische Verband Schweiz ist über die Haltung des Bundesrates in Bezug auf die Lieferungen von Bankmitarbeiter-Daten an die USA enttäuscht. Der Bundesrat war sich bei der Bewilligung der Datenlieferung der aussergewöhnlichen Situation und der Dringlichkeit bewusst. Aufgrund der speziellen Umstände hätte er die Datenlieferung nur unter der expliziten Auflage erteilen dürfen, dass der Datenschutz der Mitarbeitenden gewahrt wird und die Mitarbeitenden in jedem Fall über die Weitergabe sie betreffender Daten informiert würden.
Der KV Schweiz erwartet im Interesse seiner Mitglieder und aller Bankangestellten, dass der Bundesrat erkannte Lücken im Datenschutz von Mitarbeitenden schliesst. Die Banken müssen verpflichtet werden, griffige Schutzvorkehrungen zu treffen. Die Sozialpartner sind als Interessenvertretung der Bankmitarbeitenden in diesen Prozess einzubeziehen.
Der Weg zu einer tragfähigen Weissgeldstrategie und einer zukunftsgerichteten Neupositionierung des Finanzplatzes Schweiz darf nicht auf Kosten von bisher hoch motivierten und leistungsfähigen Angestellten gehen, die – grösstenteils ohne eigenes Verschulden – heute dem Risiko strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt sind. Der Preis einer bisher unzulänglichen Finanzmarktstrategie darf nicht auf sie abgewälzt werden.

Kontakt

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Daniel Jositsch

Zentralpräsident KV Schweiz
Mobile 079 503 06 17

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Barbara Gisi

Leiterin Angestelltenpolitik
Mobile 079 775 66 10