Seitennavigation & Suche

Was gilt es in Bezug auf das Coronavirus arbeitsrechtlich zu beachten? Was dürfen/müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber? Welche Auswirkungen hat die Schulschliessung auf unsere KV-Lernenden sowie die Studierenden unserer Weiterbildungsschulen? Was ist mit Kurzarbeitsentschädigung? Erhalten Arbeitnehmer trotz Kurzarbeit ihren vereinbarten Lohn?

In unserem FAQ klären wir Arbeitnehmer auf und antworten auf die wichtigsten Fragen in Bezug auf Kurzarbeit, Auslandsreisen und behördliche Quarantäne. Wir informieren über die Auswirkungen von Massnahmen wie der Schulschliessung auf Lernende und Studierende unserer Weiterbildungsschulen.

Letzte Aktualisierung: 07.05.2020

In der Schweiz wurde der erste Coronavirus-Fall im Februar 2020 bestätigt. Weitere Erkrankungsfälle sind seitdem auftreten; Die Anzahl betroffener Personen steigt rasant an. Mehrere hundert Personen sind derzeit in ihrem Wohnkanton in Quarantäne.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht mittlerweile von einer Pandemie. Auch der Schweizer Bundesrat  stuft die Situation in der Schweiz als «ausserordentliche Lage» gemäss Epidemiengesetz ein. Entsprechend hat der Bundesrat gemeinsam mit den kantonalen Behörden Massnahmen erlassen, etwa Einschränkungen für grössere Veranstaltungen sowie die Schliessung aller Schulen. Die Wirtschaft steht vor grossen Herausforderungen.

Im Dezember 2019 wurde in Wuhan (China) eine aussergewöhnliche Häufung von Lungenentzündungen beobachtet. Diese sind auf das neuartige Coronavirus (Covid-19) zurückzuführen. Es gehört zur selben Familie wie die SARS-Viren (Severe Acute Respiratory Syndrome) und stammt ursprünglich von Tieren, welche sehr wahrscheinlich auf einem Wildtier- und Fischmarkt in Wuhan gehalten wurden. Seither wird es von Mensch zu Mensch übertragen (Tröpfcheninfektion) und breitet sich so weiter aus.

Allgemeine Fragen

  1. Aus Angst, angesteckt zu werden, können Arbeitnehmer nicht einfach so der Arbeit fernbleiben. Falls sie die Möglichkeit haben, Homeoffice zu machen, können sie ihren Arbeitgeber anfragen, ob sie davon vermehrt Gebrauch machen können. Falls möglich, können sie auch Urlaub nehmen.

    Falls Arbeitnehmer selber den Verdacht haben, ansteckend zu sein, da sie evtl. Symptome aufweisen, können sie in dieser Situation wie in jedem anderen Krankheitsfall zu Hause bleiben. Sie müssen das entsprechende Arztzeugnis erst nach 5 Tagen ihrem Arbeitgeber einreichen. 

  2. Der Arbeitgeber hat aber aufgrund seiner Fürsorgepflicht alles zu unternehmen, damit die Möglichkeit einer Ansteckung möglichst geringgehalten werden kann (z.B. Hygienemassnahmen, Homeoffice, keine Auslandeinsätze usw.). Nach OR 328 muss er aufgrund seiner Fürsorgepflicht entsprechende Massnahmen ergreifen, auf die Gesundheit gebührend Rücksicht nehmen und Weisungen erteilen. Die Massnahmen müssen selbstverständlich verhältnismässig sein und dürfen nicht in Persönlichkeitsrechte eingreifen.

  3. Das ist eine ganz heikle Frage. Die Fürsorgepflicht verpflichtet zwar den Arbeitgeber, den Arbeitnehmern Schutz und Fürsorge zu verschaffen und alles zu unterlassen, was ihren berechtigten Interessen entgegenstehen könnte. Ob der Arbeitgeber im Falle einer Ansteckung am Arbeitsplatz seiner Sorgfalts- und Fürsorgepflicht nachgekommen ist oder nicht, d.h. ob er alles unternommen hat, um die berechtigten Interessen des Arbeitnehmers zu schützen, muss jeweils im Einzelfall geprüft werden.

  4. Liegt der Grund für die Arbeitsunfähigkeit in den persönlichen Verhältnissen des Arbeitnehmers, besteht nach Art. 324a OR auch weiterhin eine Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers. Das heisst: Arbeitnehmer, bei denen das neue Coronavirus nachgewiesen wird und die krankheitsbedingt ausfallen, haben weiterhin Anspruch auf Lohn.

  5. Grundsätzlich gelten die Empfehlungen zur Prävention der saisonalen Grippe:

    • Hände waschen: Mehrmals täglich gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen.
    • In ein Papiertaschentuch husten oder niesen: Beim Husten oder Niesen ein Papiertaschentuch vor Mund und Nase halten. Das Papiertaschentuch nach Gebrauch in einem Abfalleimer werfen und danach gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen.
    • In die Armbeuge husten oder niesen: Wenn kein Papiertaschentuch zur Verfügung steht, in die Armbeuge husten oder niesen. Dies ist hygienischer als die Hände vor den Mund zu halten. Sollten doch die Hände benutzt werden, gleich danach gründlich mit Wasser und Seife waschen.
    • Oberflächen reinigen: Handys, Tastaturen, Mäuse etc. reinigen.
    • Bei Krankheit zu Hause bleiben: Bei Unwohlfühlen und Krankheitssymptomen, solltet ihr zu Hause bleiben. So wird verhindert, dass die Krankheit weiter übertragen wird.
    • Kontakt zu Kranken vermeiden: Vermeidet engen Kontakt mit erkrankten Menschen.

Schutzkonzepte

  1. Um das Risiko der Ansteckung zu verringern, sind gemäss der Covid-19 Verordnung 2 öffentlich zugängliche Einrichtungen für das Publikum geschlossen. Seit der Lockerung Ende April besteht die Pflicht der Erarbeitung und Umsetzung eines Schutzkonzeptes für Betreiber von Einrichtungen und Organisatoren von Veranstaltungen, welche geöffnet sein dürfen. Namentlich sind dies:

    • Lebensmittelläden und sonstige Läden (z. B. Kioske, Tankstellenshops), soweit sie Lebensmittel oder Gegenstände für den täglichen Bedarf anbieten; Imbiss-Betriebe (Take-away), Betriebskantinen, Lieferdienste für Mahlzeiten und Restaurationsbetriebe für Hotelgäste
    • Apotheken, Drogerien und Läden für medizinische Hilfsmittel (z.B. Brillen, Hörgeräte)
    • Poststellen und Postagenturen
    • Verkaufsstellen von Telekommunikationsanbietern
    • Banken
    • Tankstellen
    • Bahnhöfe und andere Einrichtungen des öffentlichen Verkehrs
    • Werkstätten für Transportmittel
    • Öffentliche Verwaltung
    • soziale Einrichtungen (z.B. Anlaufstellen)
    • Beerdigungen im Familienkreis
    • Gesundheitseinrichtungen wie Spitäler, Kliniken und Arztpraxen sowie Praxen und Einrichtungen von Gesundheitsfachpersonen nach Bundesrecht und kantonalem Recht;
    • Hotels und Beherbergungsbetriebe sowie Stellplätze für Wohnwagen und Wohnmobile, die für eine Dauermiete oder für Fahrende vorgesehen sind
    • Bau- und Gartenfachmärkte, einschliesslich Gärtnereien und Blumenläden
    • Betriebe mit personenbezogenen Dienstleistungen mit Körperkontakt wie Coiffeure, Massagen, Tattoo-Studios und Kosmetik
    • Einrichtungen zur Selbstbedienung wie Solarien, Autowaschanlagen oder Blumenfelder

    Der Bund stellt den Branchenverbänden ein Musterschutzkonzept zur Verfügung. Branchenverbände (wo vorhanden) können für ihre Mitglieder Grobkonzepte für die ganze Branche erarbeiten. Die Sozialpartner d.h. Angestelltenverbände wie der Kaufmännische Verband werden angehört und können ihre Punkte einbringen. Besteht kein Branchenverband stellt der Bund ein Standard-Schutzkonzepte für Betriebe zur Verfügung.

    Zu den Schutzkonzepten (SECO)

  2. Der Arbeitgeber muss in jedem Fall die Mitarbeitenden über den Inhalt des Schutzkonzepts gut informieren. Ansonsten kann nicht von einer sinngemässen Umsetzung des Schutzkonzepts gesprochen werden. Im Musterkonzept des Bundes ist die Information der Mitarbeitenden sowie der Kundschaft beschrieben.

  3. Arbeitnehmende sollen den Mangel dokumentieren und ihre direkt vorgesetzte Person darau ansprechen. Falls dies schwierig ist oder nicht den gewünschten Erfolg bringt, haben Arbeitnehmende die Möglichkeit, sich an ihre Personalkommission zu wenden. Nützt dies auch nichts, können sie sich, an ihren Sozialpartner oder an das kantonale Arbeitsinspektorat ihres Einsatzkantons wenden. In der Covid-19 Verordnung 2 behält sich der Bund vor, Betriebe, welche kein genügendes Konzept vorweisen können, zu schliessen.

    Weiterführende Links:

  4. Für alle Betriebe, welche aktuell gemäss Covid-19 Verordnung 2 kein Schutzkonzept erarbeiten müssen, gelten natürlich trotzdem die BAG-Regeln zu Social Distancing (Abstand halten, Hygiene beachten und möglichst Homeoffice), welche in jedem Betrieb zwingend eingehalten werden müssen.

    Zu SECO Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Homeoffice

  1. Der Begriff Homeoffice steht für die Arbeit von Zuhause aus, in Ergänzung zur Arbeit im Corporate Office und bei Kunden oder Partnern.

  2. Einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice haben Arbeitnehmer nicht – es sei denn, dies ist im Arbeitsvertrag bereits so vereinbart. Der Arbeitgeber kann aufgrund seines Weisungsrechtes (Art. 321d OR) dem Arbeitnehmer grundsätzlich jeden zumutbaren Arbeitsplatz zuweisen, wobei der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen muss. Der Arbeitnehmer hat diese Weisung zu befolgen und kann somit den Arbeitsplatz grundsätzlich nicht selber wählen.

    Jedoch gilt, dass der Arbeitgeber zum Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter verpflichtet ist (Art. 328 OR) und die ihm zumutbaren Massnahmen zu treffen hat (wie in der aktuellen Situation z.B. Homeoffice). Sind die Massnahmen objektiv ungenügend, hat ein Mitarbeiter das Recht, die Arbeit zu verweigern. Dass der Arbeitgeber darauf mit einer Kündigung reagiert, kann nicht ausgeschlossen werden. Bei einer berechtigten Arbeitsverweigerung wäre eine deswegen ausgesprochene Kündigung zwar missbräuchlich, aber rechtlich wirksam.

    Falls die betroffene Person zu einer Risikogruppe gehört, muss gemäss Verordnung des Bundesrates der Arbeitgeber Homeoffice gewähren.

  3. Grundsätzlich hat der Arbeitgeber den Arbeitnehmer die Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Setzt der Arbeitnehmer eigene Arbeitsmittel ein, so ist er dafür von Gesetzes wegen angemessen zu entschädigen, soweit nichts anderes vereinbart ist (Art. 327 OR).

    Der Arbeitgeber muss Auslagen, die durch die Arbeit notwendig wurden, vergüten (OR327a). Der Arbeitnehmer hat jedoch sowohl die Notwendigkeit als auch die Höhe zu beweisen. Bei höheren Beträgen empfiehlt es sich vorab den Arbeitgeber schriftlich zu informieren und das Einverständnis abzuwarten, damit zu einem späteren Zeitpunkt kein Rechtsstreit entsteht.

    Davon ausgehend, dass die Krise längere Zeit dauern wird, sollte der Arbeitgeber im Rahmen seiner Fürsorgepflicht die Einrichtung eines geeigneten Homeoffice unterstützen und den Arbeitnehmenden die erforderlichen Arbeitsmittel zur Verfügung stellen.

  4. Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass durch entsprechende Verschlüsselung die Datenübermittlung den betriebseigenen Sicherheitserfordernissen genügt.

  5. Auch im Homeoffice gelten die Bestimmungen des Arbeitsgesetzes. Das heisst: Arbeitnehmer haben auch im Homeoffice Anrecht auf eine Pause und müssen die Arbeits- und Ruhezeiten einhalten.

  6. Nein, diese Aktivitäten werden nicht für den Arbeitgeber erledigt und gelten somit nicht als Arbeitszeit. Je nach Tätigkeit im Homeoffice ist es möglich, eine Pause für solche Aktivitäten einzuschieben. Das darf jedoch nicht als Arbeitszeit gezählt werden.

    Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten die Rahmenbedingungen für Homeoffice im Team klar festlegen, d.h. die gewünschte Form der Zusammenarbeit und die gegenseitige Erwartungshaltung (z.B. Erreichbarkeit, Reaktionszeit) definieren. Der individuelle Freiheitsgrad sollte dabei nicht durch restriktive Reglemente unnötig eingeschränkt werden.

    Wegen der Schliessung der Schulen sind viele mit der Kombination von Home Schooling und Homeoffice konfrontiert. Wird die Erwerbstätigkeit durch die Kinderbetreuung teilweise oder ganz eingeschränkt, sollte man dies dem Arbeitgeber melden. Der Arbeitgeber kann (wie die Kinderzulagen) bei der Ausgleichskasse eine Entschädigung für die Kinderbetreuung beantragen. Diese beträgt 80% des entgangenen Lohnes, aber maximal CHF 196.-/Tag.

    Weitere Informationen: SECO

  7. Für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist der Arbeitgeber auch dann verantwortlich, wenn die Mitarbeitenden von Zuhause arbeiten.

  8. Entscheidend für erfolgreiches Homeoffice ist das Beachten einiger Grundsätze. Der Kaufmännische Verband hat sie im Artikel So gelingt Homeoffice zusammengetragen.

Berufsbildung und Schulschliessung

  1. Nein. Präsenzveranstaltungen in weiterführenden Schulen sind voraussichtlich bis zum 8. Juni verboten, wobei Präsenzunterricht bis 5 Personen ab dem 11. Mai wieder erlaubt ist. Die Berufsfach- und Weiterbildungsschulen informieren gegenüber ihren Schüler/innen und Studierenden, was dies für die jeweiligen Klassen und den Unterricht bedeutet. Die Schulen bemühen sich um die Anwendung von neuen digitalen Lehr- und Lernformen (Fernunterricht, Arbeitsaufträge, virtuelle Klassenzimmer u.a.).

    Bei Fragen zum Schulunterricht und dessen Weiterführung melden Sie sich bitte direkt bei Ihrer Berufsfach- oder Weiterbildungsschule.

  2. Bis zum 8. Juni hat der Bundesrat alle Präsenzveranstaltungen an Berufsfachschulen verboten, wobei Präsenzunterricht bis 5 Personen ab dem 11. Mai wieder erlaubt ist. Der Ausbildungsauftrag der Berufsfachschulen an die Lernenden wird grundsätzlich weitergeführt. Die Schulen bemühen sich um die Anwendung von neuen digitalen Lehr- und Lernformen (Fernunterricht, Arbeitsaufträge, virtuelle Klassenzimmer u.a.). Die Berufsfachschule informiert hierzu sowohl die Lernenden als auch die Lehrbetriebe laufend. Die ausfallenden Schultage werden dazu genutzt, um die Aufträge der Schule zu bearbeiten.

    Der Kaufmännische Verband appelliert an alle Lehrbetriebe, ihre Lernenden die Schulaufträge von zuhause machen zu lassen. Das bedeutet: keine ÖV-Nutzung und kein physischer Kontakt zu anderen Mitarbeitenden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die vom Bundesrat verordnete Schulschliessung auch tatsächlich zur Eindämmung und Bekämpfung des Coronavirus beiträgt

  3. Lehrbetriebe sind verpflichtet, die Schutzmassnahmen gemäss BAG auch für Lernende einzuhalten und entsprechende Massnahmen zu treffen (Hygienemassnahmen, Homeoffice, bis hin zu Betriebsschliessungen). Davon ausgehend, dass die Krise längere Zeit dauern wird, ist Homeoffice gerade für KV-Lernende eine sinnvolle und in der Regel praktikable Lösung, um sowohl den Gesundheitsschutz als auch die Weiterführung der Ausbildung zu gewährleisten. Der Kaufmännische Verband fordert alle Lehrbetriebe auf, ihren Lernenden das Arbeiten im Homeoffice, wo immer dies machbar ist, zu ermöglichen, sie bei der Einrichtung ihres neuen Arbeitsplatzes zu unterstützen und ihnen die dafür erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen.

    Es bestehen verschiedene Möglichkeiten, die jeder Arbeitgeber individuell auf die neue Situation seiner Branche und seines Betriebs anpassen muss.

    • Einzelne Tage oder komplettes Homeoffice für Lernende: Die Berufs- und Praxisbildner/innen sollen den Lernenden klare Arbeitsaufträge mitgeben. Die Kommunikation und der Austausch von Informationen kann über E-Mail, Telefon, Videokonferenzen und Desktop-Sharing sichergestellt werden. Mittels Desktop-Sharing ist es auch möglich, einzelne Arbeitsschritte den Lernenden vorzuzeigen.
    • Homeoffice für einen Teil der Belegschaft, um das Ansteckungsrisiko zu senken und den Betrieb aufrecht zu erhalten: In diesem Fall können die Lernenden wechselnd durch unterschiedliche Personen im Lehrbetrieb betreut werden.
    • Aufgrund der Schulschliessungen kann es zudem sinnvoll sein, den Lernenden Zeit zum selbständigen Lernen zu geben – insbesondere dann, wenn aufgrund der aktuellen Situation wenig Aufgaben im Lehrbetrieb zu erledigen sind.

    Die Rahmenbedingungen, wie z.B. die Arbeitszeit, die Erreichbarkeit und Anleitungen für Videokonferenz-Tools (wie Zoom, Microsoft Teams, Whereby, Skype usw.) müssen durch die Betriebe vorgegeben und durch die Lernenden eingehalten werden.

  4. Lernende in Lehrbetrieben, die von einer Schliessung betroffen sind, haben weiter die Schulpflicht zu erfüllen. Die Berufsfachschulen stellen entsprechende Lernangebote bereit (Fernunterricht, Arbeitsaufträge, virtuelle Klassenzimmer u.a.), welche die Lernenden von zu Hause aus bearbeiten.

  5. In Branchen, in denen die Arbeit aufrechterhalten wird, besteht zum Teil ein besonderer Personalmangel mit entsprechenden potenziellen Mehreinsätzen von Lernenden. Trotz der Mehrbelastung rufen die Verbundpartner und der Kaufmännische Verband die Ausbildungsbetriebe dazu auf, den Bildungsauftrag nicht zu vernachlässigen. Die arbeitsrechtlichen Regelungen (insbesondere Arbeitszeit und Überstunden/Überzeit) sowie die Vorgaben des BAG sind einzuhalten.

    Die Jugendberatung des Kaufmännischen Verbands unterstützt Lernende in solchen Situationen jederzeit gerne. Die Grundsätze der nationalen Verbundpartner zu dieser Frage finden Sie zudem in diesem Dokument.

  6. Ja, die überbetrieblichen Kurse (üK) sind ebenfalls vom Schliessungsentscheid des Bundesrates betroffen. Unterricht und Trainings in ÜK-Zentren finden zurzeit nicht statt. In Branchen, wo dies möglich ist, wird auch hier «Distance Learning» eingesetzt. Die zuständigen Branchenverbände und -organisationen sind für die Umsetzung verantwortlich und werden Lernende wie Lehrbetriebe laufend informieren.

QV und Prüfungen

  1. Die Lernenden sollen trotz Coronavirus wie in den Vorjahren ihren Lehrabschluss mit einem eidg. Fähigkeitszeugnis bzw. einem eidg. Berufsattest realisieren können. Dies gilt auch für die Berufsmaturität. Das Qualifikationsverfahren sieht dieses Jahr aufgrund der aktuellen Situation jedoch anders aus.

    Allgemeine, berufsunspezifische Informationen zum Thema "Neues Coronavirus und die Berufsbildung in der Schweiz" finden Sie auf folgender Webseite: Berufsbildung 2030.

    Die Verbundpartner der Berufsbildung haben am 9. April 2020 beschlossen, dass die schulischen Abschlussprüfungen nicht stattfinden und stattdessen die Erfahrungsnoten ins Abschlusszeugnis übernommen werden. Dies gilt auch für die Grundbildungen Kauffrau/-mann EFZ, Büroassistent/in EBA, Detailhandelsfachfrau/-mann EFZ und Detailhandelsassistent/in EBA.

    Für die betrieblichen bzw. praktischen Prüfungen bestanden verschiedene Varianten, welche pro Beruf festgelegt werden konnten. Die für den jeweiligen Beruf zuständige Organisation der Arbeitswelt beantragte jeweils ihre bevorzugte Variante. Diese Eingabe wurde von einer Expert/innengruppe der Kantone geprüft und vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) genehmigt. Detaillierte Informationen dazu entnehmen Sie bitte den nachfolgenden Abschnitten.

  2. Für das QV 2020 von angehenden Kaufleuten EFZ finden weder schulische, noch betriebliche/praktische Lehrabschlussprüfungen statt. Stattdessen zählen die Erfahrungsnoten. Dieser Entscheid gilt für alle 21 Ausbildungs- und Prüfungsbranchen im kaufmännischen Bereich. Es gelten die Bestehensregeln der aktuellen Bildungsverordnung (Art. 22).

    Schulischer Teil
    Es finden keine schulischen Abschlussprüfungen statt. In der kaufmännischen Grundbildung wurden im Fach «Information / Kommunikation / Administration» sowie im E-Profil die zweite Fremdsprache bereits vor der Corona-Krise (Ende 2. Lehrjahr) geprüft. Auch die Fachnote «Projektarbeiten» liegt vor. Diese Noten zählen für das eidgenössische Fähigkeitszeugnis. In allen anderen Fächern bildet die Erfahrungsnote die Abschlussnote.In allen anderen Fächern zählen die Erfahrungsnoten. Diese werden anstelle der Prüfungsnoten eingesetzt. Wo die Prüfungsnote gewichtet ist (WG I im E-Profil), wird die Gewichtung übernommen. Da eine Note nicht zweimal verwendet werden darf, entfällt die Fachnote WG II. Vorhandene Fremdsprachdiplome werden im Rahmen der bestehenden Regelungen angerechnet.

    Diese Bestimmungen gelten sinngemäss auch für die schulisch organisierte Grundbildung.

    Betrieblicher Teil
    Es finden keine betrieblichen Abschlussprüfungen statt. Stattdessen stützt sich der Abschluss auf die betriebliche Erfahrungsnote.

    Die betriebliche Erfahrungsnote setzt sich aus 6 Arbeits- und Lernsituationen (ALS), 2 Prozesseinheiten (PE) oder alternativ aus 2 Kompetenznachweisen aus den überbetrieblichen Kursen (ÜK-KN) zusammen. Dabei werden praktische Fähigkeiten im Berufsalltag im Rahmen eines Arbeitsauftrags bzw. einer zu erbringenden Dienstleistung geprüft. Bei der schulisch organisierten Grundbildung besteht die betriebliche Erfahrungsnote aus dem Kompetenznachweis im Rahmen der integrierten Praxisteile, aus 2 ALS und 1 PE oder 1 ÜK-KN.

    Mehr Informationen auf der Website der SKKAB.

  3. Für das QV 2020 von angehenden Büroassistent/innen EBA finden weder schulische, noch betriebliche/praktische Lehrabschlussprüfungen statt. Stattdessen zählen die Erfahrungsnoten. Es gelten die Bestehensregeln der Bildungsverordnung.

    Schulischer Teil
    Es finden keine schulischen Abschlussprüfungen statt. Für die schulische Schlussnote werden die bereits vorliegende Note für die «begleitete fächerübergreifende Arbeit» und die Erfahrungsnote, d.h. das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe aller Semesterzeugnisse bis und mit dem 3. Semester der Fächer «Information / Kommunikation / Administration», «Wirtschaft und Gesellschaft» und «Standardsprache» übernommen.

    Betrieblicher Teil
    Es finden keine betrieblichen Abschlussprüfungen statt. Stattdessen stützt sich der Abschluss auf die betriebliche Erfahrungsnote.

    Für den Qualifikationsbereich «Berufliche Praxis» werden die Kompetenznachweise im Lehrbetrieb und in den überbetrieblichen Kursen (ÜK) berücksichtigt. Der Qualifikationsbereich gilt als «erfüllt», sofern mindestens 66 Punkte von maximal 81 möglichen Punkten aufgrund der Bewertung des Kompetenzendiagramms (Betrieb 72 Punkte und ÜK 9 Punkte) erreicht werden.

    Mehr Informationen auf der Website der IGKG.

  4. Für das QV 2020 von angehenden Detailhandelsfachleute EFZ finden weder schulische, noch betriebliche/praktische Lehrabschlussprüfungen statt. Dieser Entscheid gilt für alle 28 Ausbildungs- und Prüfungsbranchen des Detailhandels.

    Qualifikationsbereiche «Detailhandelskenntnisse», «Lokale Landessprache», «Fremdsprache», «Wirtschaft»
    Es finden keine (schulischen) Abschlussprüfungen statt. Die Erfahrungsnoten bilden die Abschlussnoten.

    Qualifikationsbereich «Praktische Arbeiten»
    Es finden keine betrieblichen Abschlussprüfungen statt. Stattdessen stützt sich der Abschluss auf die betriebliche Erfahrungsnote. Dabei zählt die Beurteilung durch den Lehrbetrieb zu 40%, die Beurteilung allgemeine Branchenkunde zu 10% und die Beurteilung spezielle Branchenkunde (üK) zu 40%. Es gelten die Bestehensregeln der aktuellen Bildungsverordnung (Art. 20).

    Mehr Informationen im Factsheet Angepasstes Qualifikationsverfahren Detailhandel Detailhandelsfachmann/-frau EFZ vom 4. Mai 2020 (PDF) und auf der Website von BDS.

  5. Für das QV 2020 von angehenden Detailhandelsassistent/innen EBA finden weder schulische, noch betriebliche/praktische Lehrabschlussprüfungen statt. Dieser Entscheid gilt für alle 28 Ausbildungs- und Prüfungsbranchen des Detailhandels.

    Qualifikationsbereiche «Detailhandelspraxis», «Lokale Landessprache», «Wirtschaft»:

    Es finden keine (schulischen) Abschlussprüfungen statt. Die Erfahrungsnoten bilden die Abschlussnoten.

    Qualifikationsbereich «Praktische Arbeiten»
    Es finden keine betrieblichen Abschlussprüfungen statt. Stattdessen stützt sich der Abschluss auf die betriebliche Erfahrungsnote. Dabei zählt die Beurteilung durch den Lehrbetrieb zu 40%, die Beurteilung allgemeine Branchenkunde zu 20% und die Beurteilung spezielle Branchenkunde (üK) zu 40%. Es gelten die Bestehensregeln der aktuellen Bildungsverordnung (Art. 18).

    Mehr Informationen im Factsheet Angepasstes Qualifikationsverfahren Detailhandel Detailhandelsassistent/-in EBA vom 4. Mai 2020 (PDF)[CN2]  auf der Website von BDS.

  6. Nein. Dieses Jahr wird in der ganzen Schweiz auf die kantonalen Prüfungen der eidgenössischen Berufsmaturität verzichtet. Die Prüfungen werden durch Erfahrungsnoten ersetzt. Im 2. Lehrjahr vorgezogene, aber noch nicht abgelegte Abschlussprüfungen werden auf den nächstmöglichen Zeitpunkt verschoben. Mehr dazu in der COVID-19-Verordnung kantonale Berufsmaturitätsprüfungen (PDF) vom 29. April 2020.

    Dies gilt auch für die lehrbegleitende Berufsmaturität bzw. für Kaufleute mit «M-Profil». Die im Rahmen der für das Jahr 2020 geltenden Bestimmungen für die Berufsmaturität vorhandenen Noten werden aufgrund von Art. 44 der Bildungsverordnung Kauffrau/Kaufmann EFZ regulär in das eidgenössische Fähigkeitszeugnis übernommen.

    Auch die Schülerinnen und Schüler, welche eine Berufs- oder Fachmatur ablegen, erhalten auf diese Art und Weise rechtzeitig ihre Abschlusszeugnisse und können sich so fristgemäss für ein weiterführendes Studium einschreiben.

  7. Die vorgezogenen Prüfungen im Fach «Information/Kommunikation/Administration» sowie im E-Profil die zweite Fremdsprache für Lernende im 2. Ausbildungsjahr finden nicht statt. Im Hinblick auf die Abschlussprüfung 2021 zählen die Erfahrungsnoten, zudem können Fremdsprachdiplome angerechnet werden, sofern diese bis zum Ende des zweiten Lehrjahres (bis 31. Juli 2020) abgeschlossen wurden.

    Diese Bestimmungen gelten sinngemäss auch für die schulisch organisierte Grundbildung.

  8. Es fliessen nur die Semesterzeugnisnoten in die Gesamtbeurteilung ein, die bis zum Ende des ersten Semesters 2019/2020 erzielt wurden. Mehr dazu in der nachfolgenden Frage zum Thema «Notenrechner».

  9. Es gibt noch verschiedene offene Umsetzungsfragen, wozu auch diese gehört. Diese Fragen werden in den nächsten Tagen und Wochen geklärt.

  10. Ja (ausgenommen für Repetent/innen und Nachholbildung nach Artikel 32 BBV). Dieser Notenrechner wurde von der für den Beruf zuständigen SKKAB freigegeben und findet sich unter kfmv.ch/qv. Er steht zur persönlichen Information und Berechnung zur Verfügung. Lernende werden ausdrücklich gebeten, bitte NICHT die Prüfungssekretariate der Berufsfachschulen oder andere Stellen zu kontaktieren und sich nach (Teil-)Noten oder Bestehen / Nicht-Bestehen zu erkundigen. Es werden hierzu vorab keine individuellen Auskünfte erteilt. Auch Expert/innen dürfen keine Angaben über die Noten machen, sie unterstehen der Schweigepflicht. Die Resultate werden den Kandidat/innen nach Abschluss aller Qualifikationsbereiche mittels Notenausweis schriftlich mitgeteilt. Den offiziellen Bestehensentscheid erhalten Lernende wie jedes Jahr bis 31. Juli 2020. Noch offene Umsetzungsfragen zu den Notengrundlagen bei Profilwechseln, Repetent/innen und Nachholbildung nach Artikel 32 BBV werden derzeit geklärt und die betroffenen Kandidat/innen so rasch wie möglich informiert.

  11. Es finden keine schriftlichen Abschlussprüfungen statt. Die im Rahmen von Berufsschulunterricht neu erworbenen Erfahrungsnoten werden angerechnet. Sofern keine neuen Erfahrungsnoten beigebracht werden, findet in jedem zu wiederholenden Qualifikationsbereich anstelle der schriftlichen Prüfung ein Fachgespräch statt. Dieses dauert 30 Minuten. Ein Informationsblatt mit weiteren Details ist in Vorbereitung und wird so rasch als möglich auf der Website der SKKAB publiziert und mit der Einladung zum Fachgespräch zugestellt. Die Fachgespräche finden ab Anfang Juni 2020 bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Noten, d.h. bis zum 17. Juli 2020, statt. Der genaue Zeitpunkt wird durch die zuständige kantonale Prüfungsbehörde festgelegt.

    Im betrieblichen Teil werden im Rahmen eines neuen Lehrvertrages erworbene Erfahrungsnoten übernommen. Falls die Abschlussprüfung «Berufspraxis mündlich» wiederholt werden muss, gelten die bestehenden Vorgaben der kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen.

    Mehr Informationen auf der Website der SKKAB, der Website der IGKG und der Website von BDS.

  12. Es finden keine schriftlichen Abschlussprüfungen statt.

    Mit erneutem Besuch der Berufsfachschule und mit Lehrvertrag:

    • Es zählen nur die schulischen Erfahrungsnoten des 5. Semesters.
    • Anstelle der praktischen Prüfung, sofern diese wiederholt werden muss, tritt die betriebliche Schlussbeurteilung.

    Mit erneutem Besuch der Berufsfachschule und ohne Lehrvertrag:

    • Es zählen nur die schulischen Erfahrungsnoten des 5. Semesters.
    • Sofern der Betrieb in der Lage ist, eine betriebliche Schlussbeurteilung abzugeben, tritt diese anstelle der praktischen Prüfung, sofern diese wiederholt werden muss. Diese Frage ist zwischen dem Betrieb und der kantonalen Prüfungsorganisation zu klären. Ist der Betrieb dazu nicht in der Lage, findet nach dem 16. Oktober 2020 eine praktische Prüfung statt, sofern diese wiederholt werden muss. 

    Ohne erneutem Besuch der Berufsfachschule und ohne Lehrvertrag:

    • Es finden Fachgespräche (PDF) in den zu wiederholenden schulischen Qualifikationsbereichen statt.
    • Sofern der Betrieb in der Lage ist, eine betriebliche Schlussbeurteilung abzugeben, tritt diese anstelle der praktischen Prüfung, sofern diese wiederholt werden muss. Diese Frage ist zwischen dem Betrieb und der kantonalen Prüfungsorganisation zu klären. Ist der Betrieb dazu nicht in der Lage, findet nach dem 16. Oktober 2020 eine praktische Prüfung statt, sofern diese wiederholt werden muss.

    Mehr Informationen auf der Website der BDS.

  13. Es finden keine schriftlichen Abschlussprüfungen statt.

    Mit erneutem Besuch der Berufsfachschule und mit Lehrvertrag:

    • Es zählen nur die schulischen Erfahrungsnoten des 3. Semesters.
    • Anstelle der praktischen Prüfung, sofern diese wiederholt werden muss, tritt die betriebliche Schlussbeurteilung.

    Mit erneutem Besuch der Berufsfachschule und ohne Lehrvertrag:

    • Es zählen nur die schulischen Erfahrungsnoten des 3. Semesters.
    • Sofern der Betrieb in der Lage ist, eine betriebliche Schlussbeurteilung abzugeben, tritt diese anstelle der praktischen Prüfung, sofern diese wiederholt werden muss. Diese Frage ist zwischen dem Betrieb und der kantonalen Prüfungsorganisation zu klären. Ist der Betrieb dazu nicht in der Lage, findet nach dem 16. Oktober 2020 eine praktische Prüfung statt, sofern diese wiederholt werden muss. 

    Ohne erneutem Besuch der Berufsfachschule und ohne Lehrvertrag:

    • Es finden Fachgespräche (PDF) in den zu wiederholenden schulischen Qualifikationsbereichen statt.
    • Sofern der Betrieb in der Lage ist, eine betriebliche Schlussbeurteilung abzugeben, tritt diese anstelle der praktischen Prüfung, sofern diese wiederholt werden muss. Diese Frage ist zwischen dem Betrieb und der kantonalen Prüfungsorganisation zu klären. Ist der Betrieb dazu nicht in der Lage, findet nach dem 16. Oktober 2020 eine praktische Prüfung statt, sofern diese wiederholt werden muss.

    Mehr Informationen auf der Website der BDS.

  14. Es finden keine schriftlichen Abschlussprüfungen statt. Erwachsene, die ausserhalb eines geregelten Bildungsganges zum Qualifikationsverfahren zugelassen werden (im Sinne von Art. 32 BBV), absolvieren ein Fachgespräch gemäss den Richtlinien des Bundes. Dieses dauert 45 Minuten im schulischen Teil und 30 Minuten im betrieblichen Teil. Das Fachgespräch im betrieblichen Teil entspricht dem bestehenden Konzept der Ausbildungs- und Prüfungsbranche «Dienstleistung und Administration». Die Noten aus den beiden Fachgesprächen werden je als Schlussnote für den betrieblichen und den schulischen Teil der

    Abschlussprüfung übernommen. Ein Informationsblatt mit weiteren Details ist in Vorbereitung und wird so rasch als möglich auf der Website der SKKAB publiziert und mit der Einladung zum Fachgespräch zugestellt. Die Fachgespräche finden ab Anfang Juni 2020 bis zum Zeitpunkt der Abgabe der Noten, d.h. bis zum 17. Juli 2020, statt. Der genaue Zeitpunkt wird durch die zuständige kantonale Prüfungsbehörde festgelegt.

    Mehr Informationen auf der Website der SKKAB und der Website der IGKG.

  15. Es finden keine schriftlichen Abschlussprüfungen statt. Erwachsene, die ausserhalb eines geregelten Bildungsganges zum Qualifikationsverfahren zugelassen werden (im Sinne von Art. 32 BBV), absolvieren ein Fachgespräch gemäss den Richtlinien des Bundes. Bezüglich der Rahmenbedingungen und Inhalte der Fachgespräche gelten gesamtschweizerisch die von BDS als nationale Organisation der Arbeitswelt (OdA) erarbeiteten Vorgaben, vgl. Fachgespräch für Detailhandelsfachleute (PDF) und Fachgespräch für Detailhandelsassistent/innen (PDF).

    Mehr Informationen auf der Website der BDS.

  16. Verschiedene Zertifikats-, Berufs- und Höhere Fachprüfungen, die in den nächsten Wochen zentral durchgeführt worden wären, wurden abgesagt bzw. verschoben. Sie werden als angemeldete/r Prüfungsteilnehmende/r direkt durch die Prüfungsträgerschaft bzw. die Prüfungsorganisation über den aktuellen Stand und allfällige neue Termine informiert.

  17. Nein. Die Absolvierenden müssen die eidgenössische Prüfung abgelegt haben, damit sie ein Beitragsgesuch stellen können. Dies gilt auch, wenn eine Prüfung verschoben werden muss.

    Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich Teilbeiträge zu beantragen (Ausnahmefall). Die Bedingungen für einen Antrag auf Teilbeiträge vor der eidgenössischen Prüfung gelten wie bis anhin.

Selbständige

  1. Als Selbständigerwerbende gelten Personen, die unter eigenem Namen auf eigene Rechnung arbeiten sowie in unabhängiger Stellung sind und ihr eigenes wirtschaftliches Risiko tragen. 

  2. Im Moment erhalten Selbständigerwerbende, welche direkt aufgrund von behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) ihrer Arbeit nicht mehr, oder nur eingeschränkt, nachgehen können eine Entschädigung über die AHV-Ausgleichskasse. Zu den behördlichen Massnahmen zählen: Schulschliessungen, ärztlich verordnete Quarantäne sowie Betriebsschliessungen oder Veranstaltungsverbot (z.B. Restaruants, Coiffeur-Salons, Künstler, Zulieferer, etc.)

    Selbständige, welche indirekt von den behördlichen Massnahmen oder dem Coronavirus betroffen sind und dadurch Erwerbsausfälle erleiden, erhalten rückwirkend eine 2-monatige Entschädigung für den Zeitraum vom 17. März bis 17. Mai 2020.

    Weitere Informationen auf ahv-iv.ch.

  3. Die Entschädigung über die Ausgleichskasse beträgt 80% des AHV-pflichtigen Einkommens (vor Corona), höchstens aber 196 CHF pro Tag. Bei unregelmässigen Einkommen wird der Durchschnitt der letzten 3 Monate verwendet.

    Die AHV-Ausgleichskassen können Arbeitgebern und Selbstständigen mit Liquiditätsengpässen, einen Aufschub der AHV-Beiträge gewähren. Der Zahlungsaufschub ist während sechs Monaten von Verzugszinsen befreit.

    Gesuche um Erwerbsersatztschädigung können bei der AHV-Ausgleichskasse eingereicht werden. Die Auszahlungen erfolgen im Folgemonat.

    Weitere Informationen:

Kinderbetreuung

  1. Soweit die Eltern von schulpflichtigen Kindern die von den Schulen zur Verfügung gestellte Notbetreuung nicht in Anspruch nehmen können, müssen sie ihre Kinder bis zur Organisation einer alternativen Betreuungsmöglichkeit selber betreuen. Dies gilt auch beim Wegfall der Kita-Betreuung oder der Betreuung durch die Grosseltern. Der Bundesrat hat am 20.3.2020 verordnet, dass Eltern, die ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von Schulschliessungen unterbrechen müssen, um ihre Kinder zu betreuen, Anspruch auf Entschädigung haben.

  2. Wenn die Erwerbstätigkeit durch die Kinderbetreuung teilweise oder ganz eingeschränkt wird, sollte der Angestellte dies dem Arbeitgeber melden. Der Arbeitgeber kann (wie die Kinderzulagen) bei der Ausgleichskasse eine Entschädigung für die Kinderbetreuung beantragen. Diese beträgt 80% des entgangenen Lohnes, aber maximal CHF 196/Tag.
    Weitere Informationen: SECO

Kurzarbeit

  1. Von Kurzarbeit spricht man, wenn der Arbeitgeber aus wirtschaftlichen Gründen (z.B. Arbeitsausfall aufgrund fehlender Aufträge) die Arbeitszeit vorübergehend um mindestens 10% kürzt. Um Kündigungen zu verhindern, kann der Arbeitgeber im Einverständnis des Mitarbeitenden die Arbeitszeit reduzieren und damit Löhne einsparen. Die Mitarbeitenden werden für den Arbeitsausfall von der Arbeitslosenversicherung entschädigt werden.

    Innerhalb von zwei Jahren wird die Kurzarbeitsentschädigung während höchstens 12 Monaten ausgerichtet. Der Bundesrat kann bei erheblicher Arbeitslosigkeit die Höchstdauer um 6 Monate verlängern.

  2. Die Zustimmung zur Kurzarbeit ist notwendig und muss schriftlich erfolgen.

    Arbeitnehmer haben aber auch das Recht, die Entschädigung abzulehnen. Im Fall einer Ablehnung, muss der Arbeitgeber weiterhin den vollen Lohn bezahlen, jedoch steigt bei Ablehnung das Risiko, die ordentliche Kündigung zu erhalten, massiv.

  3. Der Arbeitnehmer hat als Folge seiner Treuepflicht den Arbeitgeber auf seinen Fehler hinzuweisen. Hält der Arbeitgeber an seiner Praxis fest, verstösst er gegen geltendes Recht. Ihnen empfehlen wir die Arbeitspläne, entsprechende Weisungen zu kopieren und für sich ihre Arbeitsstunden festzuhalten.

  4. Der Arbeitgeber hat dies nach Beurteilung der wirtschaftlichen Situation der Unternehmung zu tun. Die Aufforderung das Pensum zu reduzieren, ist eine Weisung, an die sich der Arbeitnehmer zu halten hat.

  5. Für den Arbeitsausfall erhalten betroffene Arbeitnehmer eine Kurzarbeitsentschädigung. Diese beträgt 80% des Verdienstausfalls, d.h. 80% des wegfallenden Lohns.

    Aufgrund der neuen Verordnung des Bundesrats vom 20.3.2020 müssen Arbeitnehmer nicht mehr zuerst ihre Überstunden abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können.

    Detail-Fragen zur Kurzarbeitsentschädigung können die zuständige kantonale Amtsstelle sowie die Arbeitslosenkasse beantworten. Adressen finden Sie hier.

  6. Arbeitnehmer dürfen nicht einfach so eine andere Stelle annehmen. Dafür braucht es die Einwilligung des Arbeitgebers, die aber in der Regel nicht verweigert werden darf. Der Lohn der anderen Arbeitsstelle muss dem ersten Arbeitgeber gemeldet werden.

    Die Kurzarbeitsentschädigung hingegen wird nur dann gekürzt, wenn sie zusammen mit dem Verdienst aus der Zwischenbeschäftigung den Verdienstausfall beim ersten Arbeitgeber übersteigt.

  7. Der Arbeitnehmer ist erst dann zur Suche einer Zwischenbeschäftigung verpflichtet, wenn seine ursprüngliche Arbeit für länger als einen Monat ganz eingestellt wird.

  8. Nein. Der Arbeitgeber darf den Ferienanspruch nicht wegen Kurzarbeit kürzen. Sollten Arbeitnehmer jedoch während der Kurzarbeit Urlaub beziehen, könnte es sein, dass der Arbeitgeber nur den gekürzten Lohn bezahlen muss.  Dieser Punkt ist nicht leicht zu beantworten.

    Detail-Fragen zur Kurzarbeitsentschädigung können die zuständige kantonale Amtsstelle sowie die Arbeitslosenkasse beantworten. Adressen finden Sie hier.

  9. Ja, der Bundesrat hat am 20. März 2020 beschlossen, dass die Kurzarbeitsentschädigung auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen sowie für Personen im Dienst einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden und der Arbeitsausfall auch für Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, anrechenbar werden. Dabei wird bis maximal 80% des auf die ausgefallenen Arbeitsstunden anrechenbaren Verdienstausfalls entschädigt.

    Der Kaufmännische Verband macht sich jedoch dafür stark, dass Lehrbetriebe ihren Lernenden als Zeichen der Unterstützung den vollen Lernendenlohn auszahlen. Er ruft ausserdem alle Lehrbetriebe auf, trotz der wirtschaftlich schwierigen Situation, Lehrvertragsauflösungen zu vermeiden. Unternehmen sind und werden auch weiterhin auf Fachkräfte angewiesen sein: Es ist im ureigenen Interesse der Lehrbetriebe, den beruflichen Nachwuchs weiterhin zu rekrutieren, auszubilden und damit zu sichern.

  10. Ja. Der Arbeitgeber muss weiterhin sämtliche Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, weshalb er trotz Reduktion des Pensums weiterhin den Betrag in gleicher Höhe abziehen kann, ausser es besteht eine andere Vereinbarung über den Abzug der Arbeitnehmerbeiträge.

Behördliche Quarantäne

  1. Quarantäne bedeutet nicht gleich ansteckend: Unter Quarantäne werden auch Personen mit Verdacht auf das neue Coronavirus genommen d.h. die in Kontakt mit einem Coronavirus-Patienten waren oder akute Symptome wie z.B. Atembeschwerden, Husten oder Fieber aufweisen. Dabei handelt es sich um präventive Massnahmen, mit denen die Gesundheitsbehörden die Ansteckungsketten ausfindig machen und Betroffene besser isolieren können. Eine solche Quarantäne dauert 10 Tage. Betroffene müssen in ihrer Wohnung bleiben und den Kontakt zu anderen vermeiden. Sie können nicht zur Arbeit gehen und ihren Tätigkeiten nur begrenzt nachgehen.

    Wenn die Arbeitnehmer unter Quarantäne stehen, müssen sie dem Arbeitgeber selbstverständlich melden, dass sie nicht zur Arbeit erscheinen können. Sie müssen sich aber nur dann krankmelden, wenn sie tatsächlich krank sind.

  2. Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Die Gesetzeslage ist komplex.

    Werden ganze Gebiete behördlicherseits unter Quarantäne gestellt, so ist die Arbeitsverhinderung nicht persönlich begründet und es besteht insofern keine Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers. Hingegen kann die anordnende Behörde betroffene Personen nach dem Epidemie-Gesetz Art. 63 jedoch entschädigen: Das heisst: Arbeitnehmer, bei denen das neue Coronavirus (noch) nicht nachgewiesen wurde, deren Wohnkanton jedoch unter allgemeine Quarantäne fällt, werden nicht vom Arbeitgeber entlöhnt. Sie fallen nicht krankheitsbedingt aus, sondern aufgrund gegen sie gerichteter behördlicher Massnahmen. Sie können finanziell entschädigt werden, wenn sie aufgrund der Quarantäne Schäden erleiden und diese Schäden nicht anderweitig gedeckt werden.

    Werden dagegen einzelne Personen aufgrund spezifischer Umstände behördlicherseits unter Quarantäne gestellt, liegt der Grund für die Arbeitsunfähigkeit wieder in den persönlichen Verhältnissen des Arbeitnehmers. Nach Art. 324a OR kann die Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers allenfalls wieder angewendet werden. Das heisst: Arbeitnehmer, bei denen das neue Coronavirus (noch) nicht nachgewiesen wurde, die aber persönlich in Quarantäne genommen werden, können weiterhin entlöhnt werden.

  3. Gemäss Bundesratsentscheid vom 20.3.2020 gibt es Anspruch auf die Entschädigung bei einem Erwerbsunterbruch aufgrund von einer durch einen Arzt verordneten Quarantäne. Arbeitnehmer erhalten in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung (EO; Erwerbsersatz bei Dienstleistung oder Mutterschaft) ein Taggeld. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag. Die Entschädigung ist auf 10 Taggelder für Personen in Quarantänemassnahmen begrenzt.

Auslandsreisen

  1. Der Arbeitgeber hat selber ein Interesse daran, dass sich seine Arbeitnehmer nicht anstecken. Gemäss dem Kaufmännischen Verband sollte sich ein Arbeitnehmerweigern können, in ein «Betroffenes Gebiet» zu reisen, d.h. in ein Land oder eine Region, in der eine fortgesetzte Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch stattfindet oder wo dies angenommen wird. Dazu dienlich sind auch die behördlichen Reiseempfehlungen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

  2. Der Bundesrat rät seit dem 13. März 2020, auf nicht dringliche Auslandreisen zu verzichten. Seit dem 16. März 2020 empfiehlt er Schweizer Reisenden im Ausland, an ihren Wohnsitz zurückzukehren, solange dies mit kommerziellen oder eigenen Mitteln noch möglich ist. Sie riskieren sonst, im Ausland blockiert zu bleiben.

Kontakt

Bei weiteren Fragen steht Ihnen unser Rechtsdienst tatkräftig zur Seite. Rufen Sie uns an unter 0442834510 oder schreiben Sie uns an rechtsdienst@kfmv.ch.

Bei spezifischen Fragen zur Situation in der Lehre  steht Lernenden, Eltern sowie Berufs- und Praxisbildner/innen unsere Jugendberatung zur Seite. Schreiben Sie uns an jugend@kfmv.ch.

Im Zeichen der Solidarität erhalten auch Nichtmitglieder kostenlose Beratungen für arbeitsrechtliche Anliegen im Zusammenhang mit dem Coronavius.

Weiterführende Links

Kostenlose Merkblätter