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Mit Linkedin die eigene Arbeitsmarktfähigkeit stärken

LinkedIn ist als Karrierenetzwerk und als Plattform für Geschäftskontakte nicht mehr wegzudenken. Um Arbeitsmarktfähigkeit zu steigern und Karriereziele zu unterstützen, braucht man heute ein überzeugendes digitales Profil.

Zum «Hidden Job Market», also dazu, wie hoch der Anteil der Jobs ist, die nie ausgeschrieben und über Beziehungen und Kontakte vergeben werden, gibt es keine verlässlichen Statistiken. Es lohnt sich deshalb, sein Netzwerk aktiv zu pflegen und auszubauen. Und dies nicht nur in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und nicht erst dann, wenn man eine Stelle sucht. LinkedIn bietet die beste Möglichkeit dafür.

LinkedIn ist ein amerikanisches Unternehmen zur Pflege von Geschäftskontakten und dem beruflichen Netzwerk. Es wurde 2002 gegründet und gehört seit Ende 2016 zu Microsoft. LinkedIn ist in 24 Sprachen verfügbar und mit 193 Ländern fast überall auf der Welt präsent.

675 Millionen Nutzer

Mit über 675 Millionen Nutzerinnen und Nutzern ist es mit Abstand das grösste berufliche Netzwerk weltweit. Im Vergleich dazu zählen die privaten Social-Media-Plattformen Facebook 2.5 Milliarden, Instagram 1 Milliarde, TikTok 850 Millionen und Twitter 330 Millionen monatliche Nutzer.

70 Prozent der LinkedIn-Nutzer sind ausserhalb der USA. Dabei kommen die meisten aus Europa (211 Millionen), und in der DACH-Region sind über 14 Millionen auf dem Netzwerk präsent. In der Schweiz sind über 2.6 Millionen Berufstätige auf LinkedIn aktiv – das entspricht der Hälfte der berufstätigen Bevölkerung.

Mehr als ein Jobnetzwerk

Unabhängig davon, ob man angestellt oder selbständig ist, sich neu orientiert, eine Stelle sucht oder eine Auszeit geniesst, LinkedIn ist mehr als ein Jobnetzwerk. Hat man ein Profil erstellt, kann man nach Unternehmen oder Stellen suchen, Gruppen beitreten oder gründen, Inhalte erstellen, Nachrichten verschicken und Hashtags folgen, um Themen zu beobachten oder in Diskussionen einzusteigen.

Als Unternehmen kann man sich zudem mit seiner Marke über ein Unternehmensprofil präsentieren und die Bekanntheit steigern und Leads generieren, also Kontakte knüpfen und Interesse wecken mit dem Ziel, neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen.

LinkedIn-Nutzer in der Schweiz
Über 2.6 Millionen Berufstätige aus der Schweiz sind auf LinkedIn aktiv – das entspricht der Hälfte der berufstätigen Bevölkerung.

LinkedIn oder Xing?

Die deutsche Plattform Xing zählt 19.5 Millionen Nutzer, beschränkt sich allerdings auf die DACH-Region. In der Schweiz liegt LinkedIn mit 2.6 Millionen Nutzern ganz klar vorne, während Xing mit einer Million Nutzerinnen und Nutzern stagniert. Doch wer vorwiegend berufliche Kontakte im deutschsprachigen In- und Ausland pflegt, ist bei Xing gut aufgehoben. Eine Möglichkeit ist es auch, sich ein deutsches Profil bei Xing und ein englisches Profil bei LinkedIn anzulegen. Der Nachteil bei zwei Profilen ist, dass man beide aktiv pflegen muss.

Auf beiden Plattformen kann man Kontakte knüpfen und sich in Gruppen austauschen. Bei Xing kann man zudem ein multimediales Portfolio anlegen, bei LinkedIn dafür Empfehlungen erhalten und vergeben. Die Nutzungsmöglichkeiten bei einem Gratis-Profil sind bei Xing jedoch stark eingeschränkt, während man bei LinkedIn kein Abo benötigt.

Basic oder Premium?

Bei LinkedIn reicht ein Gratis-Profil. Ein Premium-Profil braucht, wer im Verkauf oder als Recruiter im HR arbeitet, um ganz gezielte Suchanfragen zu starten und mehr Daten einsehen zu können. Mit dem Premium Business Profile etwa hat man Zugriff auf erweiterte Kontakte ausserhalb seines eigenen Netzwerks und bessere Suchfunktionen, und mit dem Sales Navigator kann man Listen erstellen, detailliert nach Interessen, Funktionen, Branchen, Alter und weiteren demografischen Daten filtern, InMails (Direktnachrichten) an das erweiterte Netzwerk verschicken und mehr.

Ein Profil erstellen

Ein Profil erstellt man am besten mit der privaten E-Mail-Adresse, so gehen bei einem Jobwechsel die Login-Daten nicht verloren. Wichtig ist es, sein Profil vollständig auszufüllen und à jour zu halten. Was man dafür braucht: Foto, Lebenslauf und Arbeitszeugnisse oder weiterführende Dokumente. Im Summary eine Geschichte erzählen: Warum sind meine Fähigkeiten relevant, was bringen sie meinem Netzwerk, wie kann ich unterstützen? Dann unter Arbeitserfahrung die wichtigsten Stationen aus dem CV auflisten und zusammenfassen, was man gemacht hat. Zudem kann man Skills auflisten, Dokumente hochladen und Empfehlungen geben oder von ehemaligen Vorgesetzten und Kollegen einholen.

Ein Profil erstellen
Es sollte die private E-Mail-Adresse genutzt werden. Es braucht: Foto, Lebenslauf und Arbeitszeugnisse oder weiterführende Dokumente.

Netzwerk vergrössern, Themen folgen

Ist das Profil vollständig erfasst, kann man beginnen, sein Netzwerk zu vergrössern. Am einfachsten geht dies, wenn man sein Adressbuch synchronisiert. Wichtig dabei: Keine Anfrage ohne persönliche Ansprache! LinkedIn lebt vom persönlichen Dialog. Man kann sich auf einen gemeinsamen Kontakt, einen Event oder gemeinsame Interessen beziehen und sagen, dass man sich über eine Verlinkung freut. Man kann zudem Unternehmen folgen. Damit man relevante Themen findet, gibt man in der Suchfunktion Hashtags ein (z.B. #skillsmanagement) und klickt auf «folgen».

Engage!

LinkedIn lebt von der Interaktion. Es gibt verschiedene Stufen von Engagement – und damit verbunden Best-Practice-Empfehlungen:

  • Like – mit einem Klick: Spannende Beiträge. Ziel: Aufmerksamkeit und Wertschätzung schenken. Tipp: Auch die Buttons Celebrate, Support, Love, Insightful, Curious ausprobieren!
  • Comment – sich als Experte und Expertin aktiv einbringen, Mehrwert schaffen, weiterführende Informationen angeben.
  • Share – Inhalte der eigenen Firma (via Unternehmensprofil) oder von ausgewählten Partnern oder Experten teilen. Immer mit eigenem Kommentar, um dem Netzwerk aufzuzeigen, warum der Inhalt relevant ist.
  • Post: Selber einen Post verfassen, um Know-how zu vermitteln. Wichtig: Spannende Headline, die zum Weiterlesen animiert. Dann zwei bis drei kurze Absätze, Call to Action (Kontaktangaben), 3-5 Hashtags, Bild hochladen oder Link einfügen. Tipp: Link im Nachhinein wieder rauslöschen, die Verlinkung bleibt bestehen. Personen im Netzwerk via @mention erwähnen, damit sie den Post sehen und reagieren können.
  • Write: LinkedIn Article – längerer Beitrag zu einem ausgewählten Hintergrundthema verfassen. LinkedIn bietet ein einfach zu verwendendes Content-Management-System, in dem Artikel übersichtlich formatiert und Fotos sowie Links auf Videos hochgeladen werden können.

Mit dem Aufwand steigt auch die Wirkung

Der LinkedIn-Algorithmus belohnt Nutzer, die regelmässig aktiv sind. Kommentiert und postet man regelmässig (z.B. mindestens zweimal wöchentlich), werden die Inhalte mehr Leuten im Netzwerk angezeigt. Kommentiert man einen Beitrag, ist der Kommentar im eigenen sowie im Netzwerk der Person sichtbar, von der der Post stammt. Damit vergrössert man seine Sichtbarkeit.

Interaktion im Netzwerk
Der LinkedIn-Algorithmus belohnt Nutzer, die regelmässig aktiv sind. Kommentiert und postet man regelmässig (z.B. mindestens zweimal wöchentlich), werden die Inhalte mehr Leuten im Netzwerk angezeigt.

NEU: LinkedIn Stories

NEU: LinkedIn Stories

Stories kennt man von Instagram und Facebook. Seit kurzem sind Stories auch auf LinkedIn verfügbar, allerdings nur auf der Mobile App.

Stories machen greifbarer und menschlicher und bieten eine gute Gelegenheit, im Netzwerk präsenter zu werden, Gespräche ins Rollen zu bringen oder Erfolge zu teilen. Doch wie setzt man sie auf der seriösen Business-Plattform LinkedIn ein?

Die wichtigsten Funktionalitäten und Do’s im Überblick:

Funktionalitäten

Do’s

Verfügbar für Unternehmen und Privatpersonen

Momente im Berufsleben und Alltag zeigen: Initiativen, Interessen
24 Stunden lang angezeigt Blicke hinter die Kulissen: Z.B. bei Workshops, Events, Firmenbesuchen
Fotos oder 20-sekündige Videos anhängen Neugierig machen: Teaser auf Projekte, Blogartikel oder Videos geben
Stickers, Text und @mentions hinzufügen Kurz, spannend und informativ verfasste Inhalte

Als Direktnachricht an Kontakte schicken

Informell aber relevant (die Ferien- und Hundefotos bleiben auf Instagram und Facebook)

Sehen, wer die Story aufgerufen hat

Neue Formate testen: Auf Wettbewerb oder Umfrage etc. verweisen

Weitere Informationen

Autorin

  • Sibylle Zumstein

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