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Vom CEO-Office an die Spitze der Kommunikation
Die Berufsprüfung Direktionsassistent:in (Executive Assistant) kann Türen öffnen – bis in die Kommunikationsleitung eines internationalen Unternehmens. Sandra Kunz ging genau diesen Weg bei der Ricola Group.
Erfunden hat sie’s zwar nicht, aber wenn Ricola kommuniziert, dann war Sandra Kunz wahrscheinlich involviert. Als Head of Corporate Communications bei der Ricola Group verantwortet sie mit ihrem Team die gesamte interne und externe Kommunikation. Medienanfragen landen ebenso bei ihr wie digitale Kampagnen oder strategische Themen aus der Geschäftsleitung. «Einen typischen Arbeitstag gibt es bei mir eigentlich gar nicht. Dafür ist meine Rolle viel zu vielseitig.» Das zeigt sich etwa dann, wenn der CEO kurzfristig eine Videobotschaft an die internationalen Standorte plant.
Ricola ist heute weit mehr als eine Schweizer Bonbonmarke: Das Familienunternehmen mit Sitz in Laufen bei Basel ist mit Tochterfirmen in Europa, Asien sowie in den USA präsent. Dabei koordiniert Kunz Inhalte, bringt Botschaften auf den Punkt und ist Sparringspartnerin der Geschäftsleitung.
Zwischen Werkhalle und Weltmarkt
Obwohl Ricola weltweit tätig ist, liegen Hauptsitz und Produktion in Laufen. Für Kunz bedeutet das, Kommunikation international und gleichzeitig nahe am Werk zu denken. Neue Teammitglieder aus dem Büro verbringen deshalb mindestens einen Tag in der Produktion. «Gerade in einem Industrieunternehmen ist es wichtig zu verstehen, wie das Produkt entsteht», sagt sie. «Wer für Ricola kommuniziert, sollte wissen, wie die Kräuter vom Feld ins Bonbon gelangen und welche Perspektiven die Mitarbeitenden in der Produktion einbringen.»
Schon früh übernahm die 35-Jährige Verantwortung in Assistenzfunktionen. So arbeitete sie nach ihrer kaufmännischen Lehre bei einer Privatbank als C-Level-Assistant direkt an der Seite der Geschäftsleitung. Irgendwann stellte sich die Frage: «Reicht Erfahrung oder braucht es zusätzlich auch ein theoretisches Fundament?» Deshalb entschied sie sich 2011 für die Berufsprüfung zur Direktionsassistentin (Executive Assistant).
Vom Mitdenken zum Mitentscheiden
Für sie war die Weiterbildung mehr als nur eine weitere Zeile im Lebenslauf. «Wenn Theorie und Praxis so zusammenkommen wie in dieser Weiterbildung, zahlt das immer auf die eigene Entwicklung ein», ist Sandra Kunz überzeugt. «Sie stärkte das Selbstverständnis, nicht nur organisatorisch zu unterstützen, sondern Teil von Entscheidungsprozessen zu sein.» Prägend war das strategische Denken – Gewohntes nicht einfach fortzuführen, sondern Entscheidungen bewusst an der Unternehmensstrategie auszurichten und neue Entwicklungen früh mitzudenken. So half ihr dieses Fundament, Schritt für Schritt mehr Verantwortung zu übernehmen.
Eigenes Profil geschärft mit der Berufsprüfung Executive Assistant
Rückblickend habe ihr die Berufsprüfung nicht nur Kompetenzen vermittelt, sondern auch Klarheit verschafft. Dadurch habe Sie zunehmend besser gespürt, wo ihre Interessen und Stärken liegen. «In meinem Fall war es die Kommunikation.» Nach weiteren Stationen – unter anderem bei der Schweizerischen Nationalbank und beim Schweizer Radio und Fernsehen – übernahm sie 2019 den Job als Head CEO Office bei Ricola und wechselte damit von der Direktionsassistenz in die Kommunikationsleitung. Heute ist sie Kommunikationsverantwortliche der Ricola Group. Für Sandra Kunz ist deshalb klar: «Die Prüfung zur Executive Assistant ist kein Abschluss, sondern ein wertvolles Sprungbrett.»
Weniger Routine, mehr Verantwortung
Auch das Berufsbild selbst hat sich verändert. So übernehmen Digitale Tools und KI heute viele Routinearbeiten. Bei Ricola unterstützen personalisierte KI-Prompts, die den Sprachstil des CEOs berücksichtigen, das Verfassen von Texten – «das reduziert so die Admin-Last», sagt Kunz.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen. Denn die Rolle wird strategischer, beratender und ist stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden. Für Sandra Kunz ist die Berufsprüfung zur Direktionsassistentin (Executive Assistant) nach wie vor relevant. «Denn sie gibt fachliche Sicherheit und hilft, die eigene Rolle weiterzuentwickeln», sagt sie. Ihr Beispiel zeigt damit: Wer Theorie und Praxis verbindet, erweitert seinen Handlungsspielraum – über klassische Assistenzaufgaben hinaus.
Erstmals veröffentlicht am: 2.4.2026
Autor:in: Ismail Osman, Schriber Kommunikation
«Die Prüfung zur Executive Assistant ist kein Abschluss, sondern ein wertvolles Sprungbrett.»Sandra Kunz, Head of Corporate Communications bei der Ricola Group