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Die Massnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus werfen viele arbeitsrechtliche Fragen auf. Wie schützt der Arbeitgeber seine Mitarbeitenden? Darf oder muss man von Zuhause arbeiten? Muss man eine Maske im Büro tragen? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Allgemeine Fragen

  1. Aus Angst, angesteckt zu werden, können Arbeitnehmer nicht einfach so der Arbeit fernbleiben. Falls sie die Möglichkeit haben, Homeoffice zu machen, können sie ihren Arbeitgeber anfragen, ob sie davon vermehrt Gebrauch machen können. Falls möglich, können sie auch Urlaub nehmen.

    Falls Arbeitnehmer selber den Verdacht haben, ansteckend zu sein, da sie evtl. Symptome aufweisen, können sie in dieser Situation wie in jedem anderen Krankheitsfall zu Hause bleiben. Sie müssen das entsprechende Arztzeugnis erst nach 5 Tagen ihrem Arbeitgeber einreichen. 

  2. Der Arbeitgeber hat aber aufgrund seiner Fürsorgepflicht alles zu unternehmen, damit die Möglichkeit einer Ansteckung möglichst geringgehalten werden kann (z.B. Hygienemassnahmen, Homeoffice, keine Auslandeinsätze usw.). Nach OR 328 muss er aufgrund seiner Fürsorgepflicht entsprechende Massnahmen ergreifen, auf die Gesundheit gebührend Rücksicht nehmen und Weisungen erteilen. Die Massnahmen müssen selbstverständlich verhältnismässig sein und dürfen nicht in Persönlichkeitsrechte eingreifen.

  3. Die Bestimmungen zum Schutz von besonders gefährdeten Personen gelten seit Juni 2020 nicht mehr. Arbeitgeber müssen nur noch noch die allgemeinen Schutzmassnahmen einhalten. Dies bedeutet, dass er aufgrund seiner Fürsorgepflicht für ausreichenden Gesundheitsschutz  sorgen muss, indem die Hygiene- und Verhaltensregeln eingehalten werden. Soweit möglich sollten Angestellte, die einer Risikogruppe angehören, im Homeoffice arbeiten. Weitere Informationen für besonderes gefährdete Personen

  4. Das ist eine ganz heikle Frage. Die Fürsorgepflicht verpflichtet zwar den Arbeitgeber, den Arbeitnehmern Schutz und Fürsorge zu verschaffen und alles zu unterlassen, was ihren berechtigten Interessen entgegenstehen könnte. Ob der Arbeitgeber im Falle einer Ansteckung am Arbeitsplatz seiner Sorgfalts- und Fürsorgepflicht nachgekommen ist oder nicht, d.h. ob er alles unternommen hat, um die berechtigten Interessen des Arbeitnehmers zu schützen, muss jeweils im Einzelfall geprüft werden.

  5. Liegt der Grund für die Arbeitsunfähigkeit in den persönlichen Verhältnissen des Arbeitnehmers, besteht nach Art. 324a OR auch weiterhin eine Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers. Das heisst: Arbeitnehmer, bei denen das neue Coronavirus nachgewiesen wird und die krankheitsbedingt ausfallen, haben weiterhin Anspruch auf Lohn.

  6. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt folgende Massnahmen gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus

    • Abstand halten (min. 1.5m)
    • Maske tragen, wenn Abstand nicht möglich ist
    • Regelmässig gründlich Hände waschen
    • In Taschentuch oder Armbäuge husten und niesen
    • Bei Symptomen sofort testen lassen und zuhause bleiben
    • Covid-App herunterladen

    Alle aktuellen Massnahmen finden Sie unter: bag-coronavirus.ch.

  7. Aufgrund seiner Fürsorgepflicht und auch wegen möglichen Haftungsansprüchen von Kunden etc. kann der Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern verlangen, dass sie sich testen lassen.

  8. Nein. Der Arbeitgeber darf grundsätzlich nicht über die Freizeit der Arbeitnehmer bestimmen. Wem jedoch nachgewiesen werden kann, dass die Quarantäne selbstverschuldet ist, riskiert während der 10 Tage weder Lohn noch Erwerbsersatz zu erhalten. Die Zulässigkeit der Kündigung müsste individuell überprüft werden.

Letzte Aktualisierung: 28.10.2020

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