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Die Arbeitswelt verändert sich, und mit ihr das KV. Die Reform der kaufmännischen Grundbildung stellt die Weiterentwicklung des Berufs sicher. Damit kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Fachkräfte fit für die Zukunft bleiben.

Die Arbeitswelt wird digitaler, der Arbeitsmarkt flexibler, der Trend zur Dienstleistungsgesellschaft hält an. Routinearbeiten in der Administration oder der Datenerfassung nehmen ab und neue Kompetenzen sind gefragt. Was bedeutet dies für das KV, die beliebteste Lehre der Schweiz?

Neues zu den Reformen der kaufmännischen Grundbildung

Am 4. Juni 2021 haben die Verbundpartner eine Mitteilung mit Infos rund um die laufende  Reform der KV-Lehre veröffentlicht. Dabei haben sie den Einführungszeitpunkt um ein Jahr verschoben und somit die Einführung für den Beruf Kauffrau/-mann EFZ auf den Sommer 2023 festgelegt. Somit wird sichergestellt, dass die neue kaufmännische Grundbildung erfolgreich und qualitativ hochstehend umgesetzt werden kann und für alle Akteure Planungssicherheit herrscht.

Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) hat Ende Juni aufgrund der Ergebnisse einer zusätzlichen Anhörung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) das neue Fremdsprachenkonzept genehmigt. Ebenso hat die Eidgenössische Berufsmaturitätskommission (EBMK) und das SBFI das Konzept für die lehrbegleitende Berufsmaturität (BM1) angenommen. Damit konnten die geäusserten Kritikpunkte und offenen Fragen durch die Verbundpartner gemeinsam geklärt werden. Mit diesen Entscheiden liegen nun alle Grundlagen vor, um die Umsetzung bis zum Start 2023 weiter voranzutreiben und dadurch die Erfolgsgeschichte der KV-Lehre weiter fortzuführen. Die Bildungsverordnung und der Bildungsplan sollen nun zeitnah durch den Bund erlassen werden.

Die nationale Anhörung zur zweijährigen Ausbildung Kauffrau/-mann EBA konnte ebenfalls abgeschlossen und ausgewertet werden. Die Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität (SKBQ) haben die angepasste Bildungsverordnung und den Bildungsplan für Büroassistent/in EBA verabschiedet. Auch diese rechtlichen Grundlagendokumente können nun zeitnah durch den Bund erlassen werden.

Für den Kaufmännischen Verband Schweiz ist klar: Das kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Berufsbild ist ein wichtiger Pfeiler der Schweizer Wirtschaft. Damit es mit den aktuellen und künftigen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt mithalten kann, ist eine praxisorientierte, zukunftsträchtige Reform, welche die lehrbegleitende Berufsmaturität und entsprechende Sprachkompetenzen ausreichend berücksichtigt, unabdingbar.

Die Schweizerische Konferenz der Kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen (SKKAB) hat ein griffiges Factsheet zu den gängigsten Fragen der Reform der Kaufmännischen Grundbildung zusammengestellt.

Wie verändert sich das KV?

Wie verändert sich die Ausbildung zu Kauffrau/-mann EFZ?

Die Reform der kaufmännischen Grundbildung stellt sicher, dass junge Erwachsene weiterhin gut ausgebildet werden, auf dem Arbeitsmarkt begehrt bleiben und aus einer Vielzahl an Karrieremöglichkeiten auswählen können. Wie alle Berufe in der Schweiz wird auch die KV-Lehre alle 5 Jahre überprüft, um sicherzustellen, dass sie am Puls der Zeit bleibt. Das Reformprojekt der Schweizerischen Konferenz der Kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen (SKKAB) stellt sicher, dass Kaufleute EFZ auch in Zukunft für die veränderten Bedürfnissen der Arbeitswelt ausgebildet werden.

Was verändert sich bei der zweijährigen Berufsattest-Lehre (EBA)?

Parallel zur viel diskutierten Reform der Ausbildung von Kaufleuten EFZ wird auch die EBA-Ausbildung reformiert: Die Neuausrichtung der zweijährigen Grundbildung Büroassistent/in EBA spiegelt sich nicht nur in der geplanten Titeländerung zu Kauffrau/-mann EBA, sondern auch in der Fokussierung auf Handlungskompetenzen wider.

Bei der Reform der zweijährigen Grundbildung Kauffrau/-mann EBA wurde ein besonderes Augenmerk auf die Durchlässigkeit zur Ausbildung Kauffrau/-mann EFZ gelegt: Somit wird auch weiterhin gewährleistet, dass Absolvent/innen der kaufmännischen Grundbildung EBA im zweiten Lehrjahr der EFZ-Lehre einsteigen können und insgesamt innerhalb von vier Jahren zu einem EFZ-Abschluss gelangen. Durch die erwähnte Fokussierung auf die Handlungskompetenzen soll zudem gewährleistet bleiben und optimiert werden, dass Absolvent/innen der kaufmännischen Grundbildung EBA nach Abschluss der Lehre direkt in das Arbeitsleben einsteigen können.

  • Kommunikationsplattform Konvink

    Eine interaktive Präsentation mit den wichtigsten Informationen zur neuen Ausbildung findet sich neu auf der Website der SKKAB. Entdecken Sie die neuen kaufmännischen Grundbildungen! Vertiefte Informationen zum aktuellen Stand des Projekts, alle freigegebenen Dokumente sowie Umsetzungsinstrumente, interaktive Schaubilder und Videos in drei Sprachen sind auf der Kommunikationsplattform Konvink aufgeschaltet. Diese erreichen Sie ebenfalls über den nachfolgenden Link.

    skkab.ch

Diese Kompetenzen werden von Kauffrauen/-männern EFZ und EBA erwartet

Digitale Kompetenzen, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen, wie zum Beispiel Selbstorganisation und Selbstreflexion, werden immer wichtiger. Junge Berufsleute müssen komplexe Herausforderungen meistern, sich in rasch wechselnden Situationen zurechtfinden und engagiert in Projekten und Teams zusammenarbeiten können. Die Projekte fokussieren sich deshalb auf die so genannten Handlungskompetenzen. Diese gewinnt man durch praktische Erfahrungen, weshalb der Lehrbetrieb als wichtigster Lernort im Zentrum steht. Mit dem Fokus auf Handlungskompetenzen wird das Fachwissen und dessen Anwendung im Berufsalltag bestmöglich aufeinander abgestimmt.

Komplexe Problemstellungen lösen

Kaufleute müssen in der Lage sein, herausfordernde Problemstellungen kreativ und kooperativ zu bearbeiten, da sie mehr in Schnittstellenfunktionen arbeiten und Projekte koordinieren werden. In der Ausbildung ist es deshalb wichtig, dass junge Lernende früh lernen, selbständig zu arbeiten, vermehrt in Teams zu agieren, sich zu reflektieren und praxisorientiert Probleme zu lösen.

«Kaufleute müssen Prozesse strukturieren, Informationen einholen und vermitteln, Ergebnisse präsentieren und Andere für die eigenen Anliegen begeistern können.»
Michael Kraft, Leiter Bildung Kaufmännischer Verband

Fragen und Antworten zu den neuen kaufmännischen Grundbildungen

  1. Die Lernergebnisse einer beruflichen Grundbildung werden in Form von Handlungskompetenzen festgelegt. Die im Qualifikationsprofil beschriebenen Handlungskompetenzbereiche bilden die Struktur der Ausbildung und des Qualifikationsverfahrens ab. Hinter dem Qualifikationsprofil und den einzelnen Handlungskompetenzen steht das Tätigkeitsprofil, welches als Ergebnis einer umfassenden Berufsfeldanalyse aus allen für die kaufmännische Grundbildung relevanten Arbeitssituationen besteht. Diese Arbeitssituationen sind detailliert beschrieben und werden durch sogenannte kritische Erfolgsfaktoren im Hinblick auf die Umsetzung konkretisiert.

    Im Unterschied zum derzeit gültigen Qualifikationsprofil bestehen neu fünf Handlungskompetenzbereiche (A bis E), die für alle Lernorte identisch sind:

    • A Handeln in agilen Arbeits- und Organisationsformen
    • B Interagieren in einem vernetzten Arbeitsumfeld
    • C Koordinieren von unternehmerischen Arbeitsprozessen
    • D Gestalten von Kunden- und Lieferantenbeziehungen
    • E Einsetzen von Technologien der digitalen Arbeitswelt

    Für die kaufmännische Grundbildung EBA stehen ebenfalls fünf Handlungskompetenzbereiche fest, welche exakt auf diejenigen der kaufmännischen Grundbildung EFZ abgestimmt sind:

    • A Gestalten der beruflichen und persönlichen Entwicklung
    • B Kommunizieren mit Personen unterschiedlicher Anspruchsgruppen
    • C Zusammenarbeiten in betrieblichen Arbeitsprozessen
    • D Betreuen von Infrastrukturen und anwenden von Applikationen
    • E Aufbereiten von Informationen und Inhalten

    Dank der Fokussierung auf die Praxis und Schlüsselkompetenzen des Berufs sowie einer tätigkeitsbezogenen und von den Lernenden ausgehenden Herangehensweise wird die Berufsidentität gestärkt. Das ist wichtig im Hinblick auf eine erfolgreiche berufliche Integration der ausgebildeten Kaufleute in den Arbeitsmarkt. Auf der Grundlage des Qualifikationsprofils sind spezifische Vertiefungen aus Sicht der Arbeitsmarktanforderungen in den Branchen möglich. Diese Konkretisierungen sind zentral für die Kompetenzentwicklung im Rahmen von betrieblichen Anwendungssituationen und Arbeitstätigkeiten.

  2. Der Lehrbetrieb trägt über Praxis und Erfahrung zum Erwerb von Handlungskompetenzen bei. Die Berufsfachschulen vermitteln Berufskunde und Allgemeinbildung, die überbetrieblichen Kurse branchenspezifisches Wissen und Knowhow.

    Sie alle unterstützen und ergänzen gegenseitig das handlungskompetenzorientierte Lernen, indem sie:

    • sich verstärkt auf Handlungskompetenzen ausrichten (vgl. Qualifikationsprofil).
    • Aus- und Weiterbildung der Berufs-/Praxisbildner/innen, Lehrpersonen und üK-Leitende ermöglichen.
    • praxisorientierte Lehr- und Lernformen sowie Instrumente zur Unterstützung der Ausbildenden bieten.
    • die Qualifikationsverfahren ebenfalls handlungskompetenzorientiert aufbauen und neue Prüfungsformen entwickeln.
  3. Es werden keine Fächer abgeschafft, sondern es wird neu in den genannten Handlungskompetenzbereichen unterrichtet. Fachwissen bleibt wichtig. Doch die Lehr- und Lernformen und Aufgaben werden sich ändern. Die Lehrpersonen sind nach wie vor Fachspezialisten und -spezialistinnen in ihren Gebieten, ihre Rolle wird jedoch ergänzt und aufgewertet, da sie vermehrt als Coach und Wegbegleiter im Einsatz sind.

  4. Die Rolle wird vielschichtiger. Lehrpersonen wie auch Berufs- und Praxisbildner/innen agieren als Vorbild und als Coach, indem sie authentisch sind, beobachten, antizipieren, Empathie und Engagement zeigen und eine grosse Bereitschaft zur Veränderung aufweisen. Gleichzeitig sind sie Expert/innen und bringen ihr Fachwissen gezielt ein. Sie haben einen Wissensvorsprung und können dadurch Leistung und Kompetenzen fordern, fördern und beurteilen. Für die Lernenden sind sie zudem Coaches, unterstützen sie im Lernprozess und vermitteln Kompetenzen zur Selbstorganisation. Die Information und die Schulung der Berufsbildungsverantwortlichen an den drei Lernorten Betrieb, Berufsfachschule und üK sowie von weiteren für die Umsetzung zuständigen Personen haben eine hohe Wichtigkeit und sind bereits fortgeschritten. Weiterführende und vertiefte Informationen finden sich auf den erwähnten Websites.

Was ändert sich mit der Reform bei der EFZ-Ausbildung?

Die Reformen verbindet bewährte Elemente der heutigen Ausbildung mit notwendigen Innovationen. Die Kerngedanken vergangener Reformen werden weiterverfolgt: Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen an allen drei Lernorten – im Lehrbetrieb, an der Berufsfachschule und in den überbetrieblichen Kursen – integrieren und fördern, zu lebenslangem Lernen befähigen, selbstorganisiertes Lernen und Arbeiten fördern und begleiten. Die konsequente Orientierung an Handlungskompetenzen – also die Ausrichtung an den berufspraktischen Tätigkeiten – ist eine der ganz grossen Anliegen der Reform und des Staatssekretariates für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Das stärkt die Berufsbildung, das duale Bildungssystem und die jungen Erwachsenen.

  1. Insgesamt gibt es folgende vier Optionen bzw. Vertiefungsrichtungen:

    1. Kommunikation mit Anspruchsgruppen in der Landessprache
    2. Kommunikation mit Anspruchsgruppen in der Fremdsprache
    3. Finanzen und
    4. Technologie.

    Mit diesen vier Optionen wird auf die Bedürfnisse der Lehrbetriebe und auf die unterschiedlichen Voraussetzungen und Stärken der Lernenden eingegangen. Zudem erhalten die Auszubildenden in ihrer Vertiefungsrichtung ein stärkeres Verständnis der Thematik als mit der bisherigen Bildungsverordnung 2012. Die Berufsfeldanalyse hat gezeigt, dass es eine fachliche Differenzierung braucht. Durch die Wahl einer Vertiefungsrichtung wird praxis- und realitätsnah vermittelt. Das heisst:  Es wird keine Theorie auf Vorrat gelernt, sondern die neu erworbenen Kompetenzen können im Betrieb praktisch und konkret eingesetzt werden. «Mit diesen vier Optionen wird auf die Bedürfnisse der Lehrbetriebe eingegangen und auf die unterschiedlichen Voraussetzungen und Stärken der Lernenden.»

  2. Nein, im Rahmen der kaufmännischen Grundbildung sollen weiterhin zwei Fremdsprachen angeboten werden.

    Dabei sieht das neue und vom Bund im Juni 2021 genehmigte Fremdsprachenkonzept vor, dass alle Lernenden in zwei Fremdsprachen praxisnahe Kompetenzen erwerben können. Mindestens eine dieser Fremdsprachen ist eine zweite Landessprache. Der meistgewählte Lehrberuf der Schweiz leistet damit einen Beitrag zur Verständigung zwischen den Sprachregionen.

    In der ersten Fremdsprache erwerben die Lernenden vertiefte mündliche und schriftliche Kompetenzen. Gelernt wird im beruflichen Kontext. Die Lernenden befassen sich zum Beispiel auch in der Fremdsprache mit wirtschaftlichen Fragen.

    Für die zweite Fremdsprache stehen zwei Angebote zur Wahl:

    •  Im ersten Angebot erwerben die Lernenden wie in der ersten Fremdsprache fundierte mündliche und schriftliche Kompetenzen.
    •  Im zweiten Angebot stehen die mündliche Kommunikation, also Sprechen und Verstehen, sowie der Erwerb kultureller Kompetenzen im Zentrum. Für dieses zweite Angebot wird ein neues, innovatives Unterrichtsgefäss geschaffen.

    Mehr Informationen dazu sind unter diesem Link zu finden.

  3. Ja. Die lehrbegleitende Berufsmaturität (BM 1) wird auf der Basis der Anforderungen des Rahmenlehrplans Berufsmaturität, welcher zwei Fremdsprachen beinhaltet, verankert. Ein detailliertes Konzept, welches durch die Eidgenössische Berufsmaturitätskommission (EBMK) im Juni 2021 genehmigt und vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) abgenommen wurde, regelt die konkrete Umsetzung der lehrbegleitenden Berufsmaturität (BM1).

  4. Die Verbundpartner sind der Ansicht, dass sich die Profile in der heutigen Form nicht ausreichend bewährt haben. Obwohl sich das B-Profil vom E-Profil seit 2012 nur im schulischen Teil der Ausbildung unterscheidet, war die Wahrnehmung bei den Lehrbetrieben und auf dem Arbeitsmarkt teilweise eine andere. Mit der neuen KV-Lehre wird es vielfältige und weniger starre Möglichkeiten geben, um auf die individuellen Stärken der Lernenden und die Anforderungen der Lehrbetriebe einzugehen. Etwa mittels Optionen, Wahlpflichtfächern und einem persönlichen E-Portfolio.

  5. Das neue Qualifikationsverfahren wird handlungskompetenzorientiert ausgerichtet sein: Die Lernenden sollen zeigen, dass sie ihr erworbenes Können im Berufsalltag anwenden und analysieren können.

    Ein erstes Konzept wurde Ende Juni 2020 veröffentlicht. Darin und im Entwurf der neuen Bildungsverordnung (8. Abschnitt) finden sich detaillierte Angaben zum QV.

    Alle drei Lernorte generieren über die gesamte Lehrzeit Erfahrungsnoten, welche insgesamt 40% der QV-Gewichtung ausmachen. (50% stammen aus der Berufsfachschule (inkl. Optionen und Wahlpflichtbereich) und je 25% aus dem üK sowie beruflicher Praxis).

    Im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung (60% der QV-Gewichtung) werden die Handlungskompetenzen in den nachstehenden Qualifikationsbereichen wie folgt geprüft:

    • Abschlussprüfung Berufsfachschule / Berufskenntnisse im Umfang von 4.75 Stunden (davon 1 Stunde mündlich und 3.75 Stunden schriftlich). Die schriftlichen Prüfungen dauern damit deutlich weniger lang als bisher. Verschiedene Handlungen werden branchenübergreifend und mit vorgegebenen Hilfsmitteln und gemäss den «Ausführungsbestimmungen QV» simuliert.
    • Abschlussprüfung Betrieb / praktische Arbeit (eine branchenspezifisch geleitete Fallarbeit) im Umfang von 50 Minuten exkl. Vorbereitung. Zur Prüfung der Berufspraxis wird es somit keine schriftliche Prüfung mehr geben. Die Umsetzung erfolgt in der Branche (nicht im Lehrbetrieb) und ebenfalls gemäss «Ausführungsbestimmungen QV».

    Die gewählte Option und der Wahlpflichtbereich sind nicht Bestandteil der Abschlussprüfung, sondern der Erfahrungsnoten. Zusätzliche Kompetenznachweise (wie Sprachzertifikate, Auslandsaufenthalte, Auszeichnungen, Computerkurse, branchenspezifische Zertifikate) werden in einem persönlichen E-Portfolio mitgeführt. Die konkreten Ausführungsbestimmungen zum QV wurden erarbeitet und werden demnächst veröffentlicht.

  6. Im Jahr 2018 wurde das Berufsfeld analysiert und die Zukunftskompetenzen des Berufs Kaufmann/Kauffrau definiert. 2019 lag der Fokus auf den didaktischen Rahmenkonzepten für die drei Lernorte Betrieb, Berufsfachschule und überbetriebliche Kurse. Im Juli 2020 wurden die Bildungsverordnung, der Bildungsplan und das Konzept zum Qualifikationsverfahren (QV) fertiggestellt, verabschiedet und veröffentlicht. Nach der SKKAB-internen Anhörung, die bis September 2020 dauerte, wurden diese Grundlagendokumente nochmals überarbeitet. Vom 18. Januar  bis zum 20. April 2021 lief die nationale Anhörung des Staatssekretariates für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) zur neuen Grundbildung Kauffrau/-mann EFZ. Parallel dazu laufen seit Herbst 2020 wichtige Umsetzungsarbeiten im Rahmen des «Nationalen Koordinationsgremiums» von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt aus dem kaufmännischen Bereich und aus dem Detailhandel – von den Lernmedien über Schullehrpläne bis zur Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen und Berufsbildungsverantwortlichen. Informationen hierzu finden sich auf der Website der SBBK.

    Im Juni 2021 haben sich die Verbundpartner darauf geeinigt, dass die neue Ausbildung im Sommer 2023 starten soll– ein Jahr später, als ursprünglich geplant. Die Bildungsverordnung und der Bildungsplan sollen zeitnah durch den Bund erlassen werden. Somit haben alle Akteure die erforderliche Planungssicherheit, um die kaufmännische Grundbildung erfolgreich und qualitativ hochstehend umzusetzen.

Die SKKAB, die IGKG Schweiz, der Kaufmännische Verband und die Verbund- und Bildungspartner agieren gemeinsam

Als Trägerin der Bildungsverordnung und des Bildungsplans des Berufs Kauffrau/Kaufmann EFZ ist die Schweizerische Konferenz der kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen (SKKAB) verantwortlich für die Weiterentwicklung der kaufmännischen Grundbildung EFZ. Die SKKAB engagiert sich zusammen mit allen Verbund- und Bildungspartnern seit Anfang 2018 für die neue Ausbildung. Dazu gehören die heutigen 21 Ausbildungs- und Prüfungsbranchen, die Berufsfachschulen mit ihren drei Schulkonferenzen, der Kaufmännische Verband sowie die Kantone und der Bund.

Die IGKG Schweiz ist der Berufsbildungsverband für die kaufmännische Grundbildung Kauffrau/Kaufmann EBA (bisher Büroassistent/in EBA). Mehr Informationen zur Reform KV-Lehre finden Sie auf der Website der SKKAB.

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