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So gelingt Homeoffice

    Wer zu Hause arbeitet, sollte einige Punkte beachten. Absprachen, Stressmanagement und Disziplin gehören dazu.

    Homeoffice hat seit der Corona-Krise massiv an Bedeutung gewonnen. Es gibt nach wie vor unterschiedliche Meinungen: Die einen loben es, sehen in der Arbeitsform den Schlüssel zu mehr Produktivität, hoher Motivation und stimmiger Vereinbarkeit unterschiedlicher Lebenswelten. Andere verteufeln die Arbeit zu Hause. Man beute sich aus, vereinsame und sei abgehängt vom informellen Austausch im Büro.

    Klar ist: Beide Arbeitsformen haben Vorzüge und Nachteile. Auf jeden Fall entspricht (massvolles) Homeoffice den Trends der Arbeitswelt 4.0: mobiles Arbeiten, Flexibilität und Agilität. Entscheidend für erfolgreiches Homeoffice ist das Beachten einiger Grundsätze. Wir haben sie zusammengetragen.

    Arbeitgeber

    Homeoffice funktioniert nur, wenn der Arbeitgeber mit dieser Arbeitsform einverstanden ist. Es braucht klare Abmachungen. Welche Funktionen erlauben Homeoffice? Wie oft ist Homeoffice sinnvoll/möglich? Wie stellt man die Kommunikation im Team sicher? Bedeutet Homeoffice eines Mitarbeiters zusätzlichen Aufwand für seine Kolleginnen und Kollegen? Und falls ja: Wie wird das kompensiert? Wie steht es mit der Sicherheit von heiklen Daten? Schliesslich: Arbeiten Heimwerker mit eigenen Geräten oder stellt der Arbeitgeber die Geräte zur Verfügung? Es ist sinnvoll, Homeoffice im Team zu besprechen.

    Freiwilligkeit

    Nicht allen liegt Homeoffice. Die einen schätzen es, einen oder mehrere Tage von zuhause aus zu arbeiten. Sie können sich besser auf anspruchsvolle Aufgaben konzentrieren – so lautet ein oft gehörtes Argument – und sie mögen die Abwechslung: weniger pendeln, ein neuer Ort, andere Rituale. Dann gibt es aber auch Menschen, die mit Homeoffice nichts anfangen können. Sie bevorzugen eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit. Wenn sie das Büro verlassen, wollen sie nichts mehr vom Job hören. Das sollte man respektieren, vor allem in Zeiten, in denen sich Arbeit und Privatleben immer mehr vermischen.

    Einsamkeit

    Skeptiker von Homeoffice sagen: Diese Arbeitsform führt zu Einsamkeit. Es gibt keinen informellen Austausch, keine gemeinsamen Kaffeepausen, keine zufälligen und inspirierenden Gespräche. Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht den Austausch. Ein Journalist hat geschrieben: «Ich kann nicht arbeiten, wo ich wohne. Ich muss das Haus verlassen. Das Büro ist für mich wie ein Lagerfeuer. Man trifft sich, ist nicht alleine, arbeitet, redet, pflegt Rituale.»

    Disziplin

    Wer im Homeoffice arbeitet, muss diszipliniert sein. Das ist im Büro einfacher, weil es dort meist weniger Ablenkung gibt. Daheim kann ich den Abwasch machen, Kleinkram erledigen, telefonieren und Zeitung lesen, bevor ich um zehn Uhr mit der Arbeit beginne. Das macht unzufrieden, weil ich wenig zustande bringe. Wenn ich im Homeoffice bin, halte ich mich an Zeiten. Arbeiten, die eine hohe Konzentration verlangen und mehrere Stunden dauern, packt man am besten gleich an: keine Mails, kein Surfen, keine Telefonate. Das alles verschiebt man auf später. Solches Verhalten ist auch sinnvoll, weil man zu Beginn einer Arbeitssequenz fokussiert arbeitet; mit der Zeit lässt die Konzentration nach.

    Häufigkeit

    Im Homeoffice arbeite ich konzentriert, weil ich dem Grossraumrauschen nicht ausgesetzt bin und nicht andauernd von Kolleginnen und Kollegen unterbrochen werde. Mit der Zeit kann meine Produktivität allerdings nachlassen, weil etwas fehlt: Begegnungen und Austausch (siehe Einsamkeit). Sinnvoll ist daher eine Kombination von Büroarbeit und Homeoffice. Ein bis zwei Tage Homeoffice gelten als ideal. Wenn ich im Büro bin, dominiert der Austausch, zuhause die konzentrierte Arbeit. Natürlich hängt Homeoffice stark von den Aufgaben ab. Gewisse Jobs erledigt man besser im Büro, andere im ruhigen Homeoffice.

    Flexibilisierung

    Ein Trend unserer Arbeitswelt ist Flexibilität und Agilität. Flexibles Arbeiten heisst: Ich arbeite zeit- und ortsunabhängig, von unterwegs, beim Kunden, in einem Coworking Space oder eben zuhause. Ich muss schnell auf die Bedürfnisse von Teams und Kunden reagieren. Das kann einen stark unter Druck setzen. Es ist daher wichtig, sich abzugrenzen. Flexibles Arbeiten kann beflügeln, falls ich mehrheitlich zeitautonom, also nicht fremdbestimmt bin.

    Ruhezeiten

    Im Homeoffice besteht die Gefahr, sich auszubeuten. Man will einen Job zum Abschluss bringen und arbeitet bis spät in die Nacht oder am Wochenende. Das ist auf Dauer ungesund. Andere Tätigkeiten, Ruhezeiten, die viel zitierte Work-Life-Balance sind wichtig. Gefragt ist einmal mehr: Disziplin. Auch wenn es sich gut anfühlt, lange zu arbeiten. Man sollte anderem Raum geben. Körper und Psyche werden es danken.

    Infrastruktur

    Wer zuhause arbeitet, ist auf eine angemessene Infrastruktur angewiesen. Dazu gehört neben Computer und Drucker auch ein Ort, an dem man ungestört ist und in Ruhe arbeiten kann. Und: Die Kinderbetreuung muss gewährleistet sein. Job und Familie vereinbaren heisst nicht, gleichzeitig zu den Kindern schauen und für das Geschäft arbeiten.

    Weitere Informationen

    Autor

    • Rolf Murbach

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