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«Plötzlich ist man der älteste Lernende – und übernimmt Verantwortung»

David absolviert das dritte Lehrjahr seiner KV-Lehre bei Pfizer. Im Interview spricht er über neue Rollen im Betrieb, seinen Respekt vor dem Qualifikationsverfahren und darüber, wie er mit Training und Kochen für Ausgleich sorgt.

David, wenn du zurückschaust auf die letzten Monate: Woran merkst du, dass du jetzt im dritten Lehrjahr bist? 

Ich merke es an mehreren Dingen. Zum einen an den neuen Lernenden, die im August gestartet haben. Plötzlich bin ich der Älteste, der, zu dem sie mit Fragen kommen. Ich kenne die Abläufe und bin für die Jüngeren eine Ansprechperson. Das ist neu. Gleichzeitig merken auch die Mitarbeitenden, dass ich jetzt im dritten Lehrjahr bin. Ich geniesse mehr Vertrauen und bekomme mehr Verantwortung. 

In der Schule wird es langsam ernst: Wir haben bereits mit der Repetition begonnen. Themen aus dem ersten und zweiten Lehrjahr kommen wieder, und ich denke: «Wow, das ist schon zweieinhalb Jahre her.» Vor kurzem hatte ich meine erste Abschlussprüfung in Englisch – das war ein spezieller Moment. 

Wie sieht dein Plan für die Prüfungsvorbereitung aus? 

Ganz ehrlich: Im Moment habe ich noch keinen fixen Lernplan. Aber ich habe mir vorgenommen, ab Februar regelmässig zu lernen – am Abend jeweils eine halbe Stunde die Basics zu repetieren. Und ich möchte einen Repetitionskurs in Finanz- und Rechnungswesen besuchen, das ist mein schwächstes Fach. Es hilft mir, alles nochmals erklärt zu bekommen und nicht alles allein zu machen. Vielleicht klingt das früh, aber so habe ich weniger Stress vor dem Qualifikationsverfahren (QV). Denn ich habe durchaus Respekt vor dem Abschluss. Trotzdem versuche ich, meine Freizeit, die Arbeit und das Lernen auszubalancieren. 

«Ich bin jetzt der, zu dem andere Lernende mit Fragen kommen.»
David, KV-Lernender bei Pfizer

Nutzt du KI im Betrieb oder in der Schule? Wie setzt du sie ein? 

In der Schule nutze ich KI, ja. Wenn ich etwas nicht verstehe oder ein Fachbegriff auftaucht, frage ich ChatGPT. Ich nutze es auch, um Texte zu verbessern oder Ideen zu sammeln. Manchmal schreibe ich einen Text grob vor und lasse ihn dann korrigieren. Die Formulierungen sind so oft schöner. Aber ich kontrolliere immer, ob der Inhalt noch stimmt. 

Im Betrieb setzen wir Microsoft Copilot ein. Ich habe eine Lizenz und nutze es, um mir gewisse Prozesse erklären zu lassen. Für mich ist es dort aber weniger relevant als in der Schule. Wichtig ist: keine personenbezogenen Daten eingeben und kritisch bleiben. 

Was hilft dir, bei Stress runterzufahren oder fokussiert zu bleiben? 

Sport ist mein Ausgleich. Ich gehe regelmässig ins Gym, meistens am Abend, manchmal auch mit Kollegen. Das bringt mich auf andere Gedanken. Und: Ich koche gerne. Am liebsten einfache Gerichte mit Fleisch oder asiatische Rezepte. Das ist für mich Entspannung. Und wenn es zu viel wird, schlafe ich einfach. Das hilft immer. 

«Mein Rezept gegen Stress: Gym, Kochen und manchmal einfach Schlafen.»
David, KV-Lernender bei Pfizer

Was hast du nach dem QV vor? Hast du schon Pläne? 

Ich möchte zuerst ins Militär. Viele aus meinem Jahrgang haben das schon hinter sich, ich bin etwas jünger. Deshalb würde ich gerne direkt nach der Lehre ein paar Monate arbeiten. Danach gehe ich ins Militär. Und später möchte ich wahrscheinlich noch studieren. Ein Auslandssemester wäre auch interessant. Ich kann mir also unterschiedliche Wege vorstellen und bin sicher, dass etwas davon klappen wird. Aber zuerst gilt: Abschluss schaffen.


Veröffentlicht am: 14.4.2026
 

Autor:in: Sibylle Zumstein

«Ich will regelmässig lernen – dann habe ich vor dem QV weniger Stress.»
David, KV-Lernender bei Pfizer

Steckbrief David: Der Neugierige

Kampagne «mini Lehrzyt»

Der Kaufmännische Verband Schweiz begleitet die vier Lernenden Chloe, David, Dylan und Nari während ihrer Lehrzeit. Sie berichten zweimal jährlich über ihren Lehralltag und die Erfahrungen in der Schule und im Betrieb. Dabei erfahren wir, was sie sich von ihrer Lehrzeit erhoffen, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert werden und wie sie sich auf den Berufsalltag vorbereiten.

Die Lernenden haben ihre Lehre im August 2023 angefangen und arbeiten nach dem System der neuen KV-Reform. Neben dem Fokus auf Handlungskompetenzen eignen sie sich Fachwissen und Fähigkeiten an, die sie auch branchen- und berufsübergreifend einsetzen können. Damit ihnen nach der Lehrzeit alle Möglichkeiten offenstehen.

Jetzt entdecken! 

«mini Lehrzyt» – Eine Lehre fürs Leben

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