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Berufsstolz und lebenslanges Lernen gewinnen bei KV-Abgänger/innen zunehmend an Bedeutung

Seit mehr als zwölf Jahren befragt der Kaufmännische Verband die KV-Abgänger/innen in der Schweiz zu den Arbeitsbedingungen in der Lehre, dem Übertritt ins Berufsleben und den Zukunftsplänen der Absolvierenden. Im 2019 wurde ein spezieller Fokus auf die Erfassung der Berufsidentität und den fortlaufenden Trend zur Weiterbildung gelegt. Die Studie zeigt deutlich auf, welchen Einfluss die jeweiligen Ausbildungsbranchen und Arbeitgebenden auf die Identifikation als Kauffrau/-mann haben und wie sich die Sensibilisierung zum Thema «lifelong learning», für das sich der Kaufmännische Verband seit Jahren aktiv engagiert, in den letzten Jahren etabliert hat. An der Abgänger/innen-Umfrage 2019 haben rund 4500 Jugendliche teilgenommen – ein Rekordhoch.

16. April 2020

Hoher Berufsstolz zum KV verpflichtet auch Wirtschaft und Öffentlichkeit

Die kaufmännische Ausbildung ist weiterhin eindeutiger Spitzenreiter unter den gewählten Berufsausbildungen. Jedes Jahr beginnen rund 76'000 Jugendliche eine berufliche Grundbildung – davon absolvieren rund 20% eine KV-Lehre (vgl. BfS). Diese Beliebtheit wird auch in unserer Umfrage 2019 bestätigt. So würden über 70% der Lehrabgänger/innen die kaufmännische Berufsbildung wiederwählen. Sie weisen ein hohes Commitment und eine allgemeine Leidenschaft für den Beruf als Kaufmann/-frau auf. Es scheint: Je vielfältiger die Ausbildungsbranche und ihre jeweiligen Berufsmöglichkeiten, desto grösser ist die Identifikation als Kauffrau/-mann (vgl. Grafik 1). Ausserdem fühlen sich über 90% der Befragten nach Abschluss gut bis sehr gut auf das Berufsleben vorbereitet.

Der Berufs- und Branchenverbleib unter den Abgänger/innen der kaufmännischen Grundbildung ist dementsprechend sehr hoch. Nur 3.9% der Befragten haben direkt nach der Grundbildung in einen anderen beruflichen Bereich gewechselt. Darüber hinaus sehen sich nur 18.6% in fünf Jahren ausserhalb des kaufmännischen Berufs. Nicole Cornu, Fachverantwortliche Grundbildung und Jugendberatung beim Kaufmännischen Verband erklärt: «Eine solch starke Identifikation mit dem KV und der daraus resultierende Berufsstolz sind besonders wichtig, da sie zu einer verbesserten Dienstleistung der Mitarbeitenden führen. Stolze und zufriedene Mitarbeitende bleiben tendenziell häufiger im Berufsfeld.» Arbeitgebende und Lernorte, aber auch Branchen- und Berufsverbände, sollten also auch in Zukunft den Stolz der kaufmännischen Mitarbeitenden und das öffentliche Image fördern.

Weiterbildung gilt weiterhin als wichtiger Karriere-Baustein

Mit dem KV verfügen Jugendliche über eine solide und generalistische Grundbildung. Sie können sich mit einer anschliessenden Weiterbildung rasch auf neue Berufsbilder spezialisieren. Auch 2019 bleiben Weiterbildungen relevant: Ein Viertel aller Befragten hat Ende Jahr bereits eine Weiterbildung begonnen (vgl. Grafik 2) und weitere 50.4% spielen mit dem Gedanken einer Weiterbildung für ihre berufliche Zukunft. Das sind 4.1% mehr als im Vorjahr. Abgänger/innen sind sich demnach schon früh der Relevanz von Weiterbildungen bewusst. Der Grundsatz «lifelong learning", für den sich der Kaufmännische Verband seit Jahren aktiv engagiert, hat sich etabliert.

Ein Grossteil der Abgänger/innen erhofft sich durch Weiterbildungen bessere Karrierechancen oder die Erweiterung der eigenen Kompetenzen im Hinblick auf die Wunschstelle (vgl. Grafik 3). «Das KV ist das ideale Sprungbrett für eine spannende und abwechslungsreiche Karriere. Mit dem zusätzlich erworbenen Know-how nach der Lehre werden KV-Generalist/innen zu Top-Spezialist/innen. Sie setzen den richtigen Grundstein für eine Fachausbildung zum mittleren Kader und werden für Arbeitgebende zu immer begehrteren Arbeitskräften.» betont Cornu.

Vollzeitstellen nehmen ab, Vereinbarkeit gewinnt an Bedeutung

Bei der Suche nach einer neuen Stelle achten Abgänger/innen vor allem auf ein gutes Arbeitsklima oder eine interessante Tätigkeit. Neuerdings hat aber auch die Vereinbarkeit (u.a. im Hinblick auf Weiterbildungen) sehr stark an Bedeutung gewonnen. Sie wird mit 47.6% zum wichtigsten Jobkriterium im 2019 (vgl. Grafik 4) – und das obwohl sie in den Vorjahren stets in der unteren Hälfte der Präferenzstruktur stagnierte.

Zudem treten immer weniger Lehrabgänger/innen eine Vollzeitstelle an (76.8%). Der Anteil an Teilzeitstellen hingegen hat im Vergleich zum Vorjahr nochmals leicht zugenommen. Rund 80% der teilzeitangestellten Berufseinsteiger geben an, sich dadurch mehr Zeit für Weiterbildungen zu erhoffen. Nur 12% wollen tatsächlich Vollzeit arbeiten, haben aber keine entsprechende Stelle gefunden. Cornu schliesst daraus: «Weiterbildungen sind keine Alternative zur Erwerbslosigkeit (vgl. Grafik 5), sondern eine bewusste Investition in die Zukunft. Lehrabgänger/innen werden sich aber erst nach dem Lehrabschluss der Doppelbelastung aus Weiterbildung und Job bewusst, weshalb die Vereinbarkeit so stark an Relevanz gewinnt. Wer sich weiterbilden möchte, achtet bei der Jobsuche und -auswahl zunehmend auf eine gute Work-Life-Balance.»

Lehrabgänger/innen-Umfrage

Der Kaufmännische Verband befragt seit mehr als zwölf Jahren die KV-Abgänger/innen in der Schweiz. Der Übertritt von der Lehre ins Berufsleben stellt für Jugendliche eine grosse Herausforderung dar. Ob es gelingt, eine befriedigende Anschlusslösung zu finden, kann entscheidenden Einfluss auf die spätere Berufslaufbahn haben. Der Kaufmännische Verband legt deshalb den Fokus auf diese Schnittstelle. Konkret untersucht die Studie die Arbeitsbedingungen während der Lehre, den Berufseinstieg und die Zukunftspläne der Absolvierenden. Ein spezieller Fokus wurde dieses Jahr auf die Erfassung der Berufsidentität und des Berufsstolzes sowie dem fortlaufenden Trend zur Weiterbildung gelegt. Hierfür wurden die EBA- und EFZ-Absolvent/innen der beruflich organisierten Grundbildung (BOG) und der schulisch organisierten Grundbildung (SOG) jeweils im Juli und November befragt. An der diesjährigen Umfrage nahmen insgesamt rund 4500 Personen teil.

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Nicole Cornu

Fachverantwortliche Grundbildung und Jugendberatung
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