kfmv_Entry_Single_35_0296_RGB_300dpi

Das kaufmännische Glossar von A bis Z

Rund um die Lehre gibt es viele Fachbegriffe, die einer Erklärung bedürfen. Der Kaufmännische Verband hat die Wichtigsten in alphabetischer Reihenfolge zusammengestellt.

Arbeits- und Lernsituationen (ALS)

Prüfungselement im Betrieb: Die Berufsbildner/innen beurteilen aufgrund der von den Branchen vorgegebenen Gesichtspunkten die Leistung und das Verhalten der Lernenden am Arbeitsplatz. Die ALS sind vergleichbar mit Zielvereinbarungs- und Qualifikationsgesprächen in der Arbeitswelt.

Ausbildungsbranche

Die Ausbildung und das Qualifikationsverfahren im Beruf "Kauffrau/Kaufmann" erfolgen nach der Lern- und Leistungsdokumentation und der betrieblichen Prüfung einer vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation zugelassenen Ausbildungs- und Prüfungsbranche wie Bank, Versicherung, Chemie, Handel usw. Im kaufmännischen Bereich gibt es 21 Ausbildungsbranchen.

Ausbildungsprogramm

Lehrbetriebe haben für ihre Lernenden ein individuelles Ausbildungsprogramm zu erstellen, dessen Einhaltung von den Auszubildenden laufend im Sinne einer eigenverantwortlichen Lernkontrolle überprüft wird. Die Anleitung und ein Muster finden sich in der branchenspezifischen Lern- und Leistungsdokumentation.

Ausbildungsverantwortliche/r (Praxisbildner/in)

Die/der Ausbildungsverantwortliche betreut die Lernenden bei ihrem Einsatz in den einzelnen Abteilungen. Die Hauptaufgaben sind die Ausbildung der Lernenden am Arbeitsplatz sowie die Bewertung der ALS und der PE.

Ausbildungsziele

Sie beinhalten die beiden allgemeinen Zielebenen, Leitziele und Richtziele, und sind für alle Branchen identisch. Daraus ableitend werden branchenspezifische Leistungsziele definiert.

Berufsbildner/in

Die Berufsbildner/innen bilden die Lernenden im Lehrbetrieb aus. Dafür benötigen sie eine Ausbildungsberechtigung und sind verpflichtet, die Lernenden vorschriftsgemäss auszubilden. Im Lehrbetrieb sind sie die ersten Ansprechpersonen für alle Fragen zur Ausbildung und bei Problemen. Ihre Hauptaufgaben sind die Organisation der Arbeitseinsätze, die Zuteilung der betrieblichen Leistungsziele, die Kontrolle und Unterzeichnung der ALS und der PE sowie die Eingabe der ALS- und PE-Noten in die Datenbank DBLAP 2.

Berufsfachschule

An der Berufsfachschule findet die schulische Ausbildung statt. Im E-Profil umfasst die schulische Ausbildung insgesamt 1800 Lektionen, im M-Profil 2260 Lektionen.

Berufsmaturität (BM)

Die kaufmännische Berufsmaturitätsschule stellt eigentlich den dritten kaufmännischen Ausbildungstypus dar. Voraussetzung für den Besuch ist meist eine Aufnahmeprüfung. Die Berufsmaturitätsschule führt zur eidgenössischen Berufsmaturität. Der Abschluss berechtigt zum prüfungsfreien Eintritt in eine Fachhochschule (für die kaufmännische BM in der Regel betriebswirtschaftliche Richtung). Nach Lehrabschluss kann die Berufsmatura vollzeitlich oder berufsbegleitend nachgeholt werden (BM 2).

Berufspraxis mündlich

Prüfungselement aus dem betrieblichen Teil: Mündliche Prüfung, in der eine typische betriebliche Situation als Rollenspiel dargestellt und die kommunikativen Fähigkeiten der Kandidierenden geprüft werden. Gegenstand sind Leistungsziele des Betriebs und der überbetrieblichen Kurse sowie der Praxisbericht.

Berufspraxis schriftlich

Prüfungselement aus dem betrieblichen Teil: Schriftliche Prüfung unter dem Aspekt von Wissen und Handlungsorientierung. Gegenstand sind Leistungsziele des Betriebs und der überbetrieblichen Kurse.

Bestehensnorm

Gibt an, unter welchen Bedingungen der betriebliche bzw. schulische Teil des Qualifikationsverfahren als bestanden gilt.

Bildungsbericht

Bericht (von Branche vorgegebenes Formular), in welchem die Bewertungen der ALS festgehalten werden.

Erfahrungsnote

Erfahrungsnoten sind der auf ganze oder halbe Noten gerundete Durchschnitt der Zeugnisnoten, die während der bis zum Qualifikationsverfahren absolvierten Ausbildungsjahre (je nach Prüfung zwei oder drei Jahre) im jeweiligen Lernbereich erzielt werden. Auch der Durchschnitt der einzelnen Beurteilungen in den Bereichen "Arbeits- und Lernsituationen", "Prozesseinheiten/üK-Kompetenznachweise" oder "Vertiefen und Vernetzen (V&V)" gilt jeweils als Erfahrungsnote.

Fachnote

Die für ein bestimmtes Prüfungsfach erteilte Note. In der Regel werden Prüfungsfächer in einzelne Positionen (Prüfungsnote/Erfahrungsnote) gegliedert. Die Fachnoten sind der Durchschnitt aus den jeweiligen Positionsnoten und werden auf eine Dezimalstelle gerundet. In einzelnen Fächern entspricht die Fachnote einer einzelnen Prüfungsnote; in diesem Fall werden halbe und ganze Noten gesetzt.

Gesamtnote

Das Ergebnis des schulischen und betrieblichen Qualifikationsverfahrens wird je mit einer Gesamtnote ausgedrückt. Diese wird aus dem gewichteten Durchschnitt der jeweiligen Fachnoten auf eine Dezimalstelle gerundet.

Grundbildung

Als berufliche Grundbildung wird die duale Ausbildung im Betrieb und in der Schule bezeichnet. Grundbildungen bieten auch Handels- und Informatikmittelschulen, Lehrwerkstätten und Lehrverbünde an. Die Grundbildung soll den Lernenden bestimmte Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln: berufsspezifische Qualifikationen, um später den Beruf ausüben zu können; Allgemeinbildung, um sich auf dem Arbeitsmarkt behaupten und in die Gesellschaft integrieren zu können; wirtschaftliche, ökologische, soziale und kulturelle Qualifikationen für eine nachhaltige Entwicklung; Selbstständigkeit im Denken und die Fähigkeit und Bereitschaft zum lebenslangen Lernen.

Die kaufmännische Grundbildung dauert drei Jahre und gliedert sich in die drei Ausbildungsbereiche Basisbildung (B-Profil), Erweiterte Grundbildung (E-Profil) und Erweiterte Grundbildung mit Berufsmaturität (M-Profil). Sie schliesst mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis als Kaufmann/Kauffrau und beim M-Profil zusätzlich mit der Berufsmaturität ab. Für die gesamte berufliche Grundbildung ist das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation zuständig.

IKA

Abkürzung für den Lernbereich "Information/Kommunikation/Administration"

Leistungsziel

Das Leistungsziel beschreibt die Leistungen, die am Schluss der Lehre von einer Lernenden bzw. einem Lernenden verlangt werden können. Die Leistungsziele sind für Betrieb, überbetriebliche Kurse und Schule unterschiedlich. Je nach Branche können die Leistungsziele auch in Pflicht- und Wahlpflichtziele unterteilt werden.

Lernbereich/Leitziel

Fächerübergreifender Handlungskompetenzbereich der Ausbildung. Beispiel: "Branche und Betrieb", "Wirtschaft und Gesellschaft".

Lerndokumentation

Instrument zur Förderung selbst gesteuerten Arbeitens und Lernens der Lernenden. Es handelt sich um eine persönliche Lernfortschrittskontrolle. Wird einmal pro Semester durch die Berufsbildnerin oder den Berufsbildner kontrolliert, aber nicht benotet.

Lernort

Ort, an dem Wissen und Können vermittelt werden. Die schweizerische duale Berufsbildung kennt die folgenden drei Lernorte: Lehrbetrieb, überbetrieblicher Kurs, Berufsfachschule.

Lern- und Leistungsdokumentation (LLD)

Die branchenspezifischen LLD geben einen Überblick über die kaufmännische Grundbildung und den Aufbau der Lehrzeit. In der LLD werden die Leistungsziele spezifiziert sowie Instrumente und Wegleitungen zu einzelnen Qualifikationselementen und zu den überbetrieblichen Kursen zur Verfügung gestellt.

Profil

Die kaufmännische Grundbildung kann auf zwei Anspruchsstufen durchlaufen werden, dem Profil Basisbildung (B) oder dem Profil Erweiterte Grundbildung (E). Im E-Profil kann zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besucht werden (E+BM).

Prozesseinheiten (PE)

Prüfungselement aus dem betrieblichen Teil: Die Lernenden beschreiben und analysieren je nach Branche 0–2 betriebliche Arbeitsabläufe. Damit soll das bereichsübergreifende Denken und Handeln gefördert werden.

Qualifikationsverfahren (QV)

Schlussprüfung am Ende der Lehre zum Erreichen des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses. Sie setzt sich je zur Hälfte aus dem betrieblichen und dem schulischen Teil zusammen. Für das Bestehen des QV müssen beide Teile mit genügender Note abgeschlossen werden.

Richtziele

Konkretisieren die Leitziele und beschreiben Einstellungen, Haltungen oder übergeordnete Verhaltenseigenschaften der Lernenden.

Selbstständige Arbeit (SA)

Zählt zur Erfahrungsnote Projektarbeiten für den schulischen Teil des Qualifikationsverfahrens: Die Lernenden bearbeiten im dritten Lehrjahr eine Aufgabe, die mehrere Kompetenzen aus den Lernbereichen "Wirtschaft und Gesellschaft", "Information/Kommunikation/Administration" oder Standardsprache abdeckt.

Standardsprache

Die lokale Landessprache am Schulort.

Überbetriebliche Kurse (üK)

In der kaufmännischen Grundausbildung werden diese obligatorischen Kurse von den zugelassenen Ausbildungsbranchen durchgeführt. Sie ergänzen die betriebliche und schulische Bildung, indem sie branchenspezifische Fachkompetenzen vermitteln sowie in Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen einführen.

üK-Kompetenznachweise (üK-KN)

Im Rahmen der überbetrieblichen Kurse müssen Lernende in gewissen Branchen zwei üK-Kompetenznachweise absolvieren. Diese ersetzen in den entsprechenden Branchen die Prozesseinheiten. Die Benotung dieser Kompetenznachweise fliesst in die Erfahrungsnote betrieblicher Teil ein.

Vertiefen und Vernetzen (V&V)

In der Berufsfachschule unterrichtetes Lerngefäss. Soll die Entwicklung von Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen gezielt fördern.

Wirtschaft und Gesellschaft (W&G)

Lernbereich; dessen Umfang ist im Katalog der Ausbildungsziele für den schulischen Teil der Lehre geregelt.

kfmv_Startup_Silh_Peo_08_0009_K_150dpi_tr

Mitglied werden lohnt sich!

Ihre Vorteile auf einen Blick