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23. Februar 2016

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Diskriminierungsfreie Lohnsysteme für mehr Lohngleichheit

Der Kaufmännische Verband befürwortet den Handlungsbedarf beim Thema Lohngleichheit und die Änderung des Gleichstellungsgesetzes. Er verlangt aber nach Analysen der Lohnsysteme, weil nur so Lohngleichheit gewährleistet werden kann.

Lohndiskriminierung ist in bestimmten Branchen und Bereichen Realität. Der Kaufmännische Verband und die Zürcher Gesellschaft für Personal-Management ZGP befürworten daher die Pflicht für Unternehmen, Lohnanalysen durchführen zu müssen. Während der Bundesrat auf Regressionsanalysen setzt, schlagen sie aber Lohnsystemanalysen vor.

Regressionsanalysen zeigen zwar Lohndiskriminierung auf, nicht aber deren Ursachen. Qualitative Lohnsystemanalysen hingegen lassen einen aussagekräftigen Rückschluss über mögliche Lohndiskriminierungen zu und geben Hinweise darauf, wie diese effektiv zu beseitigen sind. „Wir schlagen vor, den Fokus verstärkt auf qualitative Lohnsystemanalysen zu legen, denn nur dadurch kann eine systembedingte Lohnungleichbehandlung ausgeschlossen werden“, sagt ZGP-Präsident Matthias Mölleney, der zusammen mit dem Kaufmännischen Verband die Vernehmlassungsantwort verfasst hat.

Eine qualitative Lohnsystemanalyse würde folgende Schritte beinhalten:

  • Die Unternehmen überprüfen anhand anerkannter Standards, ob die Stellenbewertungen in ihren Lohnsystemen diskriminierungsfrei sind.
  • Ist das Stellenbewertungssystem diskriminierungsfrei, untersuchen die Unternehmen, ob die Einstufungskriterien, nach denen die Mitarbeitenden innerhalb einer Lohnbandbreite eingestuft werden, diskriminierungsfrei sind.
  • Mittels Selbstdeklaration bezeugen die Unternehmungen die Einhaltung dieser Kriterien. Periodisch stattfindende Stichprobenkontrollen gewährleisten die Einhaltung.

Die Lohnsystemanalyse ermöglicht es auch kleineren Betrieben, mit verhältnismässig geringem administrativem Aufwand die notwendige Transparenz zu schaffen und diskriminierungsfreie Lohnsysteme zu gewährleisten. Nur so können möglichst viele Arbeitnehmende und insbesondere Frauen profitieren.

„Gleichstellung kann aber nur erreicht werden, wenn auch die politischen Rahmenbedingungen entsprechend ausgestaltet werden“, ergänzt Manuel Keller, Leiter Beruf und Beratung beim Kaufmännischen Verband. Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Weiterbildung muss gefördert werden, damit das Potenzial gut ausgebildeter Frauen ausgeschöpft werden kann und deren Karrieremöglichkeiten verbessert werden können. Dadurch lassen sich auch die erklärbaren Lohnunterschiede verringern.

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