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So wird man Berufs- oder Praxisbildner/in für KV-Lernende

    Sich als Berufs- oder Praxisbildner/in für junge Menschen zu engagieren, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen, fördert nicht nur die persönliche Weiterentwicklung, auch kann man so erste Erfahrungen für eine spätere Führungsrolle sammeln.

    In vielen Unternehmen sind Berufs- und Praxisbildner tätig, die sich für die Ausbildung von Lernenden engagieren. Neben ihrer fachspezifischen Arbeitstätigkeit begleiten sie Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer Ausbildung zur Kauffrau respektive zum Kaufmann. Damit leisten sie einen aktiven Beitrag zur Förderung künftiger Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt.

    Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Berufs- und Praxisbildnern, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um diese Funktionen übernehmen zu können und welche Vorteile bringen diese für die eigene Berufskarriere?

    Berufs- und Praxisbildner haben unterschiedliche Aufgaben

    Während Praxisbildner für die konkrete fachliche Ausbildung der KV-Lernenden und die Betreuung in den Abteilungen zuständig sind, übernehmen Berufsbildner in der Regel vorwiegend Koordinations- und Organisationsaufgaben. Die konkrete Aufgabenteilung ist allerdings von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich und abhängig von dessen Grösse.

    Das zusätzliche Engagement zahlt sich aus

    Berufs- und Praxisbildner unterstützen junge KV-Lernende bei ihrem Einstieg in die Berufswelt. Als primäre Bezugspersonen mit Führungsfunktion übernehmen sie eine grosse Verantwortung, indem sie sich neben ihrer fachlichen Arbeitstätigkeit für die interne Nachwuchsförderung engagieren. Damit stellen sie sich nicht nur einer organisatorischen, sondern auch einer mentalen Herausforderung – was sich letztendlich mit der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung auszahlt.

    Der Arbeitgeber will KV-Lernende ausbilden

    Grundvoraussetzung für angehende Berufs- oder Praxisbildner ist, dass der eigene Arbeitgeber Interesse an der internen Nachwuchsförderung aufzeigt. Er erklärt sich damit nicht nur bereit KV-Lernende auszubilden, sondern auch, die notwendigen finanziellen Mittel für die Weiterbildung von Berufs- und Praxisbildnern zur Verfügung zu stellen respektive sich an deren Fortbildungen zu beteiligen.

    Laut einer Umfrage der Fachgruppe «wbp – Wir Berufs- und Praxisbildner/innen» des Kaufmännischen Verbands beansprucht die Betreuung einer lernenden Person zudem zwischen 10% und 20% eines Vollzeitpensums. Der Arbeitsaufwand von Fachleuten wird demnach entsprechend verlagert, womit der Arbeitgeber ebenso umgehen können muss.

    Die Weiterbildung zum Berufsbildner

    Obligatorisch wird von Ausbildnern für KV-Lernende ein erfolgreicher Abschluss des «Berufsbildner-Kurses» mit schweizweit anerkanntem Ausweis verlangt. Dieser umfasst insgesamt 40 Präsenzstunden. Anschliessend empfehlen wir beispielsweise den fakultativen Diplomlehrgang «Berufsbildner/in in Lehrbetrieben» mit 100 Präsenzstunden zu absolvieren.

    Berufsbildner können Kauffrauen und Kaufmänner werden, die über ein Fähigkeitszeugnis (EFZ) und mindestens zwei Jahre Praxiserfahrung im Lehrgebiet verfügen. Ebenso akzeptiert werden Arbeitstätige mit EFZ in einer der kaufmännischen verwandten Branche wie dem Detailhandel und drei Jahren Erfahrung in der Berufspraxis oder mit einem höheren Berufs- oder Hochschulabschluss.

    Die Weiterbildung zum Praxisbildner

    Für die Funktion als Praxisbildnerin oder Praxisbildner wird von Gesetzes wegen keine zusätzliche Ausbildung verlangt. Wir empfehlen aber auch hier den oben erwähnten Berufsbildner/innen-Kurs zu besuchen, sodass die Ausbildenden desselben Betriebs ein gemeinsames Verständnis entwickeln.

    Soft Skills, die notwendig sind

    Lernende sind noch keine fertig ausgebildeten Fachleute. Als Ausbildner sollte man deshalb die Fähigkeit mitbringen, sich immer wieder von neuem auf deren Anliegen und Befindlichkeiten einzulassen. Geduld, Offenheit, echtes Interesse, Reflexionsvermögen, Kommunikationskompetenz sowie pädagogisches Geschick sind deshalb unabdingbare Soft Skills, welche diese die Funktion verlangt.

    Erstmals veröffentlicht: 02.12.2016

    Autor

    • Michael Kraft

    Seminare im Bereich Berufs- und Praxisbildung

    kfmv-Fachgruppe

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