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Weiterbildung lohnt sich – für alle

Es gibt gute Gründe für eine Weiterbildung. Der Kaufmännische Verband liefert Ihnen die Argumente, um Ihren Arbeitgeber zu überzeugen und rät zu einer Weiterbildungsvereinbarung.

Als Arbeitnehmende müssen Sie die Initiative ergreifen. War Weiterbildung in Ihrem letzten Qualifikationsgespräch und auch seither kein Thema? Dann ist es an der Zeit, mit Ihren Vorgesetzten oder der Personalabteilung darüber zu sprechen. Machen Sie Ihnen klar, dass es sich um eine Win-Win-Situation handelt.

Gute Gründe für eine Weiterbildung

  • Weil Sie finanziell profitieren.
  • Weil Sie innovativer und produktiver werden.
  • Weil Sie flexibler sind und rascher anspruchsvolle Arbeiten übernehmen können.
  • Weil Sie dadurch zu einer Position mit hoher Wertschätzung kommen.
  • Weil Sie aus einer allfälligen Erwerbslosigkeit schneller zurück in die Arbeitswelt finden.

So argumentieren Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber für eine Weiterbildung:

  • Das Unternehmen profitiert ökonomisch.
  • Persönliche Weiterentwicklung führt zu Innovation und höherer Produktivität.
  • Produktivere und innovativere Angestellte tragen wesentlich zum Unternehmenserfolg bei und stärken gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit.
  • Weitergebildete Mitarbeitende sind mobiler und flexibler einsetzbar.

Weiterbildungsvereinbarung

Weiterbildungen bringen Sie persönlich weiter, aber auch Ihr Arbeitgeber profitiert massgeblich davon. Deshalb beteiligen sich Betriebe häufig finanziell oder zeitlich an den Kosten. Die Bedingungen solcher Beteiligungen sollten Sie unbedingt in einer Weiterbildungsvereinbarung festhalten.

Auf Folgendes müssen Sie achten:

Kosten

Bilden Sie die Weiterbildungskosten vollständig ab. Die Aufwendungen für Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien können Sie in der Regel der Ausschreibung des Bildungsganges entnehmen. Sollten Sie später zusätzlich kostspielige Fachliteratur benötigen, müssen Sie dafür separate Lösungen finden. Führen Sie auch die Gebühren für Prüfungen und die Ausstellung von Diplomen auf.

Regeln Sie die anfallenden Spesen wie Fahrkosten, Verpflegung, Unterkunft bei externen Blockseminaren etc. über einen Pauschalbetrag.

Wir empfehlen Ihnen, die gesamten Weiterbildungskosten hälftig zwischen sich und Ihrem Arbeitgeber aufzuteilen. Dies ist so üblich. In begründeten Fällen ist auch eine höhere Beteiligung möglich.

Dauer

Die Rechte und Pflichten von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber beginnen mit dem Start der Weiterbildung und dauern bis zu deren Abschluss beziehungsweise bis zum Ablauf der Rückzahlungspflicht. Wir raten dazu, die Gesamtlaufzeit in vollen Monaten festzuhalten.

Notieren Sie in der Vereinbarung vorsorglich auch das Vorgehen bei Nichtbestehen der Prüfung respektive Prüfungswiederholung. In der Regel wird dann die Vereinbarung verlängert und die Rückzahlungspflicht dementsprechend angepasst.

Wir empfehlen Ihnen sich ein Bild über den gesamten zeitlichen Aufwand zu machen. Sie sehen einerseits, wie gross die zeitliche Belastung für Sie wird. Andererseits dient dies Ihnen als Grundlage für die Verhandlungen mit Ihrem Arbeitgeber über dessen zeitliche Beteiligung.

Die tatsächlich aufgewendete Weiterbildungszeit und der vom Arbeitgeber angerechnete Teil liegen nämlich oft weit auseinander. Das gilt insbesondere für umfangreiche Bildungsgänge, wo Sie neben dem Präsenzunterricht auch viel Zeit für Vor-/Nachbereitung, Lernphasen, Gruppenarbeiten, Fallstudien, Diplomarbeit und Prüfungsvorbereitung aufwenden müssen.

Es gibt zwei Modelle, nach denen Sie den zeitlichen Aufwand berechnen können:

  • Wir raten zum Präsenzzeiten-Modell. Dieses umfasst als Anrechnungsgrundlage die gesamten Kurszeiten Ihres Weiterbildungsgangs, also auch Unterricht abends und/oder samstags sowie Blockseminare. In diesem unterrichtsbezogenen Modell empfehlen wir eine 50-prozentige Zeitbeteiligung Ihres Unternehmens. Bei Teilzeitanstellung ist eine pro rata Anrechnung möglich. Dieses Modell verhindert Ungleichbehandlungen zwischen Weiterbildungen mit sehr unterschiedlichen Durchführungszeiten, aber gleicher zeitlicher Belastung.
  • Eine Variante wäre das Absenzzeiten-Modell. Es geht von den Fehlzeiten aus, die durch Ihre Weiterbildung während der regulären betrieblichen Arbeitszeiten entstehen und für die Sie freigestellt werden müssen. In diesem arbeitsplatzbezogenen Modell empfehlen wir die vollständige Übernahme der Fehlzeiten durch den Arbeitgeber (100-Prozent-Beteiligung). Kennt Ihr Arbeitgeber Vertrauens- oder Jahresarbeitszeit, müssen die Berechnungen auf die entsprechenden Tagesdurchschnittswerte abgestimmt werden. Bei Teilzeitanstellung erfolgt die Übernahme pro rata.

Für vom Arbeitgeber angeordnete Weiterbildungen brauchen Sie keine Vereinbarung. In diesem Fall ist Ihr Unternehmen zur vollständigen Übernahme von Kosten und Zeit verpflichtet.


Für Mitglieder des Kaufmännischen Verbandes gibt es praktische Mustervereinbarungen zu jedem Modell sowie aufklärende Erläuterungen. Diese können als Word-Dokumente heruntergeladen werden.

  • Weiterbildungsvereinbarung

    Unsere praktischen Musterverträge helfen Ihnen, eine ideale Lösung mit Ihrem Arbeitgeber zu finden.

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    Unsere praktischen Musterverträge helfen Ihnen, eine ideale Lösung mit Ihrem Arbeitgeber zu finden.