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Corona-Umfrage der plattform

Mit der Lockerungsetappe vom 6. Juni geht die Arbeitswelt in die nächste Phase. Zahlreiche Berufsleute werden wieder den Weg zum Arbeitsplatz antreten. Für die plattform besteht dringender Handlungsbedarf, um die neuen Herausforderungen bezüglich Social Distancing auf dem Arbeitsweg und am Arbeitsplatz meistern zu können und Arbeitnehmenden die Angst vor der neuen Büro-Normalität zu nehmen.

27. Mai 2020

Am 16. April 2020 hat der Bundesrat erstmals seine Lockerungsstrategie aus dem Corona-Lockdown vorgestellt. Sie sieht eine stufenweise Lockerung der Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie und damit verbunden eine graduelle Öffnung sämtlicher Einrichtungen, v.a. der Dienstleistungsbetriebe, vor. Arbeitgeber müssen dafür ein branchenspezifisches Schutzkonzept vorlegen und sich an die Empfehlungen des BAG zur Verrichtung der Arbeit und zum Arbeitsweg halten. Wo möglich, empfiehlt der Bund Homeoffice zu machen. Nachdem Erwerbstätige, die aufgrund der behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Virus (Betriebs- und Schulschliessungen, Veranstaltungsverbote usw.) ihrer Arbeit von zu Hause, nur eingeschränkt oder gar nicht mehr nachgehen konnten, stehen sie in dieser Transitionsphase vor neuen Herausforderungen.

Umfrage zu den Arbeitsbedingungen während der Transitionsphase

In einer gemeinsamen Umfrage zu den Arbeitsbedingungen während der Transitionsphase aus dem Corona-Lockdown haben sich über 6400 erwerbstätige Mitglieder der unabhängigen und lösungsorientierten Arbeitnehmer- und Berufsverbände der plattform – bestehend aus dem Kaufmännischen Verband, den Angestellten Schweiz, der Schweizer Kader Organisation SKO, der Zürcher Gesellschaft für Personal-Management ZGP und veb.ch, dem Schweizer Verband für Rechnungslegung, Controlling und Rechnungswesen – mit dieser neuen Normalität auseinandergesetzt und über ihre Erfahrungen und Erwartungen während der Lockerungsphase berichtet.  

Fast die Hälfte der Befragten arbeitet wieder an ihrem normalen Arbeitsort, der Rest im Homeoffice. Insgesamt verrichten rund 10% Kurzarbeit. Wie gut können Berufsleute ihre Arbeit derzeit verrichten? Wie beurteilen sie die Lockerungsstrategie des Bundes? Welches sind ihre grössten Herausforderungen für die Rückkehr in den Normalbetrieb?

plattform-Mitglieder stehen hinter der Lockerungsstrategie des Bundes

Die bereits eingeleiteten Lockerungsmassnahmen des Bundes (obligatorische Schulen, Unterricht und Sport in Kleingruppen, Restaurants mit Auflagen, Märkte, Museen usw.) stossen mit jeweils über 70% auf grosse Zustimmung. Die befragten plattform-Mitglieder können die Massnahmen durchaus nachvollziehen. Sie gewährleisten weiterhin den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und zielen darauf hinaus, die wirtschaftlichen Schäden für die Schweizer Wirtschaft möglichst gering zu halten.  

Auch die letzte Woche noch bescheidener ausgestaltete dritte Etappe wird von den plattform-Mitgliedern weitgehend mitgetragen. Rund 75% der Befragten findet die Zulässigkeit von Treffen von mehr als 5 Personen eher bis sehr angemessen. Die Öffnung von Mittel-, Berufs- und Hochschulen sowie von weiteren Freizeitanlagen trifft bei Berufsleuten in Dienstleistungs- und Wissensberufen ebenfalls auf grosse Akzeptanz.

Social Distancing mit steigender Rückkehr aus dem Homeoffice gefährdet

94% der befragten plattform-Mitglieder, die trotz Corona oder seit dem 11. Mai wieder am Arbeitsplatz tätig sind, fühlen sich durch die aktuellen behördlichen Massnahmen und Schutzkonzepte sicher. Für Unsicherheit sorgt jedoch bereits jetzt zum Teil die mangelnde Distanz zu den Arbeitskollegen und der Arbeitsweg. Mit der bevorstehenden Lockerungsetappe vom 6. Juni geht die Arbeitswelt in die nächste Phase. Sie läutet die bisher grösste Welle der Homeoffice-Rückkehrer ein und bringt neue Herausforderungen insbesondere bezüglich Social Distancing – auf dem Arbeitsweg und am Arbeitsort – mit sich.

Knapp die Hälfte der befragten plattform-Mitglieder befanden sich letzte Woche noch im Homeoffice. Und dennoch gibt es bei 45% der Unternehmen noch kein Konzept für ihre Überführung in den Normalbetrieb. Es besteht also dringender Handlungsbedarf. 

 Umfangreiche Rückkehrkonzepte sind dringend notwendig

Die plattform appelliert an Unternehmen, umfassende Rückkehrkonzepte zu erarbeiten und ihre Angestellten in dieser Transitionsphase bestmöglich zu unterstützen. Dazu gehören nicht nur die eigentliche Planung der Rückkehr in den Betrieb (gestaffelt, nach Bedürfnis usw.) und spezifische Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz, bei Teamsitzungen, Kundengesprächen o.ä. sondern auch der Weg zum Arbeitsort: Wie kommen Berufsleute sicher und unter Einhaltung der Distanz-Empfehlungen überhaupt zur Arbeit? Neben den bereits geltenden behördlichen Massnahmen sollten Unternehmen diese Überlegungen unbedingt in ihre Corona-Strategie integrieren, um ihren Angestellten die Angst vor der neuen Büro-Normalität zu nehmen und die Rückkehr zum Arbeitsplatz so angenehm wie möglich zu gestalten.

Zur Umfrage

Vom 18. bis 22. Mai 2020 haben die fünf Arbeitnehmer- und Berufsverbände der plattform ihre erwerbstätigen Mitglieder zu den Arbeitsbedingungen während der Transitionsphase und den geplanten Lockerungsschritten des Bundes aus dem Corona-Lockdown befragt. Insgesamt haben sich über 6'400 Erwerbstätige an der Umfrage beteiligt. Die Geschlechter waren gleich vertreten, die französische Sprachregion mit nur knapp über 7% der Befragten. Die Einladung zur Befragung erfolgte per E-Mail. Die Befragung selbst wurde online durchgeführt.

Die Lockerung bedeutet für viele Berufsleute nicht gleich die Rückkehr zum Arbeitsalltag, wie man ihn noch vor Corona-Zeiten kennt. Sie kann auch eine Chance für die Neugestaltung der Arbeit- und Arbeitsformen sein. Wie sich Berufsleute in Dienstleistungs- und Wissensberufen ihren neuen Arbeitsplatz vorstellen und welche Learnings die aus der Krise gezogen haben, veröffentlichen wir in Kürze.

die plattform – «For a strong Swiss workforce»

Die plattform ist die politische Allianz unabhängiger und lösungsorientierter Arbeitnehmer- und Berufsverbände. Mit rund 88'000 Mitgliedern agiert sie im Interesse der Dienstleistungsberufe, in denen derzeit 80 Prozent der Erwerbstätigen tätig sind (Tendenz steigend) sowie der Wissensberufe, der am stärksten wachsenden Gruppe von Berufsleuten in der Schweiz. Sie arbeitet an innovativen Lösungen in bildungs-, sozial- und wirtschaftspolitischen Dossiers. Denn nur so können Erwerbstätige befähigt werden, ein erfülltes Berufsleben zu gestalten und ihr Potenzial über den gesamten beruflichen Werdegang hinweg zu entfalten. Starke und selbstbewusste Berufsleute sind der Grundstein für eine moderne und offene Gesellschaft.

Zahlreiche politische Geschäfte des Kaufmännischen Verbands werden als gemeinsame plattform-Themen betreut. 

Kontakt

Ursula Häfliger

Verantwortliche Politik beim Kaufmännischen Verband und Geschäftsführerin der plattform
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Ursula Häfliger

Emily Unser

Verantwortliche Media Relations und Public Affairs kfmv und Verantwortliche externe Kommunikation plattform
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