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26. März 2019

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Stossendes Handover am Flughafen Zürich

Wie die Flughafen Zürich AG (kurz: FZAG) Anfang 2019 mitteilte, wird der Vertrag mit Careport, einem Passagierbetreuungsunternehmen der Swissport und CGS, nicht verlängert. Stattdessen soll die noch zu gründende Firma Goldwings zum Zug kommen. Rund 200 Mitarbeitende sollen ab 2020 von einer noch nicht existierenden Firma mit ausländischer Beteiligung übernommen werden. Der Kaufmännische Verband als langjähriger Sozialpartner der Luftverkehrsbranche findet diese Auftragsvergabe besonders stossend, da sie mit zahlreichen Unsicherheiten für die Angestellten verbunden ist und fordert die Vertreter des Kantons und der Stadt Zürich im Verwaltungsrat der FZAG auf, den Entscheid zu überdenken.


Ab 2020 soll der Auftrag für die Begleitung und Betreuung von Passagieren am Flughafen Zürich an eine neue Firma vergeben werden. Für den Kaufmännischen Verband ist Outsourcing in Betrieben, die auch der öffentlichen Hand gehören, besonders stossend, wenn finanzielle Aspekte als Hauptgrund für die Auftragsvergabe geltend gemacht werden und damit Merkmale wie Qualität oder langjährige Zusammenarbeit untergraben. Auch kann ein angemessener Leistungsvergleich nur schwer von einem noch nicht existierenden Vertragspartner erbracht werden.

Gerade in der Luftverkehrsbranche sind Wettbewerb und der Kostendruck in den vergangenen Jahren laufend gestiegen. Die Anforderungen an die Mitarbeitenden ebenso. "Um den Bedürfnissen von Passagieren mit Einschränkungen bei Reisen über den Flughafen Zürich gerecht zu werden, braucht es viel Empathie, Verständnis und Fingerspitzengefühl. Mit einem solchen Handover geht das ganze Know-how der Firma Careport und eine perfekt funktionierende Organisation mit sehr motivierten und speziell geschulten Mitarbeitenden verloren" betont Careport-Mitarbeiter E.U.E. (66).

Die rund 200 betroffenen Mitarbeitenden erhalten bis Ende 2019 eine Arbeitsplatzgarantie bei Careport. Bei der Vergabe an die neue Firma, gehen per Januar 2020 die Arbeitsverhältnisse mit allen Rechten und Pflichten auf die neue Firma über. Dies bedeutet, dass alle Ansprüche der Mitarbeitenden, die an dessen Dienstjahre anknüpfen vollumfänglich erhalten bleiben (z.B. Lohnfortzahlungspflicht, Kündigungsfrist). Die Mitarbeitenden können das neue Arbeitsverhältnis ablehnen oder annehmen. Unter Einhaltung der geltenden Kündigungsfristen, kann der neue Arbeitgeber mittels Änderungskündigung die Anstellungsbedingungen ändern.

Dieses Handover bringt erhebliche Unsicherheiten für alle Careport-Mitarbeitenden, aber auch für den Mutterkonzern Swissport. Der Kaufmännische Verband fordert daher die Vertreter des Kantons und der Stadt Zürich im Verwaltungsrat der FZAG auf, den Entscheid zugunsten von Careport – einem sozialgerechten und qualitativen Unternehmen – zu überdenken.

Weiterführende Links

– Interview mit Caroline Schubiger, Leiterin Beruf und Beratung beim Kaufmännischen Verband

Kontakt

Emily Unser

Verantwortliche Media Relations
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