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21. Dezember 2018

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ABB verkauft Stromnetz-Sparte an Hitachi

Der Schweizer Industriekonzern ABB hat am Montag 17. Dezember den Verkauf seiner Stromnetz-Sparte an Hitachi bestätigt. Weltweit wechseln somit 36'000 Mitarbeitende von ABB zum japanischen Mischkonzern – darunter knapp 2800 Schweizer Angestellte. Während ABB seine Sparten neu organisieren und sich auf digitale Industrien ausrichten will, fordert der Kaufmännische Verband (kfmv), Klarheit über die geplante Neuorganisation und den Erhalt der Arbeitsstellen in der Schweiz.

Nachdem ABB am Montag 17. Dezember den Verkauf seiner Stromnetz-Sparte an Hitachi verkündet hat, lud er diese Woche zu einer Sozialpartner-Information ein. Die Angestelltenverbände, darunter auch der kfmv, konnten dabei ihre Bedenken und Forderungen im Hinblick auf den Erhalt der Schweizer Arbeitsstellen äussern. In der Schweiz beschäftigt ABB rund 6000 Mitarbeitende an insgesamt 19 Standorten. Von dem Wechsel zu Hitachi ist die gesamte Stromnetz-Sparte mit schweizweit knapp 2800 Mitarbeitenden betroffen – darunter ca. 500 Industriearbeiter.

Mit der Abspaltung der Stromnetz-Sparte möchte sich ABB neu ausrichten und, gemäss CEO Ulrich Spiesshofer (Interview in der Handelszeitung), zu einem "auf digitale Industrien fokussierten Technologieführer" werden. Diese Entwicklung erfordert eine Neuorganisation des Unternehmens. Angestrebt wird u.a. die Aufhebung der langjährigen Matrixstruktur, sodass Kunden in Zukunft nicht mehr von Ländern, sondern von einzelnen Fachbereichen betreut werden. Konzernweit plant ABB durch den Verkauf der Stromnetz-Sparte rund 500 Millionen US-Dollar pro Jahr einzusparen.

Die Division Power Grids von Hitachi ist derzeit hauptsächlich in Japan vertreten und von der nuklearen Stromproduktion dominiert. Mit der Übernahme der Stromnetz-Sparte von ABB erweitert der Mischkonzern sein Portfolio nach Europa. "Die Schweiz wird der Schlüssel-Hub für die Sparte bleiben" berichtet Spiesshofer weiter. Hitachi wolle den Hauptsitz der Stromnetz-Sparte in der Schweiz behalten. Auch die Forschung und Entwicklung sowie die Produktionsstandorte sollen erhalten bleiben.

Der kfmv fordert, dass Mitarbeitende möglichst zeitnah Klarheit über ihre Zukunft im Unternehmen haben. Der kfmv verlangt zudem, dass die Arbeitsstellen für den Wissens- und Produktionsstandort Schweiz erhalten bleiben. Sollte es entgegen den Aussagen von ABB dennoch zu Einsparungen beim Personalbestand kommen, sind diese durch natürliche Fluktuation aufzufangen.

Auf Wunsch steht der kfmv den Mitarbeitenden und der Arbeitnehmervertretung jederzeit zur Verfügung.

Emily Unser

Verantwortliche Media Relations und Public Affairs
Telefon +41 44 283 45 60

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