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Als Arbeitnehmerverband engagieren wir uns für Chancen- und Lohngleichheit aller Personen im Arbeitsleben.

Was Arbeitnehmende verdienen, wie viele Stellenprozente sie arbeiten und welche Position sie in ihrer Karriere erreichen, sollte nicht vom Geschlecht oder anderen individuellen Merkmalen abhängig sein. Wir setzen uns deshalb für Chancengleichheit im Arbeitsleben ein und verurteilen soziale Diskriminierung von Minderheiten. Neben unseren Forderungen auf politischer Ebene finden Sie bei uns nützliche Unterlagen und Tipps für Arbeitnehmende und Unternehmen zum Thema.  

Für eine gute Balance zwischen Arbeits- und Privatleben

Die Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben muss sowohl für Frauen als auch für Männer möglich sein. Teilzeitarbeit, flexible Modelle wie Jobsharing sowie die Einführung eines Elternurlaubs sind Beispiele dafür, die uns diesem Ziel einen Schritt näherbringen.

Teilzeitarbeit und Jobsharing

Frauen und Männer sollten auch in qualifizierten Stellen und in Führungspositionen die Möglichkeit erhalten, Teilzeit oder im Jobsharing zu arbeiten. Insbesondere mit dem Jobsharing kann eine eigentliche Vollzeit-Funktion gut mit Teilzeitarbeit ausgeübt werden. Eine erleichterte Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf und eine gesunde Work-Life-Balance zahlen sich auch für Unternehmen aus.

  1. Vorteile

    • Eine erhöhte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben wirkt sich positiv auf die unternehmerische Wertschöpfung aus: Mitarbeitende sind weniger gestresst und somit motivierter, ausgeglichener und gesünder. Zufriedenheit im Job fördert zudem Kreativität, Loyalität sowie die Effizienz bei der Arbeit.
    • Teilzeitangestellte können flexibler eingesetzt werden, was sich positiv auf die Auslastung innerhalb des Unternehmens auswirkt.
    • Teilzeitarbeit oder Jobsharing kann älteren Mitarbeitenden den Weg in die Pensionierung vereinfachen.

    Nachteile

    • Bei Teilzeit- und Jobsharing-Modellen braucht es eine besonders gute Koordination und Abstimmung im Team.
    • Ein Teilzeit-Modell kann zur Folge haben, dass sich die Verwaltungsaufwendungen und Arbeitsplatzkosten erhöhen.
  2. Vorteile

    • Mit einer Teilzeitstelle schaffen Sie sich mehr Raum für Ihre Bedürfnisse im Privatleben. Durch die Schaffung einer besseren Work-Life-Balance können Sie sich während der Arbeitszeit voll und ganz auf Ihre beruflichen Aufgaben konzentrieren und so mehr Effizienz erreichen.
    • Das Jobsharingmodell eignet sich auch gut für Kaderstellen, da zwei Personen zusammen eine Vollzeitstelle besetzen, die nicht Vollzeitarbeit verlangt. Damit kann trotz Teilzeit die Karriere weiterverfolgt werden.

    Nachteile

    • Durch Teilzeitarbeit wird im entsprechenden Umfang auch das Einkommen reduziert.
    • Meist kommen durch Teilzeitarbeit Kosten für die familienexterne Kinderbetreuung dazu.
    • Teilzeit Arbeitende sind bei der Altersvorsorge, insbesondere bei der 2. Säule (Pensionskasse), meist benachteiligt. Die Versicherung in einer Pensionskasse ist erst ab einem gewissen Jahreseinkommen obligatorisch. Viele Pensionskassen bieten aber die Möglichkeit, Teilzeit Arbeitende mit niedrigeren Einkommen zu versichern. Tipp: Wenn immer möglich, sollten Sie freiwillige Einzahlungen in die Säule 3a oder in die Pensionskasse prüfen. Erreichen Sie als Arbeitnehmende/r mit mehreren Teilzeitstellen das pflichtige Jahreseinkommen, können Sie ausserdem verlangen, dass alle Arbeitgeber einen Beitrag in die Pensionskasse einzahlen. Das ist Ihr gutes Recht.
  3. Bevor Sie sich für ein Teilzeitarbeitsmodell entscheiden, empfehlen wir Ihnen, sich Gedanken um mögliche private und berufliche Konsequenzen zu machen. Je besser Sie informiert und vorbereitet sind, desto selbstbewusster und überzeugender können Sie auftreten. Hier die wichtigsten Punkte:

    • Klären Sie ab, ob Ihr Arbeitgeber Teilzeitarbeit oder andere Arbeitsmodelle anbietet.
    • Halten Sie die Bedürfnisse Ihrer Familie fest. Klären Sie, ob Ihre Rollenvorstellung und die Ihrer Partnerin oder Ihres Partners mit einer Teilzeitstelle vereinbar ist.
    • Diskutieren Sie die verschiedenen Arbeitsmodelle und die daraus folgenden neuen Rollenmodelle sowie die Kinderbetreuung.
    • Bedenken Sie allfällige Auswirkungen auf Ihre Aufstiegs- und Weiterbildungschancen.
    • Prüfen Sie Ihre finanzielle Lage und überlegen Sie sich, ob Sie bereit sind, auf einen Teil Ihres Einkommens zu verzichten. Beziehen Sie auch Nachteile bezüglich Sozialversicherungen und Altersvorsorge mit ein.
    • Treffen Sie einen Vorentscheid für ein Arbeitsmodell, stellen Sie ein realistisches Budget auf und notieren Sie die Vor- und Nachteile des gewählten Modells.
    • Klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber ab, wie sich eine Teilzeitanstellung auf Ihre Arbeitszeiten, Ihre Funktion, mögliche Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten auswirkt und was das neue Modell für Ihre Vorsorge bedeutet. Grundsätzlich gilt: Teilzeitangestellte haben Anspruch auf dieselbe Behandlung und Förderung wie Vollzeitangestellte.
    • Sofern Sie im Jobsharingmodell arbeiten möchten/können, sollten Sie sich darüber bewusst sein, dass Sie von da an alles mit Ihrem/r Berufspartner/in teilen müssen – neben der effektiven Arbeit sind das u.a. Wissen, Information und Macht. Kommunikation, Offenheit und Vertrauen werden zu den wichtigsten Koordinationsfaktoren.
    • Klären Sie die familiäre und/oder externe Kinderbetreuung im Detail inklusive Kosten ab.

Elternzeit

Die Schweizer Gesetzgebung kennt bis heute keinen bezahlten Vaterschaftsurlaub. Falls frischgebackenen Vätern Freitage zugestanden werden, geschieht dies auf Freiwilligenbasis und im Rahmen der «üblichen freien Stunden und Tage» für familiäre Ereignisse. Im Schnitt gewähren Arbeitgeber zwischen einem und drei Tag(en) Urlaub, einzelne Vorreiter im Schweizer Arbeitsmarkt gewähren einen Vaterschaftsurlaub von zwei, drei oder gar vier Wochen. Im internationalen Vergleich hinkt die Schweiz hinterher. Die Schweiz bildet im OECD-Vergleich sowohl bezüglich Mutterschaftsurlaub als auch bezüglich Vaterschaftsurlaub das Schlusslicht. Während die Hälfte der OECD-Länder eine Mutterschafts- oder Elternzeitdauer von mindestens 43 Wochen gewährt (im Durchschnitt sogar 54 Wochen), kennt die Schweiz bis heute einzig die (geburtsbezogene) Mutterschaftsentschädigung. Selbst diese gibt es erst seit Juli 2005.

Zu unserer politischen Position und unseren Forderungen

Für mehr Lohngleichheit und -transparenz

Die Lohngleichheit ist seit 1981 in der Verfassung verankert. Bis heute ist sie aber nicht umgesetzt. Heute verdienen im privaten Sektor arbeitstätige Frauen noch immer 19,6% weniger als Männer, im öffentlichen Sektor betragen die Lohnunterschiede im Durchschnitt 16,7%. Bei gleicher Funktion und Erfahrung wäre vom Arbeitgeber jedoch der gleiche Gesamtlohn geschuldet. Als Arbeitnehmerverband fördern und fordern wir Lohngleichheit zwischen Mann und Frau.  Sowohl auf politischer als auch auf wirtschaftlicher Ebene setzen wir uns für faire, diskriminierungsfreie und transparente Lohnsysteme in Unternehmen ein.  In unserer Rolle als Sozialpartner ergreifen wir Massnahmen zur Durchsetzung der Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern (z.B. durch periodisch durchgeführte Kontrollen).

Das fordern wir vom Bundesrat

Für mehr Frauen in Führungspositionen

Der Kaufmännische Verband tritt klar für die Frauenförderung ein. Frauen sind in Führungspositionen untervertreten. Das soll durch gezielte Förderungs- und Beförderungspolitik verbessert werden. Auch Hürden für Wiedereinsteigerinnen müssen abgeschafft werden.

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