Lohnforderungen 2027: Schluss mit dem schleichenden Lohnverlust
20.08.2026 – Der Kaufmännische Verband Schweiz fordert für 2027 eine Lohnerhöhung von CHF 110.– für Monatslöhne unter CHF 5000.– und generell 2.2% für Monatslöhne ab CHF 5000.–. Damit sollen steigende Fixkosten, bestehende Lohnrückstände und der anhaltende Kaufkraftverlust ausgeglichen werden. Steigende Krankenkassenprämien, Mieten und Mobilitätskosten lassen sich nicht einfach wegsparen.
Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen – allen voran Frauen – sind besonders stark von steigenden Lebenshaltungskosten betroffen. Gerade Krankenkassenprämien, Mieten und weitere obligatorische Fixkosten beanspruchen einen immer grösseren Teil ihres Budgets. Deshalb fordert der Kaufmännische Verband Schweiz für Monatslöhne unter CHF 5000.- eine feste Lohnerhöhung von CHF 110.-. Ab einem Monatslohn von CHF 5000.- soll der Lohn generell um 2.2% steigen. Seine Forderung setzt sich wie folgt zusammen:
Anteil | Erläuterung |
|---|---|
0.7% | Teuerungsausgleich gemäss Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) |
0.8% | Nachholbedarf der Unternehmen, die den Teuerungsausgleich der letzten Jahre bisher nicht vollständig gewährt haben |
0.4% | Beitrag zum Ausgleich der steigenden Krankenkassenprämien, |
0.3% | Reallohnerhöhung für eine nachhaltige Stärkung der Kaufkraft |
2.2% | Gesamtforderung |
Der Kaufmännische Verband Schweiz berücksichtigt damit nicht nur die ausgewiesene Teuerung, sondern auch Belastungen, die das verfügbare Einkommen unmittelbar schmälern. Erhebungen zeigen: Zwischen 2016 und 2025 sind die verfügbaren Einkommen tiefer und mittlerer Haushalte gesunken, während insbesondere die Krankenkassenprämien stärker ins Gewicht fallen.
«Eine tiefe Inflationsrate allein garantiert noch keine stabile Kaufkraft. Entscheidend ist, was den Menschen nach Abzug ihrer laufenden Kosten bleibt», erklärt Pascal Lamprecht, Fachverantwortlicher Sozialpartnerschaft beim Kaufmännischen Verband Schweiz.
Fixkosten lassen sich nicht wegsparen – sinkende Kaufkraft ist Gift für die Wirtschaft
Krankenkassenprämien, Mieten, Energie und Mobilität sind keine freiwilligen Ausgaben. Sie belasten tiefe und mittlere Einkommen besonders stark und steigen unabhängig davon, ob die Löhne mithalten. Für einen überwiegenden Teil der Bevölkerung ist der Lohn das einzige Einkommen, daher trifft sie die Kostenüberwälzung der Unternehmen am härtesten. «Ohne vollständigen Teuerungsausgleich sinkt die reale Kaufkraft – selbst bei zurückhaltendem Konsum», sagt Lamprecht «Eine sinkende Kaufkraft ist Gift für die Wirtschaft. Wer die Diskussion auf Streaming-Abos, Ferien oder Teilzeit reduziert, lenkt von stagnierenden Reallöhnen und steigenden Fixkosten ab.»