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Mit mentaler Stärke widerstandsfähiger in Krisenzeiten.

Krisen und Niederlagen bringen unsere Lebensbalance aus dem Gleichgewicht. Wie wir es durch Mentaltraining schaffen, die innere Ruhe (wieder) zu finden und positiv in die Zukunft zu blicken, erklärt Mentaltrainer Robert Lauber.

Niederlagen und Krisen fordern uns mental stark heraus. Können Sie uns am Beispiel der Corona-Krise erklären, welchen psychischen Belastungen wir Menschen ausgesetzt waren?

Die Corona-Krise dominierte über Monate hinweg die Berichterstattung der Medienlandschaft. Unsere Psyche war den Schreckensmeldungen intensiv und dauernd ausgeliefert. Dazu kamen Einschränkungen und Restriktionen in sämtlichen Lebensbereichen, durch die die Lebensbalance stark auf die negative Seite kippte und viele Menschen aus dem psychischen Gleichgewicht fielen. Mit den Lockerungen war und ist eine gewisse Aufbruchstimmung zu spüren, allerdings sind einige Probleme noch nicht gelöst, wie beispielsweise die angespannte finanzielle Lage vieler Unternehmen und der Sozialwerke. Auch die hohen Arbeitslosenzahlen bereiten den Menschen grosse Sorgen und Angst vor der Zukunft.

Robert Lauber
Mentaltrainer, Mental Competence Center Pratteln

Wie bringe ich mich mental wieder ins Gleichgewicht?

Indem Sie das Negative nachhaltig abbauen und sich besonders den positiven Dingen des Lebens zuwenden. Dazu eignen sich beispielsweise Spaziergänge in der Natur, beruhigende Musik, Gespräche, in denen man schöne Erinnerungen aus der Vergangenheit nochmals Revue passieren lässt. Wohltuend und entlastend auf unsere Psyche wirken auch körperliche Nähe wie Umarmungen und Berührungen sowie vielseitige Entspannungsformen. Wir müssen unser Gedächtnis sozusagen positiv ernähren. Denken Sie deshalb vor dem Schlafen gehen nicht an negative, belastende Ereignisse. Stellen Sie sich vor, was am nächsten Tag Schönes und Erfolgreiches geschehen wird und wie das zu einer inneren Zufriedenheit führt. Und nicht zuletzt tragen auch Atemübungen zur (Rück)Gewinnung der psychischen Balance bei. Auf kvbasel.ch finden Sie dazu verschiedene Tutorials zu Atemtechniken.

«Stellen Sie sich vor, was am nächsten Tag Schönes und Erfolgreiches geschehen wird und wie das zu einer inneren Zufriedenheit führt.»
Robert Lauber

Was gehört zur mentalen Verarbeitung einer Krise?

Zuerst einmal das Loslassen der belastenden Gedanken. Wie bei einem Dampfkochtopf den Dampf rauslassen und den Druck wegnehmen. Dann die Zielvorstellung verstärken, so wie dies auch Spitzensportler tun, wenn sie sich mental auf einen wichtigen Wettkampf vorbereiten. Ich führe das Gedächtnis in die Zukunft und stelle mir vor, ein bestimmtes Ziel, zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erreichen. Die Gedanken und positiven Vorstellungen an zukünftige Erfolge, mit denen unser Gedächtnis immer wieder gefüttert wird, löst eine Art innerlich verankerte Sehnsucht und ein emotionales Verlangen aus. Das ergibt eine positive Sogwirkung, die sich im Kopf festsetzt. Auch hier gilt, wenn ich zu fest und dauernd an mögliche Gefahren und Risiken denke, gerät die psychische Balance wieder ins Ungleichgewicht. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass das, was ich mir eigentlich nicht erhoffe, durch die negativen Vorstellungskräfte erst recht ausgelöst und verstärkt wird.

Nach der Corona-Krise sind jetzt insbesondere die Führungskräfte gefragt, die Geschäfte wieder anzukurbeln und die Mitarbeitenden ins Boot zu holen. Wie gelingt dies?

Viele Mitarbeitende haben Zukunftsängste, die Unsicherheit, wie es weitergeht ist gross. Hier können wir mental unterstützen und ihnen die innere Stärke wiedergeben. Die Leute brauchen eine Perspektive, auch wenn dies gar bedeutet, dass ihr Job zukünftig anders aussehen wird. Bei den Führungskräften und Managern liegt eine besonders hohe Verantwortung, ihre Mitarbeitenden von den Zielen zu überzeugen. Den Druck, die Firma wieder aufzubauen und an die früheren Erfolge heranzuführen, darf nicht blockieren, sondern muss Energien freisetzen. Von der Führungskraft muss diese Energie wie ein Funke auf die Mitarbeitenden überspringen und Begeisterung auslösen. Vertritt der Chef diese Ansicht glaubwürdig und führt mit einem guten Mix aus Motivation und Anforderung, sind auch die Mitarbeitenden bereit mitzuziehen und sich für die Zielerreichung mit Herzblut und besonderem Engagement einzusetzen.

«Die Gedanken und positiven Vorstellungen an zukünftige Erfolge, mit denen unser Gedächtnis immer wieder gefüttert wird, löst eine Art innerlich verankerte Sehnsucht und ein emotionales Verlangen aus.»
Robert Lauber

Löst das Mentaltraining somit sämtliche Probleme?

Nein, Mentaltraining allein bietet noch keine Garantie auf Erfolg. Es unterstützt aber auf dem Weg dahin. Die mentale Stärke soll einen Spirit auslösen, der zu Bewegung, zu Mut und zu Begeisterung für die Bewältigung der zukünftigen, anspruchsvollen Herausforderungen führt. Freuen Sie sich auch an kleinen Schritten und Verbesserungen. Krisen und Niederlagen zu überwinden, braucht Kraft, Ausdauer, Selbstvertrauen und eine starke innere Widerstandskraft. Diese psychische Widerstandsfähigkeit trainieren wir mit unseren Methoden. Diese stammen übrigens aus dem Gemini- und Apollo-Programm der Nasa. Die Nasa hat gemerkt, dass nicht alles mit der Technik gelöst werden kann. Die mentalen Übungsprogramme funktionieren mit Smartphone oder Tablets. Durch häufige Wiederholungen über die Kopfhörer prägen sich das neue Verhalten und die Arbeitsprozesse im Gedächtnis ein. Das Mentaltraining entfaltet so eine nachhaltige, praxisnahe Wirkung.

«Die mentale Stärke soll einen Spirit auslösen, der zu Bewegung, zu Mut und zu Begeisterung für die Bewältigung der zukünftigen, anspruchsvollen Herausforderungen führt.»
Robert Lauber

Entspannungsübung Erholung Mittagspause

Entspannungsübung Regeneration & Auftanken