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28. Februar 2019

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Volksinitiative und Gegenvorschlag zum Vaterschaftsurlaub sind für die plattform nicht befriedigend

Im Sinne einer zukunftsgerichteten Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialpolitik setzen sich die Angestelltenverbände der plattform schon seit langem für Gleichberechtigung, sowohl in der Arbeitswelt als auch im Bereich der Familienpolitik, ein. Weil das Kinderhaben Aufgabe der Eltern und nicht ausschliesslich der Mutter ist und Frauen nicht einseitige finanzielle- und karrierebremsende Nachteile erleiden sollen, muss Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Weiterbildung auf gesellschaftspolitischer Ebene für beide Elternteile gefördert werden. Dazu gehört auch eine mehrmonatige Elternzeit, die den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedürfnissen Rechnung trägt.


Väter haben zurzeit in der Schweiz keinen geregelten Urlaubsanspruch, erhalten aber üblicherweise 1- 2 bezahlte Urlaubstage. Mütter haben nach Geburt des Kindes Anrecht auf 14 Wochen Mutterschaftsurlaub. Damit bildet die Schweiz im OECD-Vergleich, sowohl bezüglich Vaterschaftsurlaub, als auch bezüglich Mutterschaftsurlaub, das Schlusslicht. Es besteht also dringender Handlungsbedarf.

Die plattform, bestehend aus dem Kaufmännischen Verband, Angestellte Schweiz, der Schweizer Kaderorganisation, der Zürcher Gesellschaft für Personalmanagement und veb.ch, fordert daher seit mehreren Jahren eine mehrmonatige Elternzeit, die beide Elternteile gleichermassen in die Pflicht nimmt. Denn Frauen sollten durch das Muttersein nicht einseitige finanzielle Nachteile oder Karrierehemmnisse erleiden. Mittel- und langfristig führt die Elternzeit zur stärkeren Integration von Müttern in den Arbeitsmarkt. Mit einer zunehmenden Erwerbstätigkeit der Frauen kommt auch ein höheres Erwerbseinkommen der Frauen, respektive der Haushalte. Was wiederum einen positiven finanziellen Effekt auf Steuereinnahmen und Sozialversicherungen hat und die Bildungsrendite für Staat und Gesellschaft erhöht.

Die Erwerbstätigkeit und Familienarbeit kann dadurch gleichberechtigt zwischen den Eltern aufgeteilt werden. Eine kurze Zeit, welche Väter und Mütter gleichzeitig beziehen können, kann organisatorisch durchaus sinnvoll sein: Sie entlastet die Mutter während der ersten Zeit nach der Geburt und fördert die Bindung zwischen Vater und Kind. Der indirekte Gegenvorschlag der Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerats SGK-S kann somit als Option im Zusammenhang mit einer Elternzeit betrachtet werden, da der Vaterschaftsurlaub gleichzeitig mit der Mutter bezogen werden kann. Eltern haben dadurch die Möglichkeit, ihren Alltag unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes gemeinsam neu zu organisieren.

Für die Angestelltenverbände der plattform ist der politische Prozess damit jedoch noch nicht abgeschlossen. Weder ein 2- noch ein 4-wöchiger Vaterschaftsurlaub stellen, isoliert betrachtet, eine befriedigende Option dar. Nur eine mehrmonatige Elternzeit, aufteilbar zwischen den Eltern und mit fixen Ansprüchen für Mütter und Väter kann den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedürfnissen Rechnung tragen.

Gemäss einer im Auftrag der Eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen EKFF durchgeführten Metaanalyse (2018) zur Wirkung einer Elternzeit, sprechen zahlreiche Gründe dafür: Von einer verbesserten physischen und psychischen Gesundheit von Müttern und Kindern, über eine bessere Bindung zwischen Vater und Kind, bis hin zu einer signifikant höheren Erwerbstätigkeit von Müttern. Zudem kann die Elternzeit auch einen anderen Aspekt gesellschaftlicher Ungleichheit beseitigen: Derzeit kehrt nur eine Minderheit der Frauen nach 14 Wochen an ihren Arbeitsplatz zurück; vor allem diejenigen, die sich einen unbezahlten Urlaub nicht leisten können.

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