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Holzbau Plus: Branchenevent zu Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die Herausforderung für uns alle ist es, die Wechselwirkungen der individuellen Lebensinhalte im Auge zu halten. Auch im Holzbau gewinnt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie an Wichtigkeit und birgt Herausforderungen und Chancen zugleich. Das Thema des Branchenevents vom 19. August 2021 von Holzbau Plus in Sursee traf den Nagel sprichwörtlich auf den Kopf.

Wie steht es um die Vereinbarkeit bei den Holzbaubetrieben? Welche Einflussfaktoren sind relevant? Welche Lösungsansätze gibt es? Diese Fragen sollten auf Wunsch der Sozialpartner mit den Holzbau Plus-Betrieben erörtert werden. Ziel der Branchenevents ist es, die Herausforderungen der Holzbaubetriebe auf den Tisch zu bringen und gemeinsam praktikable Lösungsansätze zu erarbeiten.

Wo stehen die Betriebe?

Im Vorfeld zum Branchenevent wurden sowohl Betriebsleiter als auch Mitarbeitende eingeladen, an einer Umfrage zum Thema teilzunehmen. Rund 90 Mitarbeitende der 45 Holzbau Plus Betriebe nahmen trotz Ferienzeit an der Umfrage teil, was die Relevanz des Themas unterstreicht.

Die Umfrageergebnisse zeigen, gesamthaft gesehen bei den Holzbau Plus-Betrieben ein recht positives Bild. Die Mitarbeitenden sagen mehrheitlich, dass ihnen das Zusammenspiel von Erwerbsarbeit und Familien- und Privatleben gut gelingt. Drei Aspekte wurden als besonders relevant beurteilt:

  • Teilzeit ist in einem grossen Teil der Betriebe gelebte Realität
  • Autonomie und Flexibilität der Mitarbeitenden bei der Arbeitszeit (Geben und Nehmen)
  • Erreichbarkeit und Stellvertretungslösungen und die Erwartung des Betriebs

Fazit: Elementar sind die offene Kommunikation und das gegenseitige Vertrauen. In Folge ist die Unternehmenskultur und das gegenseitige Verständnis für die persönlichen Herausforderungen ausserhalb des Berufs ein wichtiger Einflussfaktor. Die Umfrage zeigt verschiedene Potenziale auf, wobei die Lösungen auf die betriebliche Realität des einzelnen Betriebs passen und von diesem bewusst angestrebt werden müssen.

Ziel der Branchenevents ist es, die Herausforderungen der Holzbaubetriebe auf den Tisch zu bringen und gemeinsam praktikable Lösungsansätze zu erarbeiten.

Von Holzbauer zu Holzbauer

Über 30 Mitarbeitende und Betriebsleiter tauschten sich in acht Gruppen entlang verschiedener Aspekte wie Teilzeit, Job-Sharing/Splitting, Elternschaft, Kinder- und Angehörigenbetreuung oder Selbstmanagement und Personalführung über die Bedürfnisse der Arbeitnehmenden und die Herausforderung der Arbeitgebenden aus. Die Ergebnisse aus diesen Workshops flossen in eine Checkliste ein, die den Holzbau Plus-Betrieben zu einer Standortbestimmung im eigenen Betrieb dient.

In den Workshops herrschte Einigkeit darüber, dass die Wechselwirkungen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sowie die individuellen Bedürfnisse im Team teils zu Interessenskonflikten führen können. Zwei konkrete Beispiele aus den Workshops:

Die Arbeitsübergabe zwischen Bau- und Werkstattpersonal ist fordernd, wobei diese Prozesse teils gering formalisiert sind. Grundsätzlich ist aber auf allen Stufen eine hohe Bereitschaft vorhanden, im Team individuelle Lösungen zu finden.

Das Abfedern und Aushelfen bei Arztbesuchen, Betreuungsaufgaben oder familiären Herausforderungen kann im Team selbst gelöst werden. Dies gelingt, weil ein eingespieltes Team die Stärken und Schwächen voneinander kennt.

Und das Fazit in Bezug auf den GAV?

Die Sozialpartner haben wichtige Inputs für die Weiterentwicklung des GAV Holzbau im Bereich Vereinbarkeit erhalten. Wichtig ist, dass die vorgeschlagenen Lösungsansätze nicht mit dem GAV kollidieren. Als Grundsatz könnte die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und den weiteren Lebensbereichen zwar festgehalten werden, aber die Entwicklung der Massnahmen und das Vorleben im Berufsalltag ist Sache der Unternehmen und der konkreten Teams.

Publiziert am 19.11.2021

Author

Stefan Strausak, spbh

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