Seitennavigation & Suche

Die Corona-Situation ist besonders für Studierende, Lernende und Berufs- und Praxisbildner/innen eine Herausforderung. Wie sieht die Situation im Betrieb und an Berufsfach- und Weiterbildungsschulen aus? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Im Lehrbetrieb

  1. Aktuell gilt für alle Mitarbeitende inklusive Lernende eine Homeoffice-Empfehlung. Somit empfiehlt der Bund, überall dort Homeoffice anzuordnen, wo dies aufgrund der Art der Aktivität möglich und mit verhältnismässigem Aufwand umsetzbar ist.

    Für viele KV-Lernende kann Homeoffice eine sinnvolle und in der Regel praktikable Lösung sein, um sowohl den Gesundheitsschutz als auch die Weiterführung der Ausbildung zu gewährleisten. Der Kaufmännische Verband fordert alle Lehrbetriebe auf, ihren Lernenden das Arbeiten im Homeoffice, wenn machbar und im Sinne der/des Lernenden, zu ermöglichen, sie bei der Einrichtung ihres Arbeitsplatzes zu Hause zu unterstützen und ihnen die dafür erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Weitere Informationen und Praxistipps dazu im Merkblatt Homeoffice für KV-Lernende.

    Wie viele Tage die Lernenden im Homeoffice und im Betrieb arbeiten, muss  jeder Arbeitgeber individuell auf die neue Situation seiner Branche und seines Betriebs anpassen.

    Fürs Homeoffice gilt: Die Berufs- und Praxisbildner/innen sollen den Lernenden klare Arbeitsaufträge mitgeben. Die Kommunikation und der Austausch von Informationen kann über E-Mail, Telefon, Videokonferenzen und Desktop-Sharing sichergestellt werden. Mittels Desktop-Sharing ist es auch möglich, einzelne Arbeitsschritte den Lernenden vorzuzeigen.

    Die Rahmenbedingungen, wie z.B. die Arbeitszeit, die Erreichbarkeit und Anleitungen für Videokonferenz-Tools (wie Zoom, Microsoft Teams, Whereby, Skype usw.) müssen durch die Betriebe vorgegeben und durch die Lernenden eingehalten werden.

  2. In gewissen Branchen besteht zum Teil ein besonderer Personalmangel mit entsprechenden potenziellen Mehreinsätzen von Lernenden. Trotz der Mehrbelastung rufen die Verbundpartner und der Kaufmännische Verband die Ausbildungsbetriebe dazu auf, den Bildungsauftrag nicht zu vernachlässigen. Die arbeitsrechtlichen Regelungen (insbesondere Arbeitszeit und Überstunden/Überzeit) sowie die Vorgaben des BAG sind einzuhalten.

    Die Jugendberatung des Kaufmännischen Verbands unterstützt Lernende in solchen Situationen jederzeit gerne.

  3. Soll der Lehrbetrieb geschlossen werden, hat der Berufsbildner oder die Berufsbildnerin das kantonale Berufsbildungsamt, die Berufsfachschule sowie die Eltern unverzüglich zu benachrichtigen. Zudem sollte er oder sie sich gemeinsam mit der lernenden Person und ihren Eltern um die Fortsetzung der beruflichen Grundbildung in einem anderen Lehrbetrieb bemühen. Das Berufsbildungsamt ist bei der Suche nach einer neuen Lehrstelle behilflich.

    Der Lehrbetrieb ist unter Umständen zu Schadenersatz verpflichtet. Diese Forderungen einzuziehen, ist allerdings sehr schwer, da die betroffenen Betriebe meist nicht mehr zahlungsfähig sind. Wird die lernende Person erwerbslos, hat sie Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Bei Konkurs des Lehrbetriebs und in gewissen anderen Fällen deckt die Arbeitslosenkasse allfällige Lohnforderungen der lernenden Person für die letzten vier Monate vor der Konkurseröffnung (Insolvenzentschädigung).

  4. Schnupperlehren geben zukünftigen Lernenden Einblicke in ein Unternehmen. Meist dauern sie im kaufmännischen Bereich von einem halben Tag bis drei Tage. Auch Lehrbetriebe lernen dadurch ihre zukünftigen Lernenden kennen. Daher bieten Schnupperlehren eine optimale Eignungsüberprüfung für die Lehrstellenbesetzung. 

    Wenn aufgrund der aktuellen Corona-Situation das Schnuppern vor Ort nicht möglich ist, bestehen verschiedene Möglichkeiten die Schnuppertage in angepasster Form zu gestalten.  

    Beispielsweise können Unternehmen virtuelle Betriebsführungen und Berufsinformationen per Video anbieten, bei denen die Lernenden Einblick in ihre Lehre im Betrieb geben. Zur Eignungsabklärung können zusätzlich Gespräche und Aufträge/Gruppenarbeiten per Videokonferenz durchgeführt werden.

In Berufsfach- und Weiterbildungsschulen

  1. Präsenzveranstaltungen in weiterführenden Schulen sind seit dem 6. Juni 2020 wieder erlaubt. Die Berufsfachschulen informieren gegenüber ihren Schüler/innen, was dies für die jeweiligen Klassen und den Unterricht bedeutet. Alle Schulen haben ein Schutzkonzept ausgearbeitet, das selbstverständlich einzuhalten ist.

    Bei Fragen zum Schulunterricht und dessen Weiterführung melden Sie sich bitte direkt bei Ihrer Berufsfachschule.

  2. Ja, ab 26.6.2021 sind Präsenzveranstaltungen auf an Bildungsinstituten für Weiterbildung und die tertiäre Bildungsstufe wieder möglich. In den Innenräumen gilt weiterhin Masken- und Abstandspflicht. Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an Ihre Schule.

QV und Prüfungen

  1. Sie werden als angemeldete/r Prüfungsteilnehmende/r direkt durch die Prüfungsträgerschaft bzw. die Prüfungsorganisation über den aktuellen Stand und allfällige neue Termine informiert.

  2. Nein. Die Absolvierenden müssen die eidgenössische Prüfung abgelegt haben, damit sie ein Beitragsgesuch stellen können. Dies gilt auch, wenn eine Prüfung verschoben werden muss.

    Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich Teilbeiträge zu beantragen (Ausnahmefall). Die Bedingungen für einen Antrag auf Teilbeiträge vor der eidgenössischen Prüfung gelten wie bis anhin.

    Weitere Informationen (SBFI).

Lehrstellensuche

  1. Konkrete Tipps für den Eintritt in die Arbeitswelt und die erste Lehrstelle hat der Kaufmännische Verband hier zusammengetragen. 

    Die Berufsberatungsstellen (BIZ) stellen Bewerbungsunterlagen für die Lehrstellenbewerbung zur Verfügung und teilen Tipps auf der Seite «Berufe kennenlernen in Zeiten von Covid-19». Dort werden alternative Möglichkeiten zur klassischen Schnupperlehre aufgezeigt und entsprechende Links angegeben.

  2. Jugendliche, die keine Lehrstelle finden, müssen sich mit Brückenangeboten und Zwischenlösungen auseinandersetzen und melden sich dazu am besten beim nächsten BIZ. Informationen dazu hier.

Berufseinstieg

  1. Nach einer Berufslehre die erste Stelle zu finden, ist eine grosse Herausforderung. Insbesondere in einem aufgrund der Covid-19-Pandemie angespannten Arbeitsmarkt sind junge Berufsleute vermehrt auf Unterstützung angewiesen.

    Junge Lehrabgänger/innen sind besonders stark von der aktuellen wirtschaftlichen Lage betroffen. Verschiedene Studien zeigen, dass eine Rezession, die mit dem Berufseinstieg zusammenfällt, langfristige Auswirkungen auf die Arbeitsmarktsituation der betroffenen Arbeitnehmer/innen haben kann. Die negativen Effekte zeigen sich vor allem in Form eines tieferen Lohnniveaus. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Lehrabgänger/innen rasch im Arbeitsmarkt Fuss fassen können. Sie verfügen über eine gute und breite Grundausbildung, besitzen aber noch wenig Berufserfahrung und Spezialisierung.

  2. Du hast schon unzählige Bewerbungen verschickt, jedoch ohne Erfolg? Für Lehrabgänger/innen ohne langjährige Berufserfahrung kann der Einstieg in den Arbeitsmarkt schwierig sein. Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. Informiere dich bezüglich deiner Ansprüche auf Unterstützung und lass dich beraten. Als Angestelltenverband unterstützt dich der Kaufmännische Verband in dieser schwierigen Situation. Unseren Mitgliedern bieten wir verschiedene Beratungen an, welche eine erste Anlaufstelle sein können.

  3. Klappt es mit dem Berufseinstieg nicht gleich auf Anhieb, möchtest du dich weiter qualifizieren und/oder suchst du eine zielführende Alternative? Nach Abschluss einer beruflichen Grundbildung kannst du alternativ zu einer Anstellung auch eine Zwischenlösung wählen. 

    Denn der Abschluss einer beruflichen Grundbildung ist der erste Meilenstein auf deinem Karriereweg im Sinne des lebenslangen Lernens. Oft stellt sich schon bald die Frage nach möglichen und sinnvollen Weiterbildungen in deinem Berufsfeld. Eine solche kann dir dabei helfen dein Fachwissen zu vertiefen und neue Kompetenzen anzueignen. Dein Profil als Arbeitnehmer/in wird auf diesem Weg geschärft und du verbesserst deine Stellung auf dem Arbeitsmarkt. Damit du unter all den unzähligen Weiterbildungen genau das Angebot wählst, welches deinen Entwicklungs-Vorstellungen entspricht, ist es sinnvoll dich im Voraus zu informieren und beraten zu lassen. Zu den häufigsten Weiterbildungen direkt nach der Lehre gehört beispielsweise die Berufsmaturität (BM2) oder der Besuch eines Berufsbildner/innen Kurses.

Letzte Aktualisierung: 23.6.2021

Themen des FAQ

Weiterführende Links

Informiert bleiben

Kontakt

Bei weiteren Fragen steht Ihnen unser Rechtsdienst tatkräftig zur Seite. Rufen Sie uns an unter +41 44 283 45 10 oder schreiben Sie uns an rechtsdienst@kfmv.ch.

Bei spezifischen Fragen zur Situation in der Lehre  steht Lernenden, Eltern sowie Berufs- und Praxisbildner/innen unsere Jugendberatung zur Seite. Schreiben Sie uns an jugend@kfmv.ch.

Kostenlose Merkblätter