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02. Juni 2018

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Neuer GAV für die MEM-Industrie erfolgreich verhandelt

Der Kaufmännische Verband (kfmv) hat sich nach intensiven Vertragsverhandlungen gemeinsam mit den anderen Sozialpartnern der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) per 1. Juli 2018 geeinigt. Der neue GAV bietet eine massgeschneiderte Lösung für die MEM-Branche und garantiert sichere, faire und fortschrittliche Arbeitsbedingungen für über 100 000 Angestellte in 500 unterstellten Betrieben.

Nach intensiven Verhandlungen haben sich die sechs Vertragsparteien auf ein modernes Vertragspaket geeinigt. Dieses nimmt die Herausforderungen der MEM-Branche durch den technologischen Wandel auf und erhöht die Attraktivität der MEM-Branche für Arbeitnehmende und Berufseinsteiger.

Neue berufliche Perspektiven dank Weiterbildungsoffensive

„Als Bildungsverband hat sich der Kaufmännische Verband insbesondere für den Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit und die Stärkung der Weiterbildung in der Branche eingesetzt“, so Karin Oberlin, Leiterin Sozialpartnerschaft, kfmv. Mit dem Bekenntnis der Arbeitgeber, die Weiterbildung der Arbeitnehmenden durch den GAV zu stärken, konnte ein wichtiges Anliegen des Kaufmännischen Verbandes eingebracht werden. „Die verstärkte Verpflichtung der Firmen wird durch die Sozialpartner zusätzlich unterstützt, indem der bestehende Weiterbildungsfonds neu auch die Herausforderungen der Digitalisierung auf Funktions- und Jobveränderungen abfedern kann. Die neu vorgesehene MEM-Passerelle 4.0 soll Arbeitnehmenden durch Umschulung oder Weiterqualifizierung neue berufliche Perspektiven eröffnen und so den Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit sicherstellen“, erklärt Oberlin weiter.

Erhöhung von Wochenarbeitszeit verhindert

Die von den Arbeitgebern mit Vehemenz geforderte Erhöhung der Wochenarbeitszeit konnte durch die Arbeitnehmerverbände und Gewerkschaften dank geeintem Gewicht erfolgreich verhindert werden. Nach wie vor gilt damit die 40-Stunden-Woche. Für die Arbeitnehmer ein grosser Erfolg. Dafür bezahlten die Angestelltenverbände und Gewerkschaften einen hohen Preis: So musste u.a. auf wichtige Forderungen, wie das KTG-Obligatorium oder die generelle Erhöhung der Mindestlohnklassen, verzichtet werden. Ebenso haben die Angestelltenorganisationen der Möglichkeit zugestimmt, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretung ohne Einbezug der Sozialpartner eine temporäre Arbeitszeiterhöhung in Krisenfällen um neun Monate ausdehnen können.

Attraktive Arbeitsbedingungen für Frauen und jüngere Arbeitnehmende

Insgesamt begrüsst der Kaufmännische Verband das Verhandlungsergebnis. Umso mehr als das vorliegende Verhandlungspaket nebst den Kernanliegen weitere wichtige Forderungen des Verbandes beinhaltet: Die Attraktivität der Branche für Frauen und jüngere Arbeitnehmende wird dank flexiblen Arbeitsmodellen, Teilzeit- und Home-office-Möglichkeiten gestärkt. Ebenso hat sich die Branche zu einer besonderen Sorgfaltspflicht gegenüber älteren Mitarbeitenden verpflichtet. Mit der neuen Koppelung der Mindestlöhne an die Entwicklung des Landesindexes der Konsumentenpreise und der jährlichen Anhebung der Löhne in den Regionen Tessin und Jura wurde ein wichtiges Signal gesetzt. Zudem werden neu jährlich alle Mindestlöhne durch eine externe Revisionsstelle kontrolliert. Durch die Überführung der Sozialpartnerschaftlichen Fonds in neue Rechtsformen kann zudem künftig den gesetzlichen Regulatorien besser Rechnung getragen und die Operabilität der Sozialpartnerschaft verbessert werden. Dies kommt wiederum den Arbeitnehmenden zugute.

Mit der Verankerung des Verzichts auf die Arbeitszeiterfassung nach Art. 73a Arbeitsgesetzverordnung 1 (ArGV1) im GAV ist den Vertragsparteien eine weitere Anpassung an heutige Arbeitsformen gelungen. Davon wird auch ein Teil der Mitglieder des Kaufmännischen Verbandes entsprechend ihrem Wunsch profitieren können.

Nach anspruchsvollen Verhandlungen mit vielen Beteiligten und verschiedene Position ist mit dem Verhandlungsergebnis eine Lösung gelungen die zeigt, dass die Sozialpartnerschaft weiterhin ein wichtiges und unabdingbares Instrument darstellt, um pragmatische, schnelle und auf die Branche massgeschneiderte Lösungen zwischen Arbeitnehmenden und Arbeitgebern zu finden.

Vorbehältlich der Zustimmung der zuständigen Gremien der Vertragsparteien wird der neue MEM-GAV per 1. Juli 2018 in Kraft treten und fünf Jahre gültig sein.

Kontakt:

Kathrin Gasser

Mediensprecherin
Mobile 079 209 44 88

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