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Der Kaufmännische Verband Schweiz ist das Kompetenzzentrum für Bildung und Beruf im kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Umfeld. Im Jahr 2023 feiert er sein 150-jähriges Bestehen und blickt dabei auf eine erfolgreiche und bewegte Geschichte zurück. Im Rahmen verschiedener Jubiläums-Anlässe widmet sich der Verband aber auch den Herausforderungen der Zukunft und nimmt die Arbeitswelten von morgen genauer unter die Lupe.

Jubiläums-Anlässe 2023

Im Jahr 2023 geben verschiedene Jubiläums-Anlässe den Takt an. Dabei widmet sich der Kaufmännische Verband Schweiz den Arbeitswelten der Zukunft. Welche Trends prägen die «New Work Culture»? Welche Entwicklungen stehen kaufmännischen Angestellten bevor?

  • 3.3.2023 – Offizieller Festakt, Bern (Persönliche Einladung)
     

  • 1.9.2023 – Arbeitswelten-Symposium, Zürich

Mehr Informationen zu den beiden Jubiläums-Anlässen und dessen Teilnahmemöglichkeiten werden in Kürze aufgeschaltet.

Jubiläums-Kampagne «buerogeschichten.ch»

In seiner Jubiläums-Kampagne «buerogeschichten.ch» bietet der Kaufmännische Verband Schweiz eine Zeitreise durch die kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Geschichte – von den 1870er Jahren bis heute – und zeigt auf, weshalb die KV-Lehre für das Schweizer Bildungssystem und Kaufleute für die hiesige Wirtschaft unabdingbar sind.

Mehr Informationen zur Jubiläums-Kampagne und deren Launch werden in Kürze aufgeschaltet.

Zeitleiste

1873- 2023: Eine erfolgreiche und bewegte Geschichte

  1. Am 14. April 1873 entstand der «Schweizerische Kaufmännische Verein» (damals noch: «Schweizerischer Verein junger Kaufleute») durch den Zusammenschluss lokaler Vereine junger Kaufleute, die sich seit den 1860er-Jahren gebildet hatten. Das Vereinsleben der Gründerjahre zeugt von gesellschaftlicher und kommunikativer Vielfalt: Neben der Gründung einer Vielzahl an Sektionen und Clubs waren die Errichtung einer kaufmännischen Stellenvermittlung (1876), die Führung des Offiziellen Verkaufsbüros der ersten Schweizer Landesausstellung in Zürich (1883) sowie die Herausgabe des «Schweizerischen Kaufmännischen Zentralblatts» (1897) zentrale Meilensteine. Die Entwicklungsphase des Verbands um die Jahrhundertwende war geprägt durch wirtschaftliches Wachstum, mit der eine funktionale Differenzierung der Berufsgruppen einherging. Der wirtschaftliche Stillstand während des Ersten Weltkriegs (1914–1918) hatte eine ausgedehnte Arbeitslosigkeit zur Folge. Der Verband begegnete sozialen Spannungen innerhalb der sich radikalisierenden Arbeiterbewegung mit Distanz und engagierte sich stattdessen bei der Gründung der «Vereinigung schweizerischer Angestelltenverbände (VSA)». Die Anstrengung des VSA führten im Dezember 1918 dazu, dass ein erster umfas­sen­der Gesamtarbeitsvertrag in der Schweiz abgeschlossen werden konnte. Zeitgleich wurde den kaufmännischen Frauen die Aufnahme in die Sektionen mit grosser Mehrheit ermöglicht.

  2. Politisch haben sich die Angestellten seit den 1920er-Jahren für einen «eigenen Weg in der Mitte zwischen links und rechts» entschieden: Zu den zentralen sozialen Errungenschaften des Verbands zählten die Einführung des arbeitsfreien Samstag­nachmittags, die Einführung eines «Fonds für soziale Zwecke», der den Grundstein für eine künftige Vorsorgeeinrichtung bilden sollte, die Einführung einer Invaliditäts- und Alters­vorsorge sowie der Einführung einer verbandinternen Arbeitslosenkasse. Diese Teilschritte waren wichtige Etappen auf dem Weg zur Einführung einer nationalen Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV), die am 6. Juli 1947 mit einem wuchtigen Mehr von annähernd 80% der (damals ausschliesslich männlichen) Stimmbürger angenommen wurde.

  3. Ein zentrales Tätigkeitsfeld des Vereins bestand in der bildungspolitischen Arbeit: Die bereits in den Gründungsstatuten definierten Bestrebungen, den kaufmännischen Fortbildungs­unterricht zu fördern, erhielten durch den Bundesbeschluss vom 15. April 1891 und den damit verbundenen Bundessubventionen nachhaltigen Auftrieb. Die beiden Grundsätze, nämlich die enge Ausrichtung auf die kaufmännische Berufspraxis sowie das Klein­klassen­system muten heute visionär an: der Transfer in den Arbeitsalltag war schon damals fest in der DNA der Ausbildung von Kaufleuten verankert. 1920 wurden wichtige Pfeiler zur Systematisierung der Berufsbildung eingeschlagen: Die Einführung von Fachprüfungen in Korrespondenz- und Bankwesen sowie Stenographie sollte insbesondere auch weiblichen Verbandsmitgliedern die Möglichkeit zum Diplomerwerb und zum beruflichen Aufstieg eröffnen.

  4. Angesichts der Weltwirtschaftskrise von 1929 verschlechterte sich die allgemeine Lage der Schweizer Beschäftigten markant: Waren vor Beginn der Krise im Jahresdurchschnitt 12 900 Arbeitslose registriert, steigerte sich deren Zahl bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 auf durchschnittlich 36 700 Personen. Neben den zunehmend stellenlosen älteren Arbeitnehmenden gesellte sich die gravierende Zunahme jüngerer Arbeitsloser, denen mit dem Bundesbeschluss über Krisenhilfe im April 1933 aktiv entgegengetreten wurde. Dennoch standen die Zeichen auf Sturm: Das Jahr 1945 bildete eine geopolitische Zäsur zwischen dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur und dem Beginn des Kalten Krieges, der erst 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer zu Ende gehen sollte.

  5. Die Jahre des wirtschaftlichen Aufschwungs seit den 1950er-Jahren verliehen dem Kaufmännischen Verein eine sukzessive Zunahme des Mitgliederbestands, der 1985 mit über 77 000 Mitgliedern seinen Höhepunkt erreichte. Allerdings wirkten exogene Kräfte einem weiteren Mitgliederwachstum diametral entgegen: Die sinkende standespolitische Relevanz durch die fortschreitende Spezialisierung des kaufmännischen Berufsstands (Computerzeitalter), die Verstaatlichung der einstigen sozialpolitischen Kernangebote (BVG-Obligatorium 1985) sowie globalisierte Märkte und Fusionen stellten den Verband vor neue grosse Herausforderungen.

  6. Demgegenüber war die Ausdifferenzierung der kaufmännischen Berufsabschlüsse (Höhere Fachprüfungen, Berufsprüfungen und Verbandsprüfungen) geprägt durch zahlreiche Bildungsinnovationen: 1963 wurde das Schweizerisches Institut für Betriebs­ökonomie SIB gegründet, aus der 1968 die Höhere Wirtschafts- und Verwaltungs­schule HWV hervorging. Diese Vollzeitschule fand 1986 ihr berufsbegleitendes Pendant in der Hochschule für Wirtschaft Zürich HWZ. Die HWZ ist bis heute die einzige private Fachhochschule der Schweiz, die von einem Verband (in Kooperation mit der Stiftung Juventus Schulen) geführt wird. Weitere Tochtergesellschaften wie examen.ch, das Schweizerische Informatik-Zertifikat SIZ, die SKV Immobilien AG, die KV Bildungsgruppe Schweiz sowie der Verlag SKV AG zeugen vom breiten bildungspolitischen Engagement des Kaufmännischen Verbands Schweiz, das 2023 mit der Reform der kaufmännischen Grundbildung einen neuen Höhepunkt erfahren wird.

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