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«Ich werde als Mitarbeiter mit eigener Verantwortung angesehen.»
Dylan absolviert sein drittes Lehrjahr als Kaufmann am Westschweizer Hauptsitz von Coop in Vufflens-la-Ville (Waadt). Er spricht mit uns über die Abschlussprüfungen, den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in seinem Berufsalltag und seine Pläne nach Erhalt des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses (EFZ).
Wenn du auf die letzten fünf Monate zurückblickst, was zeigt dir am deutlichsten, dass du im dritten Lehrjahr bist?
Zu Beginn des dritten Lehrjahres habe ich die Abteilung gewechselt. Ich arbeite nun im Sicherheitsdienst. In dieser Abteilung sind nur Lernende im dritten Lehrjahr beschäftigt. Das Ziel besteht darin, uns eigene Verantwortlichkeiten zu übertragen, um uns auf die Zukunft vorzubereiten. Das ist anders als im letzten Jahr, als wir zwei Lernende und zwei Praktikumskräfte waren. In der Sicherheitsabteilung bin ich der einzige Lernende und werde wie ein Mitarbeiter behandelt. Das fördert das Verantwortungsbewusstsein. Die Arbeit ist sehr interessant und gefällt mir gut.
Wie bereitest du dich auf die Lehrabschlussprüfungen vor? Hast du schon mit dem Lernen angefangen?
Nein, ich habe noch nicht begonnen. Bei der Prüfung im Unternehmen weiss ich, was ich tun muss. Sie bezieht sich auf meine Aufgaben. Was die schulische Prüfung angeht, bin ich mir noch nicht ganz im Klaren. Ich hatte gerade eine Informationsveranstaltung dazu, aber sie war sehr allgemein gehalten. Es gab nur wenige Infos darüber, was konkret von uns erwartet wird. Wir werden in Kürze mehr erfahren. Im Moment ist alles noch etwas vage, sodass ich nicht wirklich mit dem Lernen beginnen kann.
Wie sieht es in deinem Unternehmen mit KI aus?
Wenn ich mich nicht irre, haben wir bei Coop eine eigene KI. Ich persönlich nutze sie eigentlich nie und kenne die Nutzungsrichtlinien nicht. Manchmal greife ich jedoch auf ChatGPT zurück, um beispielsweise Rechtschreibfehler zu korrigieren. Aber bei der Arbeit nutze ich KI nur sehr selten, da ich sie nicht brauche. Wenn ich meine Arbeit mache, weiss ich, was ich zu tun habe.
«Bei der Arbeit nutze ich KI nur sehr selten, da ich sie nicht brauche. Wenn ich meine Arbeit mache, weiss ich, was ich zu tun habe.»Dylan, KV-Lernender bei Coop
Und welche Rolle spielt KI in der Schule?
In der Schule nutze ich KI. Bei der Prüfung werden wir nur wenig Zeit haben, dafür aber Zugang zu ChatGPT. Uns wird ständig gesagt, dass wir lernen müssen, mit KI umzugehen, da sie das wichtigste Werkzeug für die Prüfung ist. Wenn ich mich für meine Prüfung daran gewöhnen will, muss ich sie also nutzen. Aber ich mag sie nicht besonders, denn mit KI kann man nie sicher sein, ob die Ergebnisse richtig sind. Das macht mir ein wenig Angst. Ich werde sie einfach so gut wie möglich nutzen.
Was hilft dir, dich zu entspannen oder dich wieder zu konzentrieren, wenn du gestresst bist?
Während einer Prüfung versuche ich, mich so wenig wie möglich stressen zu lassen. Ich atme tief durch oder schaue kurz in die Ferne und mache dann weiter. Ehrlich gesagt bin ich ausserhalb des Unterrichts oder der Arbeit nicht besonders gestresst. Ich vermeide es, mich zu sehr auf die Arbeit zu fixieren. Es ist nicht gut, wenn man ständig daran denkt. Prüfungen sind das, was mich am meisten stresst. Um den Druck zu verringern, bereite ich mich so gut wie möglich vor, damit ich mich sicher fühle. Ich mache auch Dinge, die mich auf andere Gedanken bringen, wie nach draussen gehen oder Videospiele spielen. Natürlich mache ich meine Hausaufgaben und alles, was ich zu tun habe, aber sobald ich damit fertig bin, schalte ich mit etwas völlig anderem ab.
Was möchtest du nach deiner Ausbildung machen?
Im Moment konzentriere ich mich auf mein EFZ und meine tägliche Arbeit. Über die Zukunft habe ich noch nicht wirklich nachgedacht. Aber wenn mir hier bei Coop eine Stelle angeboten wird, werde ich wahrscheinlich bleiben, denn es ist ein gutes Unternehmen. Andernfalls werde ich entweder in einem anderen Bereich studieren oder in einem anderen Unternehmen als kaufmännischer Angestellter weiterarbeiten. Konkrete Pläne habe ich noch keine. Ich habe jedoch meiner Ausbilderin bereits gesagt, dass ich daran interessiert bin, bei Coop zu bleiben. Mal sehen, wie es weitergeht. Ausserdem muss ich noch zum Militärdienst. Das möchte ich so schnell wie möglich nach Erhalt meines EFZ machen.
Wie stellst du dir dein Leben in einem Jahr vor?
Wenn alles nach Plan läuft, werde ich mein EFZ in der Tasche haben. Und ich könnte mir gut vorstellen, dass ich noch immer bei Coop arbeite. In welcher Abteilung genau, ist schwer zu sagen.
«Im Moment konzentriere ich mich auf mein EFZ und meine tägliche Arbeit. Über die Zukunft habe ich noch nicht wirklich nachgedacht.»Dylan, KV-Lernender bei Coop
Veröffentlicht am: 01.03.2026
Autor:in: Christine Theumann
Steckbrief Dylan: Der Kontaktfreudige
Kampagne «mini Lehrzyt»
Der Kaufmännische Verband Schweiz begleitet die vier Lernenden Chloe, David, Dylan und Nari während ihrer Lehrzeit. Sie berichten zweimal jährlich über ihren Lehralltag und die Erfahrungen in der Schule und im Betrieb. Dabei erfahren wir, was sie sich von ihrer Lehrzeit erhoffen, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert werden und wie sie sich auf den Berufsalltag vorbereiten.
Die Lernenden haben ihre Lehre im August 2023 angefangen und arbeiten nach dem System der neuen KV-Reform. Neben dem Fokus auf Handlungskompetenzen eignen sie sich Fachwissen und Fähigkeiten an, die sie auch branchen- und berufsübergreifend einsetzen können. Damit ihnen nach der Lehrzeit alle Möglichkeiten offenstehen.
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Kaufmännischer Verband Schweiz