«Offen auf Menschen zugehen bringt dich am weitesten»
David hat seine dreijährige KV-Lehre mit integrierter Berufsmaturität (BM1) bei Pfizer absolviert. Im letzten Interview der Reihe «mini Lehrzyt» blickt er auf seine Lehrzeit zurück, spricht über seine Entwicklung als Mensch, seine Erfahrungen am Qualifikationsverfahren und seine Pläne nach dem Lehrabschluss.
David, wenn du heute auf deine gesamte Lehrzeit zurückblickst: Was würdest du deinem Ich vom ersten Lehrjahr mit auf den Weg geben?
Ich würde mir raten, offen auf andere Menschen zuzugehen. Das ist eine der wichtigsten Erfahrungen, die ich während der Lehre gemacht habe. Egal ob Mitarbeitende, Vorgesetzte oder Kundinnen und Kunden – wenn man positiv und offen auf andere zugeht, bringt einen das enorm weiter. Am Anfang habe ich mir oft viele Gedanken gemacht. Wie soll ich auftreten? Wie komme ich an? Welchen ersten Eindruck hinterlasse ich?
Heute weiss ich, dass Offenheit und Freundlichkeit eine gute Grundlage für jede Zusammenarbeit schaffen. Ausserdem würde ich mir empfehlen, mich möglichst früh mit Programmen wie Excel auseinanderzusetzen. Das habe ich während der Lehre immer wieder gebraucht. Wenn ich mich zu Beginn einmal ein paar zusätzliche Stunden hingesetzt hätte, hätte ich mir später viel Zeit ersparen können.
Gab es etwas, das dich während der Lehre gestört hat? Würdest du etwas ändern, wenn du könntest?
Ehrlich gesagt nicht wirklich. Ich hatte das Glück, gute Betreuerinnen und Betreuer und ein unterstützendes Umfeld zu haben. Wenn ich etwas ändern könnte, dann höchstens die Verteilung von Schule und Arbeit. Meine Schultage waren immer Montag und Dienstag. Persönlich hätte ich lieber Montag und Freitag Schule gehabt. So kommt man am Dienstag zur Arbeit und hat nicht das Gefühl, zu viel verpasst zu haben. Das ist aber eher eine persönliche Präferenz als ein echtes Problem.
Was hat sich bei dir persönlich am meisten verändert?
Ich bin deutlich offener geworden. Während der Lehre habe ich gelernt, mit Menschen unterschiedlichen Alters zusammenzuarbeiten und auf neue Personen zuzugehen. Das hat mir persönlich viel gebracht.
Auch meine Einstellung zur Arbeit hat sich verändert. Ich habe gelernt, nicht mit überhöhten Erwartungen an jede Aufgabe heranzugehen. Es gibt spannende Projekte, aber es gibt auch Routinearbeiten. Beides gehört zum Berufsalltag dazu. Wenn man akzeptiert, dass nicht jede Aufgabe die Lieblingsaufgabe sein muss, arbeitet es sich viel entspannter und man macht sich selbst weniger Druck.
«Offen auf andere Menschen zuzugehen, hat mich während der Lehre am weitesten gebracht.»David, KV-Lernender bei Pfizer
Wie ist es dir am Qualifikationsverfahren ergangen?
Vor den Prüfungen der Berufsmaturität* hatte ich grossen Respekt. Ich wusste, dass das anspruchsvoll werden würde. Trotzdem hatte ich insgesamt ein gutes Gefühl – und das hat sich bestätigt, denn ich habe bestanden!
Ich hatte mir ursprünglich vorgenommen, drei Monate vor den Prüfungen mit Lernen zu beginnen. Das hat dann nicht geklappt, weil der Druck noch nicht da war. Wirklich motiviert war ich erst in den letzten Wochen vor den Prüfungen. In der Zeit habe ich täglich gelernt und mich intensiv vorbereitet, ich konnte mich auch gut konzentrieren. Rückblickend würde ich es wahrscheinlich wieder ähnlich machen.
* Da David die BM1 absolviert, ist der Erhalt des Berufsmaturitätszeugnisses (BMZ) an den erfolgreichen Abschluss des Eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses (EFZ) geknüpft.
Wie geht es nach der Lehre weiter?
Bis Ende 2026 bleibe ich mit einem Teilzeitpensum bei Pfizer, ich kann zu 50 Prozent im HR arbeiten. Im Januar rücke ich dann ins Militär ein. Parallel dazu schaue ich mir auch andere Möglichkeiten an. Aktuell führe ich ein Gespräch mit einer Robotikfirma, wo ich ebenfalls noch im Teilzeitpensum arbeiten könnte. Das gibt mir Struktur und so stelle ich sicher, dass ich nicht zuhause rumhänge, bis ich ins Militär gehe.
Grundsätzlich bin ich offen dafür, die Branche zu wechseln. Die Pharmaindustrie war spannend, aber ich könnte mir auch andere Bereiche vorstellen. Durch die Schule und meine Kolleginnen und Kollegen habe ich viel über die Bankenbranche erfahren. Langfristig möchte ich wahrscheinlich auch ein Studium an einer Fachhochschule in Angriff nehmen. Welche Richtung es genau wird, weiss ich heute noch nicht. Das Militär gibt mir Zeit, mir darüber Gedanken zu machen.
Wenn du an deinen Berufseinstieg denkst: Worauf freust du dich am meisten – und wo hast du noch Respekt?
Ich freue mich darauf, nicht mehr Lernender zu sein, sondern als regulärer Mitarbeitender Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig habe ich genau davor auch Respekt. Als Lernender geniesst man einen gewissen Schutz. Man darf Fragen stellen und Fehler machen. Später steigen die Erwartungen. Das ist spannend, aber auch eine neue Herausforderung. Ich freue mich darauf, diesen nächsten Schritt zu machen und mich weiterzuentwickeln.
Was wünschst du dir von einem Arbeitgebenden?
Am wichtigsten ist für mich ein gutes Arbeitsklima. Ich wünsche mir ein Umfeld, in dem die Menschen freundlich, offen und respektvoll miteinander umgehen. Natürlich gehört Leistung dazu. Gleichzeitig finde ich es wichtig, dass man gerne zur Arbeit kommt und nicht negative Stimmung herrscht. Ich möchte gut mit den Menschen um mich herum zusammenarbeiten können.
Einen grossen Einfluss haben dabei die Personen, mit denen man täglich zusammenarbeitet – die Chefin oder der Chef und die Kolleginnen und Kollegen im Team. Wenn dort die Zusammenarbeit stimmt, macht das vieles einfacher. Ausserdem schätze einen modernen Computer und eine gute Tastatur, ich möchte nicht Geräte, die 20 Jahre alt sind. Und ein Arbeitsweg, der nicht zu lange dauert. Täglich morgens und abends je über eineinhalb Stunden zu pendeln, das könnte ich mir nicht vorstellen.
Veröffentlicht am: 17.8.2026
Autor:in: Sibylle Zumstein
Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt.
«Ich freue mich darauf, Mitarbeitender zu sein – und habe gleichzeitig Respekt vor den Erwartungen an mich.»David, KV-Lernender bei Pfizer
Steckbrief David: Der Neugierige
Kampagne «mini Lehrzyt»
Der Kaufmännische Verband Schweiz begleitet die vier Lernenden Chloe, David, Dylan und Nari während ihrer Lehrzeit. Sie berichten zweimal jährlich über ihren Lehralltag und die Erfahrungen in der Schule und im Betrieb. Dabei erfahren wir, was sie sich von ihrer Lehrzeit erhoffen, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert werden und wie sie sich auf den Berufsalltag vorbereiten.
Die Lernenden haben ihre Lehre im August 2023 angefangen und arbeiten nach dem System der neuen KV-Reform. Neben dem Fokus auf Handlungskompetenzen eignen sie sich Fachwissen und Fähigkeiten an, die sie auch branchen- und berufsübergreifend einsetzen können. Damit ihnen nach der Lehrzeit alle Möglichkeiten offenstehen.
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