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07. März 2018

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100 Jahre Frauen beim Kaufmännischen Verband

Vor 100 Jahren wurden erstmals Frauen als Mitglieder beim Kaufmännischen Verband zugelassen. Es zeigt sich: Ihre politischen Forderungen sind die gleichen geblieben. Es ist jetzt an der Zeit, dies mit den politischen Vorlagen zur Reform Altersvorsorge und zur Änderung des Gleichstellungsgesetzes zu ändern.

Der Kaufmännische Verband hat an der Delegiertenversammlung im Juli 1918 erstmals Frauen als vollwertige Mitglieder des Verbandes zugelassen. Diesem Entscheid waren jahrelange, teilweise heftige Diskussionen vorausgegangen. Denn die männlichen Mitglieder fürchteten die weibliche Konkurrenz und beschrieben Schreckenszentarien von Lohndumping und Arbeitslosigkeit aufgrund der weiblichen Erwerbstätigkeit: „dass es uns sehr unangenehm ist, wenn diese gleichen Damen andererseits eine Menge Stellen um ein Spottgeld besetzen und dadurch viele unserer jungen Leute zwingen, entweder für das nämliche Spottgeld zu arbeiten, oder weiss Gott wie lange stellenlos zu bleiben (Quelle: Schweizerisches Kaufmännisches Zentralblatt 1899).“

100 Jahre später immer noch nicht viel erreicht

1968 feierten die weiblichen Mitglieder des Kaufmännischen Verbandes das 50-Jahre-Jubiläum und forderten in einer Resolution: Gleiche Löhne, gleiche Anstellungsbedingungen und Aufstiegsmöglichkeiten für Männer und Frauen bei gleicher Leistung sowie Verbesserung der beruflichen Vorsorge. 2018 ist der Frauenanteil bei den Mitgliedern des Kaufmännischen Verbandes auf 56% angestiegen. Bei den Anstellungsbedingungen sind sie im Vergleich zu ihren männlichen Arbeitskollegen aber nach wie vor deutlich im Nachteil. So sind bei der Lohndifferenz rund 1000 Franken pro Monat nicht durch unterschiedliche Erwerbsbiographien erklärbar. In der beruflichen Vorsorge beträgt der Unterschied bei den Altersrenten zwischen Männern und Frauen 60%. Die Höhe der Altersrente wird durch niedrige Löhne, Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrüche beeinflusst, wovon Frauen stärker betroffen sind.

Der Kaufmännische Verband fordert anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums weiblicher Mitgliedschaft Folgendes:

  • Lohngleichheit soll endlich durchgesetzt werden. Wenn es freiwillig nicht klappt, dann mit Kontrollen.
  • Die Arbeitsbedingungen für Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssen verbessert werden. Es braucht nicht nur ein ausreichendes Angebot an Krippenplätzen, diese müssen auch bezahlbar sein. Wir fordern einen Elternurlaub. Die Frauenquote in der höheren Berufsbildung muss erhöht werden. Es braucht eine Analyse zu den Ursachen und geeignete Massnahmen im Anschluss.
  • Die berufliche Vorsorge muss angepasst werden, um Menschen mit niedrigen Löhnen, Teilzeiteinkommen, Erwerbsunterbrüchen oder mehreren Arbeitseinkommen Altersrenten aus der beruflichen Vorsorge zu gewährleisten.
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Frauenanteil bei den Mitgliedern des Kaufmännischen Verbandes von 1918 bis 2018 (Quelle: Kaufmännischer Verband)

Kontakt:

Kathrin Gasser

Leiterin Marketing und Kommunikation
Mediensprecherin
Telefon +41 44 283 45 84

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