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Frauenstreik 2019 – Weil uns Gleichstellung wichtig ist

Verbände und Gewerkschaften rufen für Freitag, 14. Juni 2019, zum landesweiten Frauenstreik auf – mit dem Ziel, breitenwirksam auf Missstände aufmerksam zu machen. Als Kompetenzzentrum für Bildung und Beruf setzt sich der Kaufmännische Verband schon lange für die Gleichstellung von Mann und Frau und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Ausbildung und Privatleben ein. Auch auf politischer Ebene.

28 Jahre nach dem landesweiten Frauenstreik vom 14. Juni 1991 rufen Verbände und Gewerkschaften für Freitag, 14. Juni 2019, wieder zu einem Streik auf. Der Kaufmännische Verband unterstützt jetzt, wie auch damals, die Anliegen zur Gleichstellung von Mann und Frau und ermutigt seine Mitglieder auf immer noch bestehende Missstände aufmerksam zu machen. Nach wie vor verdienen Frauen weniger als Männer, sind untervertreten in Führungspositionen und sind viel stärker von Altersarmut betroffen.

Rechtliche Situation

Beim Frauenstreik 2019 handelt es sich nicht um einen Streik im rechtlichen Sinn, sondern vielmehr um eine politische Kundgebung, die in keinem direkten Zusammenhang zum konkreten Arbeitsverhältnis steht. Eine allfällige Arbeitsniederlegung ist deshalb nicht durch das Streikrecht gedeckt. Folglich ratet der Kaufmännische Verband seinen Mitgliedern von einer Arbeitsniederlegung ab (siehe Verhaltensempfehlungen für Mitglieder). Eine Teilnahme am Frauenstreik vom 14. Juni 2019 sollte als bewilligte Absenz, bzw. als Urlaub bezogen werden. Dies gilt insbesondere für Arbeitnehmende, die einem GAV mit Friedenspflicht unterstellt sind. Auch sollten Lernende und Studierende dem Unterricht nicht unentschuldigt fernblieben.

Solidaritätsbekundung

Nichtsdestotrotz unterstützen wir Aktionen, die ohne Beeinträchtigung des Arbeitsverhältnisses auf die Verbesserung der Gleichstellung von Mann und Frau und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Ausbildung und Privatleben aufmerksam machen, und mit denen Sie Ihre Solidarität zum Frauenstreik ausdrücken können – z.B. durch das Tragen von violetten Foulards oder Buttons.

Der Kaufmännische Verband möchte mit gutem Beispiel voran gehen und hat die Diskussion zu aktuellen Gleichstellungsthemen mit den Mitarbeitenden und der Geschäftsleitung angestossen. Im Vorfeld des 14. Junis hat die Personalkommission zahlreiche Aktionen für einen offenen Dialog zum Thema Gleichstellung organisiert:

  • Solidaritäts-Lunch mit Frauen mit Catering, das ausschliesslich Frauen mit Migrationshintergrund beschäftigt
  • Filmabend zu den Schwierigkeiten und Errungenschaften im Gleichstellungskampf
  • Gleichstellungs-Znüni
  • Zur Verfügungstellung von offiziellen Frauenstreik-Buttons
    usw.

Politische Forderungen

Der Kaufmännische Verband sieht den landesweiten Frauenstreik als grosse Chance, um auf verschiedene Themen der Gleichberechtigung breitenwirksam aufmerksam zu machen. Der Berufs- und Bildungsverband setzt sich schon lange und u.a. auf politischer Ebene für die Gleichstellung von Mann und Frau und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Ausbildung und Privatleben ein.

Der Kaufmännische Verband sieht in folgenden Bereichen dringenden Handlungsbedarf.

Forderungen für mehr Gleichstellung

  • Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist Eltern- und nicht Frauensache.
  • Es braucht eine Elternzeit.
  • Teilzeitarbeit muss auch für Männer attraktiver werden.
  • Die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit müssen in Firmen verbessert werden, z.B. durch die Möglichkeit zum flexiblen Arbeiten, keine Sitzungen zu Randzeiten usw.
  • Auch müssen Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Ausbildung und Familie in der höheren Berufsbildung verbessert werden.
  • Die Altersvorsorge für Leute mit Einkommenslücken und niedrigen Einkommen (z.B. Teilzeitangestellte) muss besser werden.
  • Die Elternbeiträge für familienexterne Kinderbetreuung sind zu senken.
  • Steuerliche Gleichbehandlung, unabhängig vom Zivilstand.
  • Es sind steuerliche Anreize fürs Arbeiten zu schaffen (z.B. durch höheren Abzug Kinderbetreuung).
  • Es braucht mehr Frauen in Führungspositionen (z.B. durch Teilzeitkarriere, Jobsharing usw.).
  • Lohnsysteme müssen auf Diskriminierungspotenzial überprüft werden.
  • Frauen und Männer sollen am Arbeitsplatz und in der Ausbildung nicht aufgrund ihres Geschlechts anders behandelt werden.
  • Frauen müssen sich zu Hause und im öffentlichen Raum sicher fühlen können.

Weiterführende Links

Mehr Frauen in Führungspositionen

Frauen sind in Führungspositionen untervertreten. Das soll durch gezielte Förderungs- und Beförderungspolitik verbessert werden. Auch Hürden für Wiedereinsteigerinnen müssen weg. Der Kaufmännische Verband tritt klar für die Frauenförderung ein. Folgende Forderungen haben wir aufgestellt:

  • Es müssen Anreizsysteme geschaffen werden, um den Anteil der Frauen in Führungspositionen markant anzuheben. Frauen sind sich der Problematik von direkter und indirekter Diskriminierung von Arbeitnehmerinnen bewusster und können entsprechend gezielter innerbetriebliche Massnahmen treffen.
  • Mit Sensibilisierungskampagnen ist der Gleichstellung Gewicht zu verleihen. Die politischen Kräfte haben die Rahmenbedingungen für eine gleichstellungsfreundliche Wirtschaftspolitik mit konkreten Massnahmen zu stärken.
  • Sowohl Unternehmen als auch Politik haben alles daran zu setzen, dass die diskriminierende Lohndifferenz innert Kürze wesentlich reduziert wird. Insbesondere ist Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern der gleiche Lohn zu bezahlen.

Wir stellen auch als Sozialpartner in unserer GAV-Politik diese Forderungen. Ergänzend setzen wir uns dafür ein, dass insbesondere in öffentlichen Unternehmen und Institutionen relative Frauenquoten verankert und vorangetrieben werden. Das Parlament sollte entsprechende Vorschriften für börsenquotierte Unternehmen erlassen.

Medienanfragen

Emily Unser

Verantwortliche Media Relations
und Public Affairs
Telefon +41 44 283 45 60

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Ursula Häfliger

Verantwortliche Politik
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