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19. Juni 2018

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Bildungsbericht 2018: Die höhere Berufsbildung muss dringend besser positioniert werden

Der Bund und die Kantone haben heute den Bildungsbericht 2018 vorgestellt, welcher aktuelle Daten und Informationen zum Schweizer Bildungssystem beinhaltet: Dringender Handlungsbedarf zeigt er insbesondere in den Bereichen Sek-II-Abschlüsse, Digitalisierung und höhere Berufsbildung auf. Die höhere Berufsbildung droht an Bedeutung zu verlieren: Das ist bedenklich, da deren Absolvierende ausserordentlich gut in den Arbeitsmarkt integriert sind.

Der aktuelle Bildungsbericht des Bundes und der Kantone zeigt auf, wo in der Schweizer Bildung Handlungsbedarf besteht. Diese Ergebnisse müssen mit den bildungspolitischen Zielen des WBF und der EDK von 2015 verglichen und entsprechende Anpassungen vollzogen werden. Für den Kaufmännischen Verband (kfmv) sind folgende Resultate besonders relevant:

  • Die Quote der Sek-II-Abschlüsse bei 25-Jährigen liegt bei 91% und verfehlt damit das bereits 2011 gesetzte 95%-Ziel. Insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund sind grosse Anstrengungen nötig, da die Quote hier teils noch weit vom angestrebten Ziel entfernt ist (nur 73% bei im Ausland geborenen Personen). Der Vermittlung von Grundkompetenzen kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Angebote, welche den Übergang zwischen Sek-I- und Sek II-Stufe erleichtern und den Verbleib in der Sekundarstufe II in schwierigen Situationen sichern, müssen gestärkt werden. Ebenso muss in die frühkindliche Bildung investiert werden, da diese die Unterschiede aufgrund von sozialer oder kultureller Herkunft erwiesenermassen verringert.
  • Der Themenkomplex „Digitalisierung“ war 2015 kein Thema in den bildungspolitischen Zielen. Der Bildungsbericht zeigt auf, dass es an vertieften Forschungen im Bildungswesen diesbezüglich noch fehlt und Prognosen schwierig sind. Umso drängender erscheint es, dass diesem Themenkomplex, welcher die Arbeits- und die Bildungswelt weiter verändern wird, grössere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Forschungsaktivitäten, ein Monitoring auf allen Bildungsstufen und eine konkrete Strategie sind nötig – die Medienmitteilung des Bundes und der Kantone lassen ein diesbezügliches Vorgehen vermissen.

„Regierungsrätin Steiner liegt mit ihrer Behauptung zur Zukunft des KVs falsch. Aktuelle Studien zeigen, dass die KV-Lehre eine ausgezeichnete Ausgangslage mit vielen Weiterentwicklungsmöglichkeiten im am stärksten wachsenden Berufsfeld bietet“, so Michael Kraft, Verantwortlicher Jugendberatung und -politik beim kfmv. „Der kfmv hat bereits Ende 2016 mit seinen Studien zu Offshoring und Digitalisierung aufgezeigt, welche Kompetenzen im kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Umfeld künftig stärker gefragt sind und wie auf den Wandel reagiert werden kann.“

  • Die höhere Berufsbildung verliert gemäss Bildungsbericht im Vergleich zu den übrigen tertiä-ren Abschlüssen an Bedeutung, obwohl deren Absolventinnen und Absolventen ausserordentlich gut in den Arbeitsmarkt integriert sind. Die Stärkung der höheren Berufsbildung muss deshalb weiter vorangetrieben werden, sei es in Bezug auf die Finanzierung oder durch die Schaffung von neuen, flexibleren Ausbildungsgängen.

Der Kaufmännische Verband erachtet es als zentral, dass diese Themen und die im 2015 bereits aufgenommenen Ziele der internationalen Vergleichbarkeit der Abschlüsse der höheren Berufsbildung sowie der Berufsabschlüsse von Erwachsenen in der nun folgenden Auswertungsphase und der Erstellung von neuen bildungspolitischen Zielen des Bundes und der Kantone berücksichtigt werden.

Kontakt:

Kathrin Gasser

Mediensprecherin
Mobile 079 209 44 88

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