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Reform der Altersvorsorge

Der demographische Wandel stellt das Umlageverfahren der ersten Säule massiv unter Druck. Nur weitreichende Steuervorhaben können die AHV-Renten auch für künftige Generationen gewährleisten. Auch in der zweiten Säule, die dem Kapitaldeckungsverfahren unterliegt, sind Reformen dringend notwendig. Das Zinsumfeld hat sich gewandelt und der gesetzlich vorgegebene Mindestumwandlungssatz wurde in den letzten 15 Jahren nur geringfügig angepasst. Die Umverteilung von jung zu alt ist in beiden Säulen massiv. Der Kaufmännische Verband fordert daher grundlegende Reformen der ersten und zweiten Säule.

Reform der Altersvorsorge – kurz erklärt

Für das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen der Schweiz ist eine schnelle und grundlegende Reform der Altersvorsorge erforderlich. Deswegen gehören die Reformen der ersten und der zweiten Säule zusammen. Nur durch ihre Verknüpfung kann sichergestellt werden, dass sich die Situation für weniger Verdienende, insbesondere Teilzeiterwerbende und Frauen, nach der Pensionierung verbessert und die unhaltbare Umverteilung von den Aktiven zu den Rentnern gestoppt wird.

Unabhängig von Beschäftigungsgrad und -form (Angestellte, Gig Worker, Selbstständige usw.) oder Zivilstand sollen Arbeitnehmende heute wie auch in Zukunft auf eine angemessene Rente zählen können. Das Rentenalter muss jedoch der heutigen Realität entsprechen. Mit zunehmender Lebenserwartung, kann auch länger gearbeitet werden, ansonsten geht die Rechnung für die Vorsorgewerke nicht mehr auf.

«Gerade gut ausgebildete Arbeitskräfte steigen oft später ins Erwerbsleben ein. Deshalb müssen die Rahmenbedingungen für den Erwerb über das derzeitige Referenzalter hinaus geschaffen werden.»
Stefan Studer, Geschäftsführer der Angestellten Schweiz
  1. Der Kaufmännische Verband fordert eine Angleichung des Rentenalters für Mann und Frau (auf 65 Jahre), flexible und attraktive Altersrücktrittsmöglichkeiten (62- 70 Jahre) sowie eine geschlechts- und zivilstandunabhängige Ausgestaltung der Sozialversicherungen.

    Wir erwarten eine Stellungnahme vom Bundesrat zu den Reformvorschlägen der Sozialpartner für die berufliche Vorsorge (zweite Säule) und eine zeitnahe Vernehmlassungsvorlage.

  2. Als Berufs- und Bildungsverband macht sich der Kaufmännische Verband schon lange für eine Sozialpolitik stark, welche die sozialen Unterschiede verringert und gleichzeitig materielle und immaterielle Sicherheit so weit wie möglich gewährleistet. Mit einer Angleichung des Rentenalters sowie flexiblen und attraktiven Altersrücktrittsmöglichkeiten können wir die Reform der Altersvorsorge auch für künftige Generationen nachhaltig gestalten. Die Sozialversicherungen müssen existenzsichernde Leistungen garantieren und kostentransparent sein. Ihre Ausgestaltung muss hierfür geschlechts- und zivilstandunabhängig durchgeführt werden. Wir begleiten Staat und Unternehmen bei diesem Kulturwandel, um so auf innovative Art zu einer wirtschafts- und sozialgerechten Alterspolitik beizutragen. 

    Der Kaufmännische Verband war lange Zeit in den relevanten ausserparlamentarischen Kommissionen vertreten; In der AHV-Kommission seit der Entstehung der AHV und auch im VR-Ausschuss des AHV-Ausgleichsfonds compenswiss. Einen sozial abgefederten flexiblen Altersrücktritt fordern wir bereits seit 1994.

    • Im September 2017 wurde die letzte Reform Altersvorsorge vom Volk abgelehnt, womit eine Reform noch dringender geworden ist.
    • Im Anschluss an die Abstimmung hat der Bundesrat die vier nationalen Dachorganisationen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit der Ausarbeitung eines Reformvorschlags für die berufliche Vorsorge (zweite Säule) beauftragt.
    • Für die AHV hat das EDI selbst einen neuen Vorschlag ausgearbeitet.
    • Im Mai 2019 nahmen die Schweizer Stimmbürger das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF) an.
    • Ende Juni 2019 wurden die Gespräche der vier nationalen Dachorganisationen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur beruflichen Vorsorge abgeschlossen. Leider konnten sich die vier Verbände nicht auf einen gemeinsamen Vorschlag einigen.
    • Im Juli 2019 präsentierten die beiden Gewerkschaften Travail.Suisse und Schweizer Gewerkschaftsbund (SGB) gemeinsam mit dem Schweizer Arbeitgeberverband (SAV) einen Kompromissvorschlag für die Reform der zweiten Säule. Der Vorschlag basiert auf einer Senkung des Mindestumwandlungssatzes, verbunden mit einem Leistungserhalt für künftige Rentner und einer Finanzierung dieser Massnahmen über Lohnprozente. Auch würden Personen mit niedrigem Einkommen und ältere Arbeitnehmende von zusätzlichen Massnahmen (Senkung Koordinationsabzug und Anpassung Altersgutschriften) profitieren.
    • Der Schweizer Gewerbeverband veröffentliche am gleichen Tag einen Gegenvorschlag. Dieser beschränkt sich auf eine Senkung des Mindestumwandlungssatzes und eine Kompensation für eine Übergangsgeneration. 
    • Anfang Juli 2019 präsentierte der Bundesrat die Massnahmen zur Stabilisierung der AHV (AHV 21). Diese decken sich weitgehend mit der Vernehmlassungsvorlage und den im Rahmen der STAF vorgeschlagenen Massnahmen.
    • Die Botschaft zur AHV wird Ende August erwartet; Eine Vernehmlassungsvorlage zur zweiten Säule wird Ende Jahr erwartet.

Politische Geschäfte

Vernehmlassungen

Sobald die Behörden Themen, die für unsere Mitglieder relevant sind, in die Vernehmlassung schicken, gibt der Kaufmännische Verband eine Empfehlung ab.

Vernehmlassungsantwort zur Stabilisierung der AHV (AHV 21)

plattform – Allianz für Angestelltenpolitik

Die Flexibilisierung des Arbeitsgesetzes wird als plattform-Thema betreut.

Die plattform vertritt die gemeinsamen politischen Interessen von Angestellte Schweiz, des Kaufmännischen Verbandes, der Schweizer Kader Organisation SKO, der Zürcher Gesellschaft für Personal-Management (ZGP) und veb.ch, dem Schweizer Verband für Rechnungslegung, Controlling und Rechnungswesen, gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Zusammen vertreten diese Verbände die Anliegen von rund 88 000 Mitgliedern in bildungs-, wirtschafts- und angestelltenpolitischen Themen. Ziel ist es, übergeordnete politische Interessen zu bündeln und konsensorientierten und kompromissfähigen Lösungen zum Durchbruch zu verhelfen.

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